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Professur für Pädagogik des Jugendalters

 
Eine Pädagogik des Jugendalters setzt an theoretischen Überlegungen zu Jugend in ihrer Historizität an und nimmt zugleich aktuelle Themen auf, die auf empirischen Ergebnissen beruhen.

Zentrale Schwerpunkte der Pädagogik des Jugendalters im Überblick

Pädagogik des Jugendalters: Erste Annäherung

Jugend ist eine eigenständige Lebensphase im Lebenslauf und der Biographie. Sie lässt sich nicht zeitlich determinieren aufgrund ihrer Historizität und Verbundenheit mit gesellschaftlichen Lagen und kulturellen Lebensformen. Herausgebildet hat sich die Jugendphase im Zuge der Scholarisierung und Pädagogisierung. Kennzeichen sind die Entlastung von einer Familiengründung und Erwerbsarbeit. Rechte (soziale und juristische), Pflichten (Schulpflicht, Bildungstitelerwerb) und Freiräume umgrenzen die Jugendphase. Jugend steht als Folge des Aufbrechens traditionaler Bindungen unter dem Zwang des Erwerbs sozialen und kulturellen Kapitals, von Laufbahnen und Titeln. Nicht nur schulische Bildungstitel sind dabei von Bedeutung, für die Jugendphase ist auch der Freizeit-, Medien- und Konsumbereich zunehmend relevant.

Die Bewegungen im Leben durch sozial-strukturierte Räume wie Ausbildungsstätten und Arbeitsplätze sowie die Aneignung und Nutzung der in diesen sozialen Räumen angeordneten Ressourcen (Bildung, Medien, Konsum, Freizeit) liegen weitgehend in der Verantwortung der Jugendlichen (als biographisches Wissens und Kompetenz). Lebenslauf und Jugendbiographie sind durchzogen von sozialen, geschlechtsspezifischen und ethnischen Chancenstrukturen, Belastungen, Problemlagen und zugleich Freiräumen. Daraus resultieren spezifische jugendkulturelle Lebensstile und Lebensmuster, wobei der Wechsel von Präferenzen, der sich im jugendlichen Lebensstil zeigt, auch eine Orientierung an den Vorgaben von Arbeitsmarkt, Bildungssystem und Wohlfahrtsstaat beinhaltet.

Neben familialer Unterstützung, dem Erwerb von sozialen und kulturellen Ressourcen in Schule, Freizeit und Räumen des Moratoriums ist die Jugendphase gekennzeichnet von vielfältigen Problemen und Risikolagen wie Leistungsversagen, Jugendarbeitslosigkeit, sozialer Armut, mehrfache (ethnischer, sozialer und ökonomischer) Benachteiligung, Devianz und Kriminalität, Drogenmißbrauch und sozialer Verwahrlosung.

In der Bundesrepublik Deutschland sind von den 14-15 jährigen Jugendlichen ca. 23,7 % Ausländerkinder der zweiten oder dritten Generation. Benachteiligungen und unterschiedliche Lebenserfahrungen im schulischen Bildungssystem und im dualen Ausbildungssystem, aber auch die alltäglichen Lebenserfahrungen in der Familie und der Freizeit führen zu eigenen jugendlichen Bewältigngsformen und damit häufig zu prekären Lebenssituationen. Dies betrifft die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben, die schulische Partizipation, geschlechtsspezifische Erfahrungen und das jugendliche Risikoverhalten.

Die Vergesellschaftungs- und sozialen Regulationsformen jugendlicher Lebensformen, Lebenswelten und die Gestaltungsräume in ihrer Mehrdimensionalität differenzieren sich für die Lehre in unterschiedliche Felder:

Historisch:

- Geschichte des Jugendalters
- Jugendbewegung und Reformpädagogik
- Jugend in pädagogischen Institutionen
- Bildungsgeschichte

Systematisch:

- Theorien und Ansätze der Jugendforschung
- Jugend und Lebenslauf (Kindheit-Jugend-Erwachsenenalter)
- Jugendkultur und Peergroups
- Jugend und Generation
- Jugend und Familie
- Jugend, Sozialstruktur, Bildung und Beschäftigungsverhältnisse
- Jugend, Wirtschaft und Politik
- Jugend im internationalen Vergleich

Soziale Probleme im Jugendalter:

- Jugend, jugendliches Risiko- und Suchtverhalten
- Jugend, Interkulturalität und Migration
- Jugend, Bildung und soziale Armut
- Jugend, Gewalt, Delinquenz und soziale Benachteiligung

Methoden:

- Qualitative Forschungsmethoden der Jugendforschung
- Quantitative Forschungsmethoden der Jugendforschung