Forschungsprofil |
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Der Schwerpunkt unserer wissenschaftlichen Arbeit bezieht sich auf den Ionentransport über Epithelien und seine hormonelle Regulation. Epithelien bilden im Organismus Trennschichten zwischen verschiedenen Kompartimenten und sorgen für einen regulierten vektoriellen Austausch von Substanzen (Resorption und Sekretion). An sogenannten dichten Epithelien findet dieser Transport transzellulär statt, dh. die Ionen werden über ein spezielles Transportsystem der apikalen (luminalen) Membran in die Zelle eingelassen und über ein zweites Transportsystem in der basolateralen Membran auf die andere Seite entlassen. Beide Transportsysteme müssen koordiniert und präzise reguliert werden. Dies geschieht unter anderem durch Steroidhormone (Aldosteron, Corticosteron), Peptidhormone (Antidiuretische Hormone) und Schilddrüsenhormone (Triiodo-Thyronin, Thyroxin) über noch weitgehend unbekannte intrazelluläre Mechanismen.
Aktuell sind folgende Projekte in Bearbeitung: Molekulare Regulation des epithelialen Natrium-Kanals (ENaC) - Berk, Fronius, Clauss
Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Jean-Daniel Horisberger, Pharmakologisches Institut, Universität Lausanne Gefördert von der DFG im Normalverfahren Regulation des Ionentransports im Integument des Blutegels - Clauss In vorangegangenen Arbeiten konnten wir zeigen, daß im Integument des Blutegels ein Mechanismus zur elektrogenen Natrium-Resorption vorhanden ist [J. Comp. Physiol. B 163 (1993) 153-159; Am. J. Physiol. 37 (1995) R605 - R613 ]. Dieser wird durch Neuropeptide reguliert [J. Biol. Chem. 271 (1996) 7237-7243] und ist unter dem Einfluß von Umweltgiften verändert [Exp. Biol. Online 1:8 (1996) ]. Dieses Transportmodell kann als Bioindikator verwendet werden, da es bereits sehr empfindlich auf geringe Schadstoffkonzentrationen reagiert. Zur Zeit wird die intrazelluläre Regulation dieses Systems (Signalwege des second messenger Systems über cAMP und cGMP) untersucht [J. Exp. Biol. 204 (2001) 1509-1517]. Zusammenarbeit mit Prof. M. Salzet, CNRS, Universität Lille Gefördert im Landesschwerpunkt-Programm 1993-1995 Molekulare Mechanismen der Regulation des Natriumtransports im Darm von Anneliden - Goebel, Krumm, Clauss Dieses Projekt befindet sich in der Anfangsphase. Es wird am Enddarm
von Lumbricus terrestris Persistenz von Coccidien in Darmepithelzellen - Behrendt, Schröpfer, Hipke, Clauss
Zusammenarbeit mit Prof. Zahner, FB Veterinärmedizin, Universität Giessen Anfangsförderung durch die DFG im Schwerpunkt-Programm Molekulare Parasitologie Wirkung von Silber-Ionen auf den epithelialen Natrium-Kanal (ENaC) - Bury, Clauss Die aus technischen Prozessen (Photo-Entwicklung) abgeschiedenen Silber-Rückstände bilden inzwischen eine erhebliche Belastung unserer Umwelt. Es ist bekannt, dass vor allem wasserlebende Organismen - besonders Fische - dadurch gefährdet werden. Silber-Ionen dringen z.B. über das Kiemenepithel in die Fische ein und führen zu toxischen Schäden. Da vermutet wird, dass solche Vorgänge über epitheliale Natrium-Kanäle ablaufen, untersuchen wir diese Fragestellungen an heterolog exprimierten ENaCs und in nativen Epithelien. Dazu kommt der englische Ökophysiologe Dr. Nic Bury regelmäßig in unser Labor. Zusammenarbeit mit Dr. Nic Bury, Kings College, London Gefördert durch den DAAD Der Einfluß von reaktiven Oxidantien auf die Natriumresorption in der Lunge - Berk, Clauss Reaktive Oxidantien (O2-Radikale und Stickstoffverbindungen) befinden sich in der Atemluft und wirken auf das Alveolar-Epithel der Lunge ein. Es ist bekannt, dass solche Oxidantien die Natrium-Resorption in der Lunge hemmen. Die ist aber äußerst wichtig, um die Lunge frei von Flüssigkeits-Ansammlungen zu halten (Lungen-Ödem). In zellphysiologischen Untersuchungen sollen die molekularen Regulationsmechanismen solcher Vorgänge untersucht werden. Dabei wird sowohl mit dem heterolog exprimierten Natrium-Kanal aus der menschlichen Lunge gearbeitet, als auch Untersuchungen am intakten Alveolarepithel durchgeführt. Unsere Arbeiten sollen einen Beitrag zum Verständnis von pathophysiologischen Veränderungen der alveolären Flüssigkeits-Clearance liefern Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von
Prof. W. Seeger und Prof. F. Grimminger, Innere Medizin,
Universitätsklinikum Giessen; Gefördert von der Stiftung VERUM Regulation des epithelialen Natrium-Transports im Alveolarepithel der Lunge - Fronius, Berk, Clauss Die Regulation des epithelialen Natrium-Transports in der Lunge dient zur Flüssigkeits-Clearance und damit zur Vermeidung von Ödemen. Natrium strömt dabei über einen amilorid-sensitiven epithelialen Na-Kanal (ENaC) in die Zellen ein. In den Alveolarepithelzellen werden diese Vorgänge anders reguliert als in Epithelien von Darm und Niere. So spielen z.B. Stickstoffmonoxid (NO), entzündliche Mediatoren (Prostaglandine) und Corticosteroide eine große Rolle. Diese Regulationsmechanismen werden an heterolog exprimierten ENaCs aus der menschlichen Lunge, sowie am nativen Alveolar-Epithel untersucht. Dabei besteht eine enge Zusammenarbeit mit Arbeitsgruppen aus dem Zentrum für Innere Medizin, um auch pathophysiologische Befunde sowie pharmakologische Wirkungen näher zu charakterisieren. Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von
Prof. W. Seeger und Prof. F. Grimminger, Innere Medizin,
Universitätsklinikum Giessen. |