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Vortrag von Peter Schmidt (München)

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Am Donnerstag, den 9. Februar, wird Dr. Peter Schmidt (Bayrische Akademie der Wissenschaften München) einen Vortrag zum Thema 'Medium und Farbe: Die Anfänge der Druckgraphik zwischen „schwarzer Kunst“ und bunten Blättern' halten. Beginn ist um 18:15 Uhr in Hörsaal A2 im Phil I.

Um die Modernität Albrecht Dürers zu erweisen, griff Erasmus von Rotterdam 1528 auf die Lobrede des Plinius auf Apelles zurück. Er betonte dabei, daß sein fränkischer Zeitgenosse das antike Idealbild aller Maler noch übertroffen hätte, weil er „ohne die Schmeichelei der Farben zu vollbringen vermochte, was Apelles mit deren Hilfe vollbrachte“. Höchstmaß an Ausdruck unter Verzicht auf Farbe wird zu einer epochal neuen Qualität erklärt.
 Deren Medium ist die Druckgraphik. Daß Farbe von Anbeginn deren natürlicher Feind war, ist bis heute gängige Handbuchmeinung. Der historische Befund aber sieht anders aus: Von der Ursprüngen kurz nach 1400 bis ins späte 15. Jahrhundert sind unkolorierte Holzschnitte die Ausnahme. Nimmt man das Phänomen des gedruckten Bildes mediengeschichtlich ernst, erweist sich der vermeintliche Gegensatz von Schwarz-Weiß und Farbe in der Produktionspraxis und zeitgenössischen Rezeption als inexistent. Vielmehr scheint auch das gedruckte Bild ohne Farbe nicht denkbar gewesen zu sein. Graduelle Veränderungen dieser Auffassung sind im letzten Viertel des Jahrhunderts durchaus zu beobachten, aber im Detail auf ihre Gründe zu untersuchen, die keineswegs in der ästhetischen Wertschätzung des „Graphischen“ gemäß modernen Kategorien liegen. Daß Technikgeschichte, Mediengeschichte und Ästhetik im Gleichschritt laufen und sich in einer ganzheitlichen Epochenidee treffen, erweist sich als Wunschvorstellung.

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13.04.2012 16:00
 

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