Mitgliedschaften
Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, Sektion Sonderpädagogik (DGfE)
Verband Deutscher Sonderschullehrer (VDS)
Institut Group Analysis London, (IGA)
Institut für Gruppenanalyse, Heidelberg (IGH)
Deutscher Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik (DAGG)
Aktuelle Forschungsschwerpunkte
- Schulleistungen bei jugendlichen Straftätern
- Zur schulischen Situation der Schulverweigerer und Schulschwänzer
- Selbstkonzept und geistige Behinderung
- Frühförderung und Entwicklungsdiagnostik: Spezifische Aspekte der Objektpermanenz
- Bedingende Variablen metasprachlicher Fähigkeiten und der Phonologischen Bewußtheit in verschiedenen sonderpädagogisch relevanten Gruppierungen (LH/PB)
- Lernwege und Fehleranalysen im Bereich der Sensomotorik, der praeoperativen und operativen Entwicklung
- Analyse und Evaluation diagnostischer Kompetenzen: Untersuchungen zur diagnostischen Kompetenz bei Hessischen Sonderschullehrern und -lehrerinnen, Analyse und Evaluation sonderpädagogischer Gutachten
- Evaluation aller Hessischen Schulen für Erziehungshilfe
- 30 Jahre danach - Längsschnittstudien zu Biographien ehemaliger Lernhilfeschüler
Schwerpunkte in der Lehre
Lernbehindertenpädagogik
Behinderung ist prozessual und komplementär zu begreifen. Ein Mensch mit Behinderungen ist immer auch ein Mensch, der behindert wird. Lernbehinderte Kinder werden in ihrer überwiegenden Zahl als Schulversager definiert, was zur Folge hat, dass das Schulversagen auch als Versagen der Regelschule zu interpretieren ist. Damit wird das Auftreten von Schulversagen auf den schulischen Kontext focussiert, womit Diagnosefähigkeit, die Organisation von Lehr-Lernprozessen, die Rekonstruktion von Lernwegen und Fehleranalysen im Mittelpunkt des Lehrangebotes stehen. Lernbehinderte Schüler gelten nach der Entlassung aus der Schule für Lernhilfe in der Regel nicht als Menschen mit Behinderungen.
Lernbehindertenpädagogik muß zunächst präventiv operieren.
Dazu gehören die Frühförderung mit entwicklungsdiagnostischen Schwerpunkten, die einen Überschneidungsbereich mit der Geistigbehindertenpädagogik bilden und der Einsatz diagnostischer Kompetenzen in der Grundschule. Deshalb sind Lehrangebote auch für Studierende des Grundschullehramtes zu öffnen bzw. an diese zu adressieren. Damit hat die Giessener Lernbehindertenpädagogik einen schulpädagogischen Schwerpunkt.
- Prävention/Frühförderung
- Organisation von Lehr-Lernprozessen
- Diagnosefähigkeit
- Lernwege/Fehleranalysen
- Berufliche Eingliederung
- Karrieren von Schulverweigerern
- Von MCD zu ADS (Geschichte und Funktion der sog. Teilleistungsstörungsdiagnostik)
Verhaltensgestörtenpädagogik
Den theoretischen Hintergrund der Fachrichtung Verhaltensgestörtenpädagogik bilden Analysen der Konstruktionen und Rekonstruktionen unterschiedlicher Normalitätskonzepte, wie sie in der Sonderpädagogik - allerdings häufig unreflektiert - zur Anwendung kommen und gerade im Bereich der Verhaltensgestörtenpädagogik im institutionellen Kontext Diskriminierung und Ausgrenzung begünstigen. Wird ‚Normalität’ explizit als eine diskursive Strategie begriffen, lassen sich die Kriterien für Handlungsmodelle klarer entwickeln, eindeutiger realisieren und Erfolg und/oder Misserfolg bestimmen. Entsprechend eines diskursiven Normalitätskonzept liegt der sog. Verhaltensstörung einerseits ein interaktives und relationales Verständnis nahe, das kindliches Verhalten grundsätzlich in einen situativen und entwicklungsbezogenen Kontext stellt, andererseits werden, um auch an kinder - und jugendpsychiatrische Kategorisierungen anschlussfähig zu sein, die entsprechenden Klassifikationssysteme berücksichtigt. Die Studierenden sollen so die Fähigkeit zu Distanz und Analyse komplexer Konstellationen in personellen und institutionellen Kontexten erwerben.
- "Flexibler Normalismus" Normierung und Normabweichung
- Beobachtung und Interpretation von Interaktionsprozessen in unterschiedlichen kategorialen Kontexten
- Symptomatik und Diagnosen
- Verhaltensstörung als sinnvolle Anpassungsleistung an aktuelle oder frühere Systemumwelten
- Interventionskonzepte im familialen, institutionellen und organisatorischen Bereich
- Verhaltensstörung als problematische Problembewältigung
- Möglichkeiten der Verbesserung von Bewältigungsstrategien und Nutzung von Ressourcen
- Ausgrenzungs- und Stigmatisierungsprozesse, die Wirkung von Institutionalisierungen
Lehrbezogene Projekte
- Seit 1998: Projektbezogene Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesinstitut für Pädagogik (HeLP)‚ Lehrer und Lehrerinnen (kommen zur Fortbildung) in die Universität
- (Sonder)pädagogische Beratung: Für Lehrer und Lehrerinnen, die universitäre Veranstaltungen besuchen, besteht die Möglichkeit einer fallbezogenen Beratung im Bereich Sonderpädagogischer Diagnostik und der Planung von Interventionen im Bereich von Lernbehinderungen, Verhaltensstörungen und geistiger Behinderung.