Arbeitsgruppen
Die Deutsche Gesellschaft für Fremdsprachenforschung und die Justus-Liebig-Universität Gießen laden Sie ganz herzlich zur aktiven Teilnahme und an einer der elf Arbeitsgruppen ein. Wenn Sie an einer Arbeitsgruppe teilnehmen möchten, nehmen Sie bitte mit den jeweiligen AG-Leitern Kontakt auf.
[Programm der AGs] (Stand: 27.09.2007)
ÜBER INTERKOMPREHENSION ZUR
MEHRSPRACHIGKEIT
(Peter Doyé und Franz-Joseph Meißner)
Die
Notwendigkeit einer Erziehung zur Mehrsprachigkeit und das aus ihr resultierende
Erfordernis zur Erarbeitung von Gesamtsprachencurricula sind heute unbestritten
(Meißner & Reinfried 1998; Hufeisen & Lütjeharms 2005).
Aufbauend
auf den diesbezüglichen Überlegungen und Erkenntnissen (z.B. auf dem Fremdsprachendidaktiker-Kongress
2003) sollen in dieser AG neuere Entwicklungen in der Mehrsprachigkeitsdidaktik
erörtert werden. Der Schwerpunkt soll dabei auf der Interkomprehension liegen.
Der
Weg zur Mehrsprachigkeit über die Befähigung zur Interkomprehension
Die
inzwischen entwickelte Interkomprehensionsmethode
knüpft konsequent an das Vorwissen an, das seit Ausubel
(1968) als das große Kapital des Lerners gilt. Die Interkomprehensionsdidaktik führt verschiedene Wissensdomänen zusammen:
linguale Transferbasen, außersprachliches Wissen,
transferierbare Erfahrungen in der didaktischen Steuerung. Ihr Kern besteht
darin, dass sie vorhandenes und neues Wissen konsequent miteinander vernetzt.
Sie baut prinzipiell auf die eigene mentale Aktivität der Lerner und initiiert
die von der Pädagogischen Psychologie als wesentlich erkannten Prozesse: Problemerkennung
– Eingrenzung – Lösung – Überprüfung – Festigung bzw. Korrektur.
Im
Tertiärsprachenunterricht hat sich Interkomprehension nicht nur als ein praktikabler
Weg zum raschen Erwerb rezeptiver Kompetenz in mehreren nahverwandten Sprachen
erwiesen, sondern auch als wirkungsvolle Strategie zur Erzeugung von Sprachlernbewusstheit.
Dies erklärt auch die Attraktivität der Interkomprehensionsmethode für die Theorie ganz unterschiedlicher
Lernkontexte, von der Primarstufe bis hin zum Sprachenlernen von Erwachsenen.
Transversal greift sie auf die Praxen der einzelzielsprachlichen
Methodiken zu und befördert so die Entwicklung einer integrativen Mehrsprachigkeitsdidaktik
(Krumm 2005). Zahlreiche europäische Forscherinnen und Forscher, Lehrerinnen
und Lehrer arbeiten bereits an der Weiterentwicklung der Methode. Die AG soll
diesen Entwicklungen ein Forum bieten und die bildungspolitischen und sprachenpädagogischen
Konsequenzen erörtern.
Ausubel, D. (1968): Educational Psychology.
Béaccom J.-C. & Byram, M. (2006): Guide
for the Development of Language Education Policies in
Doyé, P. (2005): Intercomprehension.
Hufeisen,
B. & Lutjeharms, L. (Hrsg.) (2005): Gesamtsprachencurriculum.
Integrierte Sprachdidaktik. Common Curriculum. Tübingen: Narr.
Meißner,
F.-J. & Reinfried, M. (Hrsg.) (1998): Mehrsprachigkeitsdidaktik.
Konzepte, Analysen, Lehrerfahrungen mit romanischen
Fremdsprachen. Tübingen: Narr.
Krumm,
H.-J. (2005): Von der additiven zur curricularen Mehrsprachigkeit. In: Hufeisen
& Lutjeharms, 27-36.
Kontakt:
|
Prof. em. Peter Doyé Blumenstr. 23 38162
Cremlingen |
Prof. Dr. Franz-Joseph Meißner Universität
Gießen Karl-Glöckner-Straße
21 G |
Haus B, 1. Stock, Raum B 128
Zeitlicher Ablauf der Arbeitsgruppe 1
Donnerstag, 4. Oktober 2007:
16:30 – 17:00 Todor Shopov: Attitude in Intercomprehension
17:00 – 17:30 Marcus Bär: Die Förderung von Lernkompetenz durch
Interkomprehension
17:30 – 18:00 Britta Hufeisen: EuroComGerm
Freitag, 5. Oktober 2007:
16:30 – 17:00 Grit Mehlhorn: Zur Rolle der Aussprache bei der Interkomprehension
17:00 – 17:30 Ursula Behr: Sprachenübergreifendes Lernen und Leistungseinschätzung
17:30 – 18:00 Christian Ollivier: Aufgabenorientierte Interkomprehensionsdidaktik
FREMDSPRACHENUNTERRICHT UND
SPRACHENPOLITIK NACH 1945
(Joachim Appel, Werner Hüllen und
Friederike Klippel)
Die
Geschichte des Fremdsprachenunterrichts in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg
ist durch verschiedene Phasen und Entwicklungsschübe gekennzeichnet: die Besatzungszeit,
die 50er Jahre, die Einführung von Englischunterricht an Hauptschulen in den
60er Jahren sowie die 'Kommunikative Wende' in den 70er-Jahren. Viele dieser
Entwicklungsschübe wurden durch bildungs- und sprachenpolitische Initiativen
(u.a. des Europarates) angestoßen. Dies gilt auch
für heutige Entwicklungen wie den gemeinsamen Referenzrahmen und den Frühbeginn.
Die AG setzt sich zum Ziel, eine historische und sprachenpolitische Perspektive
auf die Fremdsprachendidaktik nach 1945 zu entwickeln und lädt Beiträge zu
allen Aspekten dieses Zeitraums ein.
Kontakt:
Prof. Dr. Joachim Appel
Pädagogische Hochschule Ludwigburg
Reuteallee 46
71634 Ludwigsburg
07141-140 355
jo.appel@t-online.de
Die Arbeitsgruppe beschäftigt
sich in einem ersten Teil (Do 4.10. 16.30-18.00) mit folgenden Beiträgen:
Helmut Sauer: "Adolf Grimme als Mitbegründer von “Englisch für alle” und Englischdidaktik als Hochschuldisziplin und die volks/hauptschulgemäße Arbeitsweise. Ein Neubeginn."
Alfija Fefilowa: "Das Menschenbild und das Sprachenbild unter den Bedingungen der Globalisierung."
F.-J. Meissner: "Gibt es spezifische Entwicklungen in der Didaktik und Methodik im Unterricht romanischer Sprachen nach 1945?"
In einem zweiten Teil (Freitag 5.10. 16.30-18.00) werden anhand einer Reihe
von Thesen Entwicklungen der Fremdsprachendidaktik nach 1945 diskutiert.
ÜBERGÄNGE – NEUANFÄNGE, BRÜCKEN
ODER BRÜCHE
(Karin Vogt und Lars Schmelter)
In
den letzten Jahren haben Veränderungen in Bereichen der institutionellen (Aus-)Bildung
erhebliche Auswirkungen auf den Bereich des Lehrens und Lernens von Sprachen
gehabt und eine Vielzahl neuer Übergänge geschaffen: Übergänge zwischen Schulstufen
und ‑formen, Übergänge zwischen Sprach- und Sachfächern, Übergänge zwischen
den Lehr-Lern-Kontexten und realen Anwendungssituationen
und nicht zuletzt Übergänge zwischen alten und neuen Curricula.
Für
die Personen, die von einer Konstellation in eine andere übergehen, sind Übergänge
immer auch mit besonderen Herausforderungen verbunden. Übergänge werden von
den Betroffenen als Neuanfang, Brücke oder auch als schmerzhafter Bruch empfunden.
•
Welche Herausforderungen
sind dies im Einzelnen? Wie werden sie von den Betroffenen wahrgenommen und
welchen Einfluss haben die Übergänge mittel- und unmittelbar auf den Verlauf
und die Ergebnisse des Lehrens und Lernens von fremden Sprachen?
•
Wie können Übergänge
so gestaltet werden, dass sie als Brücken zwischen unterschiedlichen Stationen
fungieren und nicht Brüche in den fremdsprachlichen Lehr-Lern-Prozessen provozieren
(z.B. beim Übergang von der Grund- in die weiterführende Schule)?
• Wie
stellen Stationen an den Scharnierstellen sicher, dass Ergebnisse der vorangegangenen
Lehr-Lern-Prozesse im weiteren Verlauf berücksichtigt werden können? Welche
Vorgehensweisen und Instrumente stehen ihnen hierbei zur Verfügung?
Die
AG will Raum bieten, sich mit den Möglichkeiten und Schwierigkeiten, die sich
aus den neuen institutionellen, curricularen und organisatorischen Bedingungen
ergeben, zu beschäftigen. In der AG sollen die Perspektiven der verschiedenen
Akteure (Betroffene wie Lernende, Lehrende, Eltern; Arbeitgeber als „Abnehmer“
sowie Institutionen (Lehrerbildungsinstitutionen, Behörden, internationale
Organisationen, Schulen / Schulstufen)) zunächst an Hand von Posterpräsentationen
beleuchtet und anschließend in Kleingruppen diskutiert werden. Die Ergebnisse
sollen abschließend zusammengeführt werden. Die Thesenpapiere der Beiträger
werden den Teilnehmern der AG bereits vorab auf der Kongresswebseite zugänglich
gemacht.
Kontakt:
|
Juniorprofessor Dr. Lars Schmelter Pädagogische
Hochschule Karlsruhe Europalehramt Bismarckstraße
10 76133
Karlsruhe Tel.: 0721 / 925-5211 E-Mail: lars.schmelter@ph-karlsruhe.de |
Prof. Dr. Karin Vogt Pädagogische
Hochschule Karlsruhe Institut
für Fremdsprachen und Sprachlernforschung, Abt. Englisch Bismarckstraße
10 76133
Karlsruhe Tel.:
0721 / 925-4714 Fax:
0721 / 925-4640 E-Mail: vogt@ph-karlsruhe.de |
LERNERKORPORA UND LERNERSPRACHENANALYSE
(Christiane Brand und Maik Walter)
Lernerkorpora
haben sich in den letzten Jahren zur wichtigsten Ressource in der modernen
Lernersprachenanalyse entwickelt. Eine korpusbasierte Beschreibung von Lernersprachen
ermöglicht eine empirisch fundierte Erfassung eines bestimmten Sprachstandes
in der L2, erlaubt aber darüber hinaus auch den Vergleich verschiedener Lernersprachen
(bezüglich der L1 und des Sprachniveaus in der L2).
In
der AG sollen vor allem mögliche Synergie-Effekte, die aus einer gemeinsamen
Analyse von Korpuslinguistik und Fremdsprachenerwerbsforschung resultieren,
diskutiert werden. Von besonderem Interesse sind dabei die folgenden vier
Forschungsgebiete:
- korpusbasierte
Lernersprachenanalysen und deren sprachdidaktische Konsequenzen,
- der
Einsatz von Lernerkorpora im Fremdsprachenunterricht (z.B. im Sinne des
data-driven learning),
- die
Kompilation von Lernerkorpora (die Erstellung, die Architektur und das Design
von Lernerkorpora),
- die
Standardisierung und Annotierung von Lernerkorpora.
Im
Rahmen der AG sind TeilnehmerInnen aller fremdsprachlicher
Philologien willkommen, die Interesse an den Fragestellungen der Korpuslinguistik,
der Zweitsprachenerwerbstheorie und der Fremdsprachendidaktik haben.
Für
jeden der maximal 4 Beiträge ist eine Vortragsdauer von 20 Minuten vorgesehen,
an die sich Fragen und Diskussion anschließen. Eine gemeinsame Veröffentlichung
der Beiträge ist geplant. Wir bitten um Abstracts
mit Vorschlägen für Beiträge bis zum 01.03.2007. Jedes Abstract sollte
die folgenden Angaben enthalten:
-
Name(n) des/der Vortragenden,
-
institutionelle Anbindung (affiliation),
-
Adresse und E-Mailadresse,
-
Titel des Vortrags,
-
bis zu 150 Wörter zum Thema des Vortrags.
Bitte
senden Sie die Abstracts an die folgende E-Mailadresse:
Christiane.Brand@anglistik.uni-giessen.de
Kontakt:
| Christiane
Brand |
|
|
Abteilung
für Englische Sprachwissenschaft Institut
für Anglistik Justus
Liebig-Universität Giessen Otto-Behaghel-Str.
10B, 35394 Giessen Christiane.Brand@anglistik.uni-giessen.de |
Studiengebiet
Deutsch als Fremdsprache Institut
für Deutsche und Niederländische Philologie Freie
Universität Berlin Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin |
Donnerstag, 4. Oktober 2007:
16:30 – 17:15 Anke Lüdeling & Victoria Oketch Olouch: Multilingualität
und Lernerkorpora
17:15 – 18:00 Annette Schaupp; Ulrich Heid & Elisa Corino: Metadaten für
Lernerkorpora: Typen – Architektur – Abfragemöglichkeiten, am Beispiel
des VALICO-Korpus
Freitag, 5. Oktober 2007:
16:30 – 17:15 Hagen Hirschmann: Wortschreibungsfehler bei fortgeschrittenen
Lernenden des Deutschen als Fremdsprache
17:15 – 18:00 Sandra Götz: How fluent are advanced German learners of
English? A corpus-based pilot study on performance phenomena in native and
non-native speech
FREMDSPRACHENLERNEN IN DER
HAUPTSCHULE
(Heiner Böttger und Werner Kieweg)
Fremdsprachenunterricht
ist für die Hauptschule konstituierend: Ohne
jede Fremdsprache im Fächerkanon wäre sie keine weiterführende Schule, faktisch
ist sie dies in vielen Bundesländern wohl schon lange nicht mehr.
Es
ist seit langem eine der großen Aufgaben der Fremdsprachendidaktik, neue Unterrichtskonzeptionen
für diesen Bereich zu entwickeln, die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Fremdsprachenlehrkräfte
zu stärken und zusammen mit den Schulbuchverlagen wirklich geeignetes Lehr-
und Lernmaterial zur Verfügung zu stellen. Aufgrund der negativen Entwicklung
in den letzten Jahren ist eine konkrete, offensive und konstruktive Reaktion
der Fremdsprachendidaktik nicht mehr aufschiebbar.
Die
katastrophale Situation des Fremdsprachenunterrichts an der Hauptschule manifestiert
sich aktuell in den bedauerlich, aber vorhersagbar schlechten Ergebnissen
der Leistungstests innerhalb der DESI-Studie (Deutsch-englische
Schülerleistungen international).
Eine
Auswahl der Erkenntnisse:
- Lediglich jeder dritte Neuntklässler in deutschen Hauptschulen
versteht so gut Englisch, wie es die Bildungsstandards für Hauptschüler voraussetzen.
- Das Schülerpotenzial, meist schon mit erheblichen Misserfolgsbibliografien
belastet, wird viel zu oft von Lehrkräften unterrichtet, die wenig Kontakt
zum englischen Sprachraum haben und zusätzlich in der Mehrheit fachfremd unterrichten.
- Die englischen Sprechanteile der Schüler sind außerordentlich
gering, vor allem im Vergleich zu denen der Lehrer.
- Bilingualer Sachfachunterricht ist ein Erfolgsmodell
für RS und GY, an der Hauptschule wurden/werden Versuche eingestellt.
- In bildungsnahen Elternhäusern findet die Auseinandersetzung
mit Fremdsprachen statt, die Möglichkeiten mit Sprache umzugehen ist eng gebunden
an die sozialen Verhältnisse.
Die
Arbeitsgruppe Fremdsprachenunterricht in der Hauptschule wird an den
wichtigsten Brennpunkten der Thematik auf der Basis der Studie diskutieren
und hat zum Ziel, Vorschläge bzw. Leitlinien oder auch ev. Ansätze zu Konzeptionen
zu entwickeln, die geeignet sind, der gegenwärtigen Situation entgegenzusteuern.
Erwartungen
an die TeilnehmerInnen:
Erwartet
wird eine aktive, ergebnisorientierte Teilnahme.
Aktuelle Informationen zur Situation in den Bundesländern der TeilnehmerInnen sind erwünscht.
Kontakt:
Prof. Dr. Heiner Böttger
Lehrstuhl
für die Didaktik der englischen Sprache und Literatur (Vertretung)
Erziehungswissenschaftliche
Fakultät
Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen-Nürnberg
Regensburger
Str. 160 D-90478 Nürnberg
Tel.:
+49 911 5302 553
Fax.: +49 911 5302 749
eMail: hrboettg@ewf.uni-erlangen.de
LEISTUNGSEINSCHÄTZUNG IM FREMDSPRACHENUNTERRICHT
DER GRUNDSCHULE
(Anette Claus, Karin Drese und Ulrich
Reyher)
Das
Thema „Leistungseinschätzung im Fremdsprachenunterricht der Grundschule“ wurde
lange Zeit kaum thematisiert und in den Schulen teils sogar tabuisiert. Einzelne
Forschungsprojekte setzten sich damit auseinander, doch blieb das Thema lange
Zeit unbeachtet. Erst durch die allgemeinen bildungspolitischen Entwicklungen
der letzten Jahre ist dieses Thema in Deutschland zum großen Diskussions-
und Forschungsgegenstand geworden. So führte die flächendeckende Einführung
des ergebnisorientierten Fremdsprachenunterrichts
in der Grundschule zwangsläufig dazu, dass über die Festlegung der zu erwartenden
Ergebnisse gesprochen wurde. In diesem Zusammenhang entstanden verschiedene
Kompetenzmodelle und Standards. Im Zuge der allgemeinen Standarddiskussion
kam es außerdem zu einem Nachdenken über die Diagnose und Beurteilung der
Kompetenzen, denn: Leistung wird nicht mehr als gegeben hingenommen, sondern
soll überprüfbar sein.
Einige
Länder haben sich im Rahmen dieser Entwicklungen für ein Portfolio entschieden.
Die Lerner können auf dieser Grundlage ihren eigenen Lernprozess, sowie ihr
Können und Wissen reflektieren und dokumentieren. Gerade für den Übergang
ergeben sich hier interessante Perspektiven.
Neben
dieser Form von Selbstbeurteilung spielt in vielen Ländern die Leistungseinschätzung
durch die Lehrkraft eine maßgebliche Rolle, nicht zuletzt, weil in einigen
Bundesländern der Fremdsprachenunterricht in der Grundschule benotet wird.
In diesem Kontext entstehen für Praktiker und Forscher zahlreiche Fragen:
Wie kann eine kindgemäße, den Ansätzen und Prinzipien des grundschulgemäßen
Fremdsprachenunterrichts entsprechende Leistungsbeurteilung gestaltet werden?
Welche Fertigkeiten müssen hierbei in den Mittelpunkt gerückt werden? Welche
Aufgaben sind zur Leistungsbeurteilung sinnvoll? Welche Formen der Leistungseinschätzung
sind in der Komplexität des Unterrichtsalltages – insbesondere für die Sprechkompetenz
– praktikabel? Sind die vorliegenden Kompetenzmodelle aussagekräftig und realistisch?
Außerdem
sieht sich die Aus- und Fortbildung vor die Aufgabe gestellt, Leistungseinschätzung
im Fremdsprachenunterricht der Grundschule zu thematisieren. Dabei geht es
neben der Beschäftigung mit den oben genannten Aspekten um die Entwicklung
bzw. Förderung der diagnostischen Kompetenz der Lehrkräfte. Bereits erprobte
Fortbildungsreihen haben dabei ergeben, dass insbesondere der Einsatz von
auf Video dokumentierten konkreten Unterrichtsbeispielen sowie das Konzept
der Handlungsforschungsprojekte effektiv ist.
Der
Fokus dieser AG liegt auf der Leistungseinschätzung durch die Grundschullehrkraft
im Rahmen ihrer täglichen Unterrichtsarbeit. Im ersten Teil geht es darum,
zu klären, welche Ansprüche eine kindgerechte und den Prinzipien des frühen
Fremdsprachenunterrichts gemäße Leistungseinschätzung erfüllen sollte. Aspekte
wie Gewichtung der Fertigkeiten, Aufgabenauswahl und Praktikabilität können
u.a in diesen Zusammenhang erörtert werden. Grundlage
dafür sind praxiserprobte Unterrichtsverfahren der
Teilnehmer und der Leiterinnen, die präsentiert und diskutiert werden.
Im
zweiten Teil geht es um die Aus- und Fortbildung der Grundschullehrkräfte.
Welche Inhalte müssen thematisiert werden? Wie kann dies umgesetzt werden?
Welche Möglichkeiten bietet in diesem Zusammenhang der Einsatz von Medien?
Wiederum sind praxiserprobte Präsentationen, gerne
auch mit medialer Darstellung, erwünscht, die Anlass zum Meinungsaustausch
geben können.
Bitte
schicken Sie uns eine kurze Darstellung Ihres Beitrages und der gewünschten
Medien vorab. Wir werden nach Eingang der Abstracts
über die methodische Gestaltung der AG entscheiden und Ihnen dann bestimmte
Formen der Präsentation sowie deren Umfang vorschlagen.
Kontakt:
Anette.Claus@anglistik.uni-giessen.de
Karin.Drese@anglistik.uni-giessen.de
LEHR- UND LERNPROZESSE IM KONTEXT
'DISTANTER' SPRACHEN
(Andreas Guder und Adelheid Hu)
Als
„distante Fremdsprachen“ bezeichnen wir Sprachen,
deren linguistische und/oder kulturelle Dimensionen sich wesentlich von der
Muttersprache des Betrachters unterscheiden. Die wichtigsten distanten Fremdsprachen sind aus deutscher Perspektive Arabisch,
Türkisch, Chinesisch und Japanisch, daneben alle weiteren afrikanischen und
asiatischen Sprachen, in linguistischer Dimension auch Finnisch oder Ungarisch.
Diese in Europa selten unterrichteten Sprachen stellen Lehrer und Lerner vor
Aufgaben, die von der auf der Vermittlung „affiner“ Fremdsprachen basierenden
Methodik des Lehrens und Lernens von Fremdsprachen bisher unzureichend behandelt
werden.
Neben
Fragen nach der Didaktisierung nicht-indoeuropäischer
Grammatik und nicht primär phonographischer Schriftsysteme (Chinesisch und
Japanisch) können und sollen in dieser Arbeitsgruppe auch pragmalinguistisch
und transkulturell orientierte Fragestellungen nach
den Rahmenbedingungen einer kommunikativen Didaktik für distante
Fremdsprachen und -kulturen diskutiert
werden, in denen beispielsweise die kulturspezifische Bedingtheit bestimmter
Sprechhandlungen, der Status von Schriftlichkeit oder die Rolle des Nicht-Muttersprachlers
im Kontext der jeweiligen Fremdkultur berücksichtigt wird.
Kontakt:
Haus F, Erdgeschoss, Raum F 5
Donnerstag, 4. Oktober 2007:
16:30 – 16:40 Andreas Guder & Adelheid Hu: Einführung in die Arbeit
der AG
16:40 – 17:00 Andreas Guder: Was sind distante Fremdsprachen? – Ein Definitionsversuch
17:00 – 17:20 Bernard Allanic: The image of China in the Chinese as foreign
language textbooks
17:20 – 17:40 Sebastian Vötter: Kulturelles Lernen im Rahmen asienwissenschaftlicher
Studiengänge: Chancen – Herausforderungen – Perspektiven
17:40 – 18:00 Margarete Prüch: Stadt – Land – Fluss. Spielerisch Chinesisch
lernen und Landeskunde vermitteln (Ein Projekt der Jahrgangsstufe 12 der Internatsschule
Schloss Hansenberg)
Freitag, 5. Oktober 2007:
16:30 – 16:50 Barbara Hennig: “There is nothing about the lessons that could
surprise me.” Zur Motivation Hongkong-chinesischer Universitätsstudenten
beim Erlernen von Deutsch als Drittsprache
16:50 – 17:10 Simone Müller: Chinesisch als Fremdsprache an deutschen
Schulen
17:10 – 17:30 Signe Ptaszynski: Learning to read Chinese in Denmark
17:30 – 18:00 Andreas Guder & Adelheid Hu: Abschlussdiskussion; Bündelung
von Forschungsfragen
CURRICULARE VERÄNDERUNGEN IN
DER LEHRERBILDUNG: CHANCEN, HERAUSFORDERUNGEN, PERSPEKTIVEN
(Rita Kupetz und Christiane Lütge)
Im Rahmen der größten Hochschulreform der
letzten Jahrzehnte findet derzeit an den deutschen Universitäten ein Totalumbau
aller Studiengänge statt mit dem Ziel stärkerer Internationalisierung, besserer
Vergleichbarkeit und größerer Transparenz. Die Einführung der Bachelor-
und Masterprogramme in den Lehramtsstudiengängen führt zu strukturellen Veränderungen,
die weitreichende Konsequenzen auch für die fremdsprachlichen Fachdidaktiken
aufwerfen.
Zudem werden im Zusammenhang mit dem Europäischen
Referenzrahmen Aspekte inhaltlicher Standardisierung zunehmend wichtiger,
was langfristig nicht ohne Auswirkungen auf die Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte
bleiben kann.
Die AG versteht sich als Forum, auf dem
erste Ergebnisse und Erfahrungsberichte zur Einführung gestufter Studiengänge
in der Lehrerbildung präsentiert werden können, sowie als Plattform für den
Austausch über curriculare Entwicklungen, die insbesondere für die fremdsprachlichen
Fachdidaktiken von Bedeutung sind.
Hier sollen sowohl Fragen nach Unstimmigkeiten und möglichen negativen
oder positiven Konsequenzen thematisiert werden als auch allgemein die Chancen,
Herausforderungen und langfristigen Perspektiven für die fremdsprachendidaktische
Ausbildung in den Lehramtsstudiengängen in den Blick genommen werden.
Mögliche
Aspekte:
- Welche
Veränderungen ergeben sich inhaltlich und strukturell für die fremdsprachlichen
Fachdidaktiken durch die modularisierten Studiengänge
und die Arbeit mit den Kerncurricula?
- Befördern
oder behindern modularisierte Studiengänge eine
sinnvoll strukturierte Lehrerbildung? Gibt es – weiterhin – eher wenig Berührungspunkte
zwischen erster und zweiter Phase? Was wären – im Rahmen der Modularisierung
– Ansatzpunkte, um beide Phasen besser zu koordinieren? Was sind die strukturellen
Probleme, die dies verhindern? Werden diese etwa noch verschärft durch die
Abschaffung des Staatsexamens und durch die Autonomie der Hochschulen hinsichtlich
der neuen Abschlüsse?
- Führt
die gegenwärtige Entwicklung zu einer stärkeren Vereinheitlichung in der
Lehrerausbildung? Führen strukturelle und curriculare Veränderungen zu einer
Homogenisierung und Standardisierung bereits in der Ausbildung? Bleibt dabei
noch Raum für individuelle Profilbildung? Welche Chancen und Herausforderungen
ergeben sich daraus für die Fremdsprachendidaktiken?
- Oder
werden Unterschiede in der Lehrerausbildung zwischen den Bundesländern und
sogar zwischen einzelnen Universitäten noch weiter verstärkt trotz europäischer
Transfer-Kreditpunkte – ganz im Widerspruch zur eigentlichen Zielsetzung
von Bologna?
- Welche
anderen Probleme oder Chancen, Herausforderungen und Perspektiven ergeben
sich durch strukturelle und curriculare Veränderungen in der Lehrerbildung?
Welche Auswirkungen ergeben sich speziell im Hinblick auf die Fremdsprachendidaktiken?
Adressatenkreis:
Alle an der Lehrerausbildung beteiligten oder interessierten Personen, insbesondere erste und zweite Phase (universitäre Fachdidaktiker, Studienseminarleiter, Fachleiter)
Kontakt:
|
Prof. Dr. Rita Kupetz |
Dr. Christiane Lütge, StR´in |
Veranstaltungsort:
Haus E, Erdgeschoss, Raum E 6
Zeitlicher Ablauf der Arbeitsgruppe 8
Donnerstag, 4.
Oktober 2007:
16:30 – 16:45 Rita Kupetz & Christiane Lütge: Einleitung, Vorstellung
der Ergebnisse des Fragebogens, der im Frühsommer 2007 an die AG-TeilnehmerInnen
verschickt worden ist
16:45 – 17:00 Michael Byram: Impulsreferat (zur Situation in Großbritannien)
17:00 – 17:30 Barbara Hinger: Das Innsbrucker Modell der Fremdsprachendidaktik
- IMoF
17:30 – 17:45 Bernd Rüschoff: Impulsreferat (Lehrerbildung im Umbruch)
17:45 – 18:00 Diskussionsbeiträge aus dem Plenum: Positiva/Negativa der
Veränderungen in der Lehrerbildung
Freitag, 5. Oktober 2007:
16:30 – 16:45 Doris Teske: Das Leipziger Modell (Kurzvorstellung)
16:45 – 17:00 Brigita Kosevski Puljic: Die Reform der Lehrerbildung vom Aspekt
der Theorie-Praxis-Verzahnung
17:00 – 17:20 Isabel Martin; Andreas Eul & Heike Bäcker: Fremdsprachliche
Bildung für Grundschullehramtsstudierende in den neuen BA-/MA-Studiengängen
in Koblenz, Rheinland-Pfalz
17:20 – 17:40 Laurenz Volkmann: Das Jenaer Modell der Lehrerbildung – eine
Lösung der Theorie-Praxis-Problematik bei der Lehramtsausbildung?
17:40 – 18:00 Rita Kupetz & Christiane Lütge: Zusammenfassung, offene
Fragen, Perspektiven
METHODENKOMBINATION: MÖGLICHKEITEN
UND GRENZEN DER ZUSAMMENFÜHRUNG QUALITATIVER UND QUANTITATIVER VERFAHREN
IN DER EMPIRISCHEN FREMDSPRACHENFORSCHUNG
(Michael Schart und Johannes Eckerth)
Nach einer Epoche heftiger, teilweise ideologisch eingefärbter
Diskussionen über die Angemessenheit qualitativer und quantitativer Verfahren
in der Fremdsprachenforschung wird dieser methodologische Disput inzwischen
sehr viel nüchterner geführt. Zunehmend setzt sich die Erkenntnis durch, dass
die Frage nach der Angemessenheit eines methodologischen Vorgehens nur im
Lichte der jeweiligen Fragestellung innerhalb eines konkreten Forschungsprojektes
entschieden werden kann. Weil jede Methode zu einer je eigenen Perspektive
auf den Forschungsgegenstand führt, greift die Dichotomie 'qualitativ' vs.
'quantitativ' zu kurz. Stattdessen sollten hinsichtlich der inhaltlichen Aspekte
Datenform und Datenqualität sowie der prozeduralen Aspekte Datenerhebung, Datenauswertung und Datenintertpretation genauer unterschieden werden.
Eine solchermaßen differenzierte Betrachtung schafft
die Voraussetzungen dafür, innerhalb eines Forschungsdesigns quantitative
und qualitative Daten und Verfahren zusammenzuführen. Wie diese Verknüpfung
gestaltet werden kann und welche Möglichkeiten oder spezifischen Probleme
sich aus ihr ergeben, ist das zentrale Thema der Arbeitsgruppe. Anhand laufender
und abgeschlossener Forschungsprojekte werden die Potentiale und Schwierigkeiten
der Daten- und Methodentriangulation erörtert. Die
Beitragenden werden das Zusammenwirken qualitativer und quantitativer Verfahren
unter den Aspekten 'Fragestellung - Forschungsdesign - Instrumente - Daten
- Ergebnisse - Interpretationen – methodologische Schlussfolgerungen ' diskutieren.
Da die Arbeitsgruppe auch und gerade problematische Aspekte
der Daten- und Methodenzusammenführung thematisieren möchte, sind ausdrücklich
Studien willkommen, bei denen die angestrebten Ziele nicht oder nur teilweise
erreicht werden konnten.
Kontakt:
|
Michael
Schart, Ph.D. Keio University Tokyo |
Johannes Eckerth, Ph.D. Department of Applied Linguistics
|
Veranstaltungsort:
Haus G, Erdgeschoss, Raum G 26
In der AG 9 „Methodenkombination:
Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenfüh-rung qualitativer und
quantitativer Verfahren in der empirischen Fremdsprachenfor-schung“ werden
u.a. auch zwei Posterpräsentationen (siehe auch S. 242 ff.) vorgestellt:
Zeitlicher Ablauf der Arbeitsgruppe 9
Donnerstag, 4. Oktober 2007:
16:30 – 16:40 Michael Schart &
Johannes Eckerth: Einführung in die Arbeit der AG
16:40 – 17:00 Sabine Hoffmann: Motivation beim Erlernen der Tertiärsprache
Deutsch
17:00 – 17:20 Makiko Hoshii: Entwicklung der Lernersprache und des Kommunka-tionsverhaltens
japanischer Deutschlernender in
Kleingruppenunterricht
17:20 – 17:40 Silvia G. Pesce: Quantifizierung von qualitativen Daten, geht
das? Ein Versuch anhand von Prozessdaten des Spanischen als Fremdsprache
17:40 – 18:00 Diskussion
Freitag, 5. Oktober 2007:
16:30 – 16:50 Katja Schmidt: Potentiale
und Probleme der Methodentriangulation bei der Erforschung fachsprachlicher
Diskurskompetenz im bilingualen Sachfachunterricht
16:50 – 17:10 Gabriela Marques: Interaktives Online-Fremdsprachenlernen mit
interkulturellem Fokus
17:10 – 17:30 Alexander Fefilow: Von kommunikativ bedingten Kognitien zum
verbalen Ausdruck
17:30 – 18:00 Abschlussdiskussion
FORMELLE UND INFORMELLE SPRACHTESTS
(Maike Engelhardt und Markus Kötter)
Das
Messen von Sprachkompetenzen kann theoretisch mit einer nahezu unerschöpflichen
Fülle von Instrumenten durchgeführt werden. Praktisch gesehen wird diese Vielfalt
jedoch u.a. durch folgende Parameter begrenzt:
·
Anlass und
Ziel (Jahrgangsstufentest, Abschlussprofil, Übergangsprofil, Zentralabitur,
Placement Test, Fremdsprachenzertifizierung im beruflichen Umfeld...);
·
Testsituation
(standardisierte, formelle vs. informelle Verfahren);
·
Folgen
des Tests (high
stakes vs. low stakes testing);
·
die spezifische
Kompetenz, die gemessen werden soll (syntaktisch, lexikalisch, pragmatisch,
interkulturell) und der Grad ihrer Ausprägung (emergent,
fossilisiert);
·
das Niveau,
auf dem operiert wird (früher (Fremd)sprachenunterricht, Sekundarstufe, tertiärer Sektor einschl.
Fremdsprachenzertifikate und Lehrer(aus)bildung);
·
die Vertrautheit
von Tester und Proband mit dem gewählten Verfahren;
·
Testerstellung
und -durchführung
Ziel
dieser AG ist es, der Frage nachzugehen, welche spezifischen Implikationen
sich aus diesen Parametern für ausgewählte konkrete Situationen ergeben (z.B.
Übergangsempfehlungen der Grundschullehrkräfte, Portfolios, der Umgang mit (Bildungs-)
Standards, die Validität des Zentralabiturs, Placement-Tests
an Hochschulen, etc.), und wie praktisch damit umgegangen werden kann.
Eingeladen
zur Teilnahme an dieser AG sind zum einen WissenschaftlerInnen,
die sich aktuell selbst (z.B. im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit) mit
diesem Problemfeld auseinandersetzen und aus ihrer und über ihre Arbeit berichten
möchten, zum anderen erfahrene Testersteller und -durchführer
aus allen oben erwähnten Kontexten, die an einem Erfahrungsaustausch über
Hürden, Grenzen und Ziele formeller und informeller Sprachtests interessiert
sind.
Am
Ende der AG soll eine Sammlung erprobter Testverfahren entstehen, die in ihrem
entsprechenden Umfeld als erfolgreich zu bezeichnen sind, und damit als Beispiele
für die Entwicklung und Durchführung neuer Tests dienen können.
Kontakt:
Haus C, Erdgeschoss, Raum C 27
FUNKTION UND ZUKUNFT VON LEHRWERKEN
FÜR DEN FREMDSPRACHENUNTERRICHT
(Otfried Börner und Christoph Edelhoff)
Der Radius dieser
AG umfasst die Bereiche Schule (Grundschule, Schulformen der Sekundarstufe
I und II; berufliche Schulen) und Erwachsenenbildung.
Sie berücksichtigt die Sprachen Englisch, Französisch und DaF.
Adressaten sind: Fachdidaktiker, Lehrwerkforscher, Lehrwerknutzer, Lehrwerkgutachter, Genehmigungsbehörden, Lehrwerkmacher (Autoren, Berater, Verlagsredakteure).
Ziel dieser AG ist eine Standortbestimmung von Funktionen und Wirkweisen von Lehrwerken (Lehr-/Lernmaterialien) in der gewordenen, gegenwärtigen und zukünftigen Dimension, unter Berücksichtigung sowohl des unterrichtsleitenden, lernerbezogenen, lehrerbildenden als auch des materiellen/medialen und zukunftsorientierten Aspekts. Dabei darf weder die faktisch herrschende Rolle als konkretes Curriculum noch ihre Veränderung durch gesellschaftliche, national-internationale und mediale Entwicklung außer Acht gelassen werden.
Im ersten Block
der AG sollen folgende Aspekte erörtert werden:
1. Bestandsaufnahme, 2. Funktion von Lehrwerken, 3. das Verhältnis von
Vorgaben zu Lehrwerken, 4. alte und neue Formate, 5. Funktion und Rolle von
Lehrwerkerstellung.
Im zweiten Block
der AG ist ein Streitgespräch zwischen Vertretern unterschiedlicher Interessengruppen
geplant.
Kontakt:
Dr. phil. h.c. Christoph Edelhoff, StD a.D.,
Vorsitzender
THE
ENGLISH ACADEMY
beim
Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann
Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH
Wilh.-Vesper-Str. 27
D-34393
Grebenstein
Tel.
05674 6423
Fax:
05674 6430
Mail: edelhoff@the-english-academy.de
Haus G, Erdgeschoss, Raum G 25
[1]
Edelhoff, Ch. 1999. „Lehrwerke und Autonomie“, in: Edelhoff, Ch., Weskamp, R.
(Hrsg.): Autonomes Fremdsprachenlernen.
Ismaning: Hueber (= Forum Sprache), S. 63-78.
LITERATURUNTERRICHT, KOMPETENZEN
UND BILDUNG
(Fortsetzung der Sektion 3)
(Lothar Bredella, Britta Freitag, Wolfgang Hallet)
Der Fremdsprachenunterricht will
Schülerinnen und Schüler auf die sprachliche Be-wältigung
zukünftiger Lebenssituationen vorbereiten. Das ist eine legitime Begrün-dung
für die Bedeutung des Fremdsprachenunterrichts, aber sie steht in Gefahr,
diesen und den mit ihm verbundenen Bildungsauftrag erheblich zu verkürzen.
Bedenklich ist ein solcher Ansatz auch deshalb, weil er verhindert, dass
literarische Texte einen ori-ginären Platz im Fremdsprachenunterricht
erhalten, obwohl sie aus unterschiedlichen Gründen gerade für
den Fremdsprachenunterricht wichtig sind. Sie sind in erhebli-chem Maße
am Erwerb von Kompetenzen im Lesen, Sprechen und Schreiben beteiligt, fördern
die kognitiven, affektiven, evaluativen Fähigkeiten der Lernenden und
regen zur Reflexion über Verstehensprozesse und zum interkulturellen
Verstehen an. Der Fremdsprachenunterricht darf sich daher nicht nur an den
weitgehend ritualisierten Alltagserfahrungen, wie nach dem Weg fragen und
eine Speisekarte lesen, orientieren, sondern muss auch literarische Texte,
die außergewöhnliche und existenziell bedeut-same Erfahrungen
darstellen, berücksichtigen. Wir bitten daher um Beiträge, die
auf-zeigen, was im Umgang mit literarischen Texten im Unterricht geleistet
werden kann.
Wir haben ferner die Begriffe Kompetenz und Bildung in den Titel unserer
Sektion gesetzt, um auf eine Spannung in der gegenwärtigen Bildungspolitik
hinzuweisen, in der der Begriff der Kompetenz den der Bildung verdrängen
könnte. Da wir glauben, dass für den Literaturunterricht sowohl
der Begriff der Kompetenz als auch der der Bildung wichtig sind, wollen
wir das Verhältnis der beiden Begriffe beim Umgang mit literarischen
Texten klären.
Kontakt:
Lothar.Bredella@anglistik.uni-giessen.de
Britta.N.Freitag@anglistik.uni-giessen.de
Wolfgang.Hallet@anglistik.uni-giessen.de
Veranstaltungsort:
Haus G, Erdgeschoss, Raum G 27/28
Zeitlicher Ablauf der Arbeitsgruppe 12:
Donnerstag, 4.
Oktober 2007:
16:30 – 17:00 Jan Hollm: Literaturdidaktik im Englischunterricht der Sekundarstufe
I im Spannungsfeld von Bildung und Kompetenzerwerb
17:00 – 17:30 Anke Stöver-Blahak: Besser sprechen durch 'Loreley' und
'Mondnacht'. Ein neuer Weg zur Verbesserung der Mündlichen Kommunikationsfähigkeit
von ausländischen Studierenden
17:30 – 18:00 Maria Eisenmann: Hörverstehen am Beispiel der radio plays
The War of The Worlds von Orson Welles
Freitag, 5. Oktober 2007:
16:30 – 17:00 Janice Bland: What are little boys made of? What are little
girls made of? Can children learn to trust and enjoy their own interpretive
response?
17:00 – 17:30 Julia Spethmann: Schule und Bildung in den Harry Potter-Romanen
– ein Thema für den Fremdsprachenunterricht
17:30 – 18:00 Christian Minuth: Unglückliche Kindheit als literarisches
Thema und möglicher Unterrichtgegenstand im Französischunterricht
NACHWUCHS FREMDSPRACHENFORSCHUNG
(Fortsetzung der Sektion 3)
(Frances Ann Kimes & Torben Schmidt )
Die AG „Nachwuchs Fremdsprachenforschung“ stellt eine Verknüpfung mit der vierten Arbeitstagung für den wissenschaftlichen Nachwuchs dar und dient als Diskussionsforum für diejenigen Nachwuchswissenschaftler, die ihre Projekte im Rahmen einer Posterpräsentation vorgestellt haben und diese zusätzlich mit anderen Nachwuchswissenschaftlern und Kollegen diskutieren möchten.
Kontakt:
Frances.A.Kimes@anglistik.uni-giessen.de
mail@torbenschmidt.de
Veranstaltungsort:
Haus C, Erdgeschoss, Raum C 29
Zeitlicher Ablauf der Arbeitsgruppe 13:
Donnerstag, 4.
Oktober 2007:
16:30 – 16:50 Marja Köhl: “still not received” oder “typisch Newbie!!”
– Beschwerdeverhalten im elektronischen Sprachgebrauch
16:50 – 17:10 Eva Platten: Internetgestützte Schreibprozesse im Bereich
Deutsch als Fremdsprache: Gemeinsames Schreiben und Lernen im Wiki-Web
17:10 – 17:30 Carola Hecke: Der Einsatz von Bildern im Fremdsprachenunterricht
17:30 – 17:50 Kristina Peuschel: Audioproduktionen in der Fremdsprache Deutsch:
sprachliche Produkte und Sprachlernprozesse in Radiopro-jekten erwachsener
DaF/DaZ-Lernender
Freitag, 5. Oktober 2007:
16:30 – 16:50 Gesa Franziska Meyer: Kooperatives Lehren Lernen: Ein Training
für Fremdsprachenlehrer
16:50 – 17:10 Anke Wiesmann: Fremdverstehen durch Literatur
17:10 – 17:30 Michael Müller: Möglichkeiten zur Vermittlung interkultureller
Kompetenzen im bilingualen Unterricht mittels unterschiedlicher Aufgabenvarianten
17:30 – 17:50 Frank-Ulrich Nädler: Sprachlernbewusstheit – Rekonstruktionen
zum individuellen fremdsprachlichen Lernen

