Geschichte
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Didaktik der Sozialwissenschaften in Gießen: eine besondere Tradition. Die Justus-Liebig-Universität spielt als ein wissenschaftliches Zentrum für die Didaktik der Sozialwissenschaften in der Bundesrepublik Deutschland eine herausragende Rolle. Bereits in den 1960er-Jahren, in der Frühphase der Entwicklung der Fachdidaktiken zu Wissenschaftsdisziplinen, wurden zwei der bedeutendsten Theoretiker der politischen Bildung in der Bundesrepublik, Kurt Gerhard Fischer und Wolfgang Hilligen, nach Gießen berufen. Mit der Gründung des früheren Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften 1971 wurde zunächst eine Betriebseinheit und ab 1976 ein eigenes „Institut für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften“ gegründet. Zu diesem Institut gehörten in den 1970er-Jahren bis zu fünf Professuren. Auf diesen Professuren waren neben Fischer und Hilligen tätig: Gertrud Beck, Rolf Schmiederer, Klaus Wallraven und Siegfried George. In dieser Zeit entstanden in Gießen nicht nur einflussreiche fachdidaktische Theorien der politischen Bildung, sondern auch weit verbreitete Schulbuchreihen. 1982 fand in Gießen der Erste Bundeskongress für politische Bildung statt.
Es unterstreicht
die überregionale Bedeutung der Gießener
Didaktik der Sozialwissenschaften, dass zahlreiche Gießener
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf Professuren an anderen
Hochschulen berufen wurden
Als Folge der damaligen Lehrerarbeitslosigkeit und des Rückgangs der Studierendenzahlen kam in den 1980er-Jahren zu einem dramatischen Stellenabbau: Vier der fünf Professuren fielen nach Freiwerden der Stelle Streichungen zum Opfer. Erst 1998 kam es mit der Berufung von Wolfgang Sander an die Justus-Liebig-Universität erstmals nach rund zwei Jahrzehnten wieder zu einer Neubesetzung einer Professur in unserem Fachgebiet in Gießen. Seitdem konnten die Situation stabilisiert und zahlreiche neue Arbeitsschwerpunkte entwickelt werden. 1999 fand an unserer Universität die Gründungsversammlung der Gesellschaft für Politikdidaktik und politische Jugend- und Erwachsenenbildung (GPJE) statt, der wissenschaftlichen Fachgesellschaft in unserem Fachgebiet.
Im Jahr 2001 haben wir im Zuge einer Neuorganisation der Fachbereiche an der Justus-Liebig-Universität gemeinsam mit schulpädagogischen Professuren aus der Erziehungswissenschaft das jetzige „Institut für Schulpädagogik und Didaktik der Sozialwissenschaften“ (ISD) neu gegründet. Das ISD versteht sich als interdisziplinäres Institut, das unter anderem neue Impulse für eine fächerübergreifende Zusammenarbeit in der Lehrerausbildung setzen will.
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