Gewalt ist eine menschliche Grunderfahrung. Auch in der modernen
Gesellschaft scheint sie allgegenwärtig. Und sie wird oft von Gruppen
ausgeübt. Das reicht von jugendlichen Gewalttätern in Großstädten über
Milizen und politische Rebellen in den Krisengebieten der Welt bis zu
Terrorgruppen. In der Gemeinschaft Gleichgesinnter scheint die
Hemmschwelle zur Gewaltanwendung zu sinken.
Aber was hält solche gewalttätigen Gruppen zusammen? Wie sind gewalttätige Gruppen aufgebaut? Welche Rolle spielt die Gewalt für sie? Ist diese nur Ausdruck spontaner Gefühlsausbrüche, quasi von blinder Wut? Oder folgt sie kalter Berechnung, gibt es Regeln und Ziele, wird sie kalkuliert eingesetzt? Geht es immer nur um Macht und Beute, oder spielen auch andere Antriebskräfte eine Rolle? Diesen Fragen widmet sich die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Forschergruppe "Gewaltgemeinschaften" an der Justus-Liebig-Universität.