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Aus dem Nachlass des Althistorikers und Archäologen Adolf Schulten (1870-1960), Ausgräber von Numantia in Spanien, ist als Stiftung des Ur-Ur-Enkels eine reizvolle schwarzfigurige Lekythos in die Antikensammlung gelangt. Das um 550 v. Chr. zu datierende Ölgefäß kann der Werkstatt der „Delphin-Gruppe“ zugewiesen werden, die in Athen oder, nach anderer Forschungsmeinung, auf Euböa tätig war.

Die Vase zeigt den griechischen Helden Herakles bei der Verrichtung einer seiner zwölf Taten, nämlich die Jagd der kerynitischen Hirschkuh, die er lebendig einfangen und zu König Eurystheus bringen soll. Ikonographisch an das übliche Bild des Jägers angeglichen, nähert sich Herakles der Hirschkuh mit erhobener Keule.

Das ungewohnt anmutende Schweben der Figuren im Raum ist durch das Fehlen einer Standlinie bedingt. Dieses Merkmal kann als ein Charakteristikum der „Delphin-Gruppe“ gelten und findet sich auch bei anderen Lekythen mit Herakles-Taten, die in derselben Werkstatt hergestellt wurden. Lekythen dienten in der Antike für kostbare Duftöle, sind also eine Art Parfümflakon.

Funde aus Schultens Numantia-Grabung von 1905-1912 befinden sich auch im Akademischen Kunstmuseum in Bonn und im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz.

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19.07.2011 09:35
 

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