Grabungsbericht 2001
Gliederung
- Einleitung
- Fläche 1
- Fläche 2
- Früheisenzeitliche Keramik
Einleitung
Wie in den Vorjahren konnte dank der organisatorischen Einbindung in die Ausgrabung von Perge durch die Universität Istanbul unter Leitung von H. Abbasoglu und der freundschaftlich gewährten Infrastruktur der gesamte Zeitraum für die wissenschaftlichen Aufgaben genutzt werden.
Personelle Ausstattung
Die seit 2000 erweiterte personelle Ausstattung um einen Bearbeiter der früheisenzeitlichen Keramik (Dr. M. Recke) und eine Bearbeiterin der früheisenzeitlichen Bauten in Fläche 1 Nord und West (Dr. S. Helas) sowie die Gewinnung eines versierten Mitarbeiters für die die Verarbeitung mit AutoCad (R. Komp M.A.) erlaubte in Verbindung mit den bewährten türkischen Mitarbeitern aus Istanbul (H. Öztürk und B. Ünsal) und zweier Studierender aus Gießen (F. Weimer, D. Stephan) für die Feinarbeit an den früheisenzeitlichen Befunden und die Keramikbearbeitung sowie PD Dr. N. Eschbach als Schnittleiter für Fläche 2 eine klare Strukturierung der Aufgaben und die effiziente Fortführung der Grabungsmaßnahmen auf einen zweiten Bereich.
Die Schnittleitung für Fläche 1 Süd und Ost wurde von mir, unterstützt durch D. Stephan, übernommen. Für die Erdarbeiten standen 15 türkische Arbeiter, für das Waschen der Keramik 2 Scherbenwäscher zur Verfügung.
Beteiligung der Archäozoologie und der Hydrogeologie
Für die Bearbeitung der Tierknochen aus der sog. Grotte nahmen Dr. M. Fabis (Archäozoologie, Univ. Nitra) vom 28.8.-7.9., für eine Analyse der hydrogeologischen Situation der Akropolis Prof. Dr. Klaus Knoblich (Hydrogeologie, Univ. Gießen) vom 3.-10.9. an der Grabung teil.
Ziele der Kampagne
Wesentliche Voraussetzung für eine akkulturationsgeschichtliche Analyse der früheisenzeitlichen pamphylischen Kultur und ihrer Genese am Beispiel der Siedlung auf Akropolis von Perge ist das Verständnis der kulturellen Prägungen in ihrem historischen Wandel von der späten Bronzezeit bis in das 4. Jh.v.Chr. anhand sich verändernder materieller Hinterlassenschaften im Bereich der Architektur (Wohnhäuser, Banketträume) und der Einzelfunde (Keramik, Terrakotten) und damit verknüpfbarer Sitten und Gebräuche (Trinksitte, Kult). Ziele dieser Kampagne waren gemäß dieser übergeordneten Fragestellung
- die Fortsetzung der Freilegung und Untersuchung der früheisenzeitlichen Häuser und der mutmaßlichen Banketthäuser in Fläche 1 sowie die Gewinnung aussagekräftiger Einzelfunde (Keramik, Terrakotten)
- die abschließende Klärung von Baugeschichte und Funktion des sog. Klass. Baus 1 in Fläche 2
- die intensivierte Aufarbeitung der Keramik aus der laufenden Grabung und eine erneute Durchsicht des gesamten früheisenzeitlichen Materials seit Grabungsbeginn 1998 aufgrund inzwischen erweiterter Kenntnis der lokalen und östlichen Keramik.
Wolfram Martini