Fläche 3
Gliederung
1.3. Fläche 3
2001 war die Erweiterung der Sondage K 73 begonnen worden, um den
Kontext des als mittelbronzezeitlich (Hinweis H.G. Buchholz, Giessen)
oder früheisenzeitlich (W. Wamser-Krasnai, in : Die Akropolis von Perge
I, im Druck) eingestuften Kopfes eines Idols zu überprüfen. Nach dem
Abhub frühbyzantinischer Schuttschichten wurde unter völlig verworfenen
großen Platten einer Pflasterung der Rest eines mittigen Abwasserkanals
erreicht, der tief in archaische und frühbronzezeitliche Schichten von
geringer Mächtigkeit einschneidet. Seine Verfüllung enthielt Keramik
von der Bronzezeit bis in die frühbyzantinische Zeit und dokumentiert
das Ausmaß der Störung. Begleitet wurde die einstige Pflasterung durch
zwei parallele, einschalige Mauern aus Normquadern der klassischen Zeit
in Perge (50-52 x 120-30 cm) in NS-Richtung im Abstand von 2,30 m; von
ihnen ist westlich nur eine Lage, östlich sind noch drei Lagen
erhalten. Diese in das 5. oder 4. Jh.v.Chr. zu datierende schmale
Straße fluchtet exakt mit der allerdings breiteren klassischen Straße,
die 40 m nördlich in Fläche 1 festgestellt werden konnte.
Trotz
ihrer Zerstörung in vermutlich frühbyzantinischer Zeit hat die
Straßenpflasterung den darunter liegenden Befund, soweit er nicht durch
die Anlage dieser Straße zerstört worden war, geschützt. Bereits 30 cm
tiefer wurde ein allerdings gestörter archaischer Horizont erreicht,
der sich als Verfüllung eines in klassischer Zeit weitgehend
abgetragenen Brennofens (Abb. 9) erwies.
Abb. 9
Der birnenförmige Ofen mit einer max. Breite von 1,55 m und einer Länge von 2,20 m bis zu der von der klassischen Mauer teilweise verdeckten Brennkammer (55 cm breit) ist noch bis zu 75 cm in den an-stehenden Fels bzw. die frühbronzezeitliche Schicht eingetieft; seine 2-3 cm starken Wände aus leicht gebranntem Ton weisen bis zu fünf Ausbesserungen auf. An seiner breiten, westlichen Seite weist der Ofen eine mit Ton ummantelte Steinsäule auf, auf der vermutlich die "Lochtenne" auflag.
Zahlreiche Fragmente von ca. 10 cm dicken Plattenresten aus mäßig gebranntem Ton in der Füllung könnten zu der Tenne oder der aufgehenden Wandung gehört haben. Scherben archaischer Zeit fanden sich nur in geringem Umfang. Östlich der östlichen Quadermauer wurde eine weitere Teilfläche (F3/4: 2,50 x 2,50 m) angelegt, um den Bereich vor dem Brennloch auf datierende und funktionsgeschichtliche Hinweise zu untersuchen. Aufgrund des zweiten Wolkenbruchs mußte die Arbeit jedoch 30 cm über dem archaischen Horizont eingestellt werden; sie soll 2003 fortgesetzt werden, um Keramik zu finden, die für die Bestimmung lokaler archaischer Ware von großer Bedeutung wäre.