Gliederung
1. Einleitung
3. Geoarchäologische Untersuchungen
4. Archäobotanische Untersuchungen
6. ZusammenfassungEinleitung
Unter der Gesamtleitung der Ausgrabungen von Perge durch H.
Abbasoglu wurden im Rahmen des Akropolis-Projekts folgende Maßnahmen
durchgeführt, um einen sachlich sinnvollen Abschluß der
feldarchäologischen Arbeiten zu erreichen: In ‚Fläche 1' 1. die Öffnung
neuer Teilflächen um den Kernbereich des Heiligtums mit Bankettbau,
Aschenaltar und Bothros herum, a) östlich (1/58, 1/59 und 1/73), um die
mögliche Ausdehnung angrenzender Bebauung zu klären; b) nördlich, um
die Grundrisse der archaischen Häuser 1 und 2 zu ergänzen und den
nördlichen Abschluß bzw. weiterführende Bebauung feststellen zu können
(1/55, 1/60, 1/67 und 1/70), und c) westlich, um die bereits früher
angeschnittenen Baureste vervollständigen und zeitlich erfassen zu
können (1/52, 1/62, 1/65, 1/69, 1/72, 1/74, 1/75 und 1/76). 2: Der
Abbau stehengebliebener Profilstege, um a) ungeklärte Grundrißprobleme
einer Lösung zuzuführen (1/57, 1/61, 1/63, 1/64, 1/66, 1/68 und 1/71)
und b) die Stratigraphie durch schichtenbezogenes Graben und Bergen der
Keramik zu verfestigen (1/53, 1/54 und1/56). In ‚Fläche 3' wurden die
Arbeiten, die 2002 durch einen Wolkenbruch unterbrochen worden waren,
fortgesetzt, um den Bereich östlich des archaischen Töpferofens (3/4)
untersuchen zu können.
Um die Grabung ordnungsgemäß zu hinterlassen,
wurde begonnen die meisten Tiefsondagen auf das Niveau des 7.
Jhs.v.Chr. zu verfüllen, einzelne Mauern trocken aufzusetzen, um die
Grundrisse besser sichtbar zu machen und eine die ‚Fläche 1' umgebende
niedere Mauer aufzuführen (Abb. 1, Teilübersicht).
Abb. 1: Teilansicht der Fläche F1 von NO
Die von H. Brückner (Geoarchäologie, Universität Marburg) begonnenen Bohrungen, um östlich von Perge Hinweise auf die Lage des antiken Hafens zu erhalten, wurden vom 12. bis 28.8. fortgesetzt, durch einen Survey (17.8.) ergänzt und von weiteren Bohrungen begleitet, anhand derer D. Kelterbaum (Marburg) seine Diplomarbeit über die pamphylische Landschaft bei Perge im Holozän verfassen wird. Vom 27.8. bis 2.9. untersuchte Chr. Gerber (Ur- und Frühgeschichte, Universität Heidelberg) das chalkolithische Material der Kampagnen 1998 bis 2003; vom 31.8. bis 7.9. nahm H. Kroll (Archäobotanik, Universität Kiel) 65 organische Proben aus verschiedenen Schichten, vor allem aus dem Aschenaltar und dem Bothros, der im Rahmen des Projekts ‚Kultmahlzeiten' vollständig ausgeräumt wurde. Die durch M. Fabis (Archäozoologie, Universität Nitra) vorgesehene Analyse von Tierknochen aus dem Bothros mußte kurzfristig auf 2004 verschoben werden, da Fabis verhindert war. Am 7.9. untersuchte Y. Erdal im Rahmen seiner Arbeiten an den Menschknochen der Nekropole (Leitung: H. Abbasoglu) die 2003 in 1/57 geborgene, von Chr. Gerber als chalkolithisch erkannte Kinderbestattung.
Desweiteren haben an dieser Kampagne neben den Genannten N. Eschbach, M. Recke, U. Theisen, F. Weimer (alle Klassische Archäologie, Universität Gießen), H. Öztürk, T. Sen (beide Klassische Archäologie, Universität Istanbul) und der Unterzeichnete teilgenommen.
Wolfram Martini