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Lernbehindertenpädagogik

Behinderung ist prozessual und komplementär zu begreifen. Ein Mensch mit Behinderungen ist immer auch ein Mensch, der behindert wird. Lernbehinderte Kinder werden in ihrer überwiegenden Zahl als Schulversager definiert, was zur Folge hat, dass das Schulversagen auch als Versagen der Regelschule zu interpretieren ist.
Damit wird das Auftreten von Schulversagen auf den schulischen Kontext focussiert, womit Diagnosefähigkeit, die Organisation von Lehr-Lernprozessen, die Rekonstruktion von Lernwegen und Fehleranalysen im Mittelpunkt des Lehrangebotes stehen. Lernbehinderte Schüler gelten nach der Entlassung aus der Schule für Lernhilfe in der Regel nicht als Menschen mit Behinderungen.
Lernbehindertenpädagogik muß zunächst präventiv operieren. Dazu gehören die Frühförderung mit entwicklungsdiagnostischen Schwerpunkten, die einen Überschneidungsbereich mit der Geistigbehindertenpädagogik bilden und der Einsatz diagnostischer Kompetenzen in der Grundschule.Deshalb sind Lehrangebote auch für Studierende des Grundschullehramtes zu öffnen bzw. an diese zu adressieren. Damit hat die Giessener Lernbehindertenpädagogik einen schulpädagogischen Schwerpunkt.

  • Prävention/Frühförderung
  • Organisation von Lehr-Lernprozessen
  • Diagnosefähigkeit
  • Lernwege/Fehleranalysen
  • Berufliche Eingliederung
  • Karrieren von Schulverweigerern
  • Von MCD zu ADS (Geschichte und Funktion der sog. Teilleistungsstörungsdiagnostik)
  • Karrieren von Schulverweigerern

Verhaltensgestörtenpädagogik

Den theoretischen Hintergrund der Fachrichtung Verhaltensgestörtenpädagogik bilden Analysen der Konstruktionen und Rekonstruktionen unterschiedlicher Normalitätskonzepte, wie sie in der Sonderpädagogik - allerdings häufig unreflektiert - zur Anwendung kommen und gerade im Bereich der Verhaltensgestörtenpädagogik im institutionellen Kontext Diskriminierung und Ausgrenzung begünstigen.
Wird "Normalität" explizit als eine diskursive Strategie begriffen, lassen sich die Kriterien für Handlungsmodelle klarer entwickeln, eindeutiger realisieren und Erfolg und/oder Misserfolg bestimmen.
Entsprechend eines diskursiven Normalitätskonzept liegt der sog. Verhaltensstörung einerseits ein interaktives und relationales Verständnis nahe, das kindliches Verhalten grundsätzlich in einen situativen und entwicklungsbezogenen Kontext stellt, andererseits werden, um auch an kinder - und jugendpsychiatrische Kategorisierungen anschlussfähig zu sein, die entsprechenden Klassifikationssysteme berücksichtigt.
Die Studierenden sollen so die Fähigkeit zu Distanz und Analyse komplexer Konstellationen in personellen und institutionellen Kontexten erwerben.

  • "Flexibler Normalismus" Normierung und Normabweichung
  • Beobachtung und Interpretation von Interaktionsprozessen in unterschiedlichen kategorialen Kontexten
  • Symptomatik und Diagnosen
  • Verhaltensstörung als sinnvolle Anpassungsleistung an aktuelle oder frühere Systemumwelten
  • Interventionskonzepte im familialen, institutionellen und organisatorischen Bereich
  • Verhaltensstörung als problematische Problembewältigung
  • Möglichkeiten der Verbesserung von Bewältigungsstrategien und Nutzung von Ressourcen
  • Ausgrenzungs- und Stigmatisierungsprozesse, die Wirkung von Institutionalisierungen

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Redaktion
18.07.2007 14:41
 

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