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"Lebenswelt – Gewaltökonomie – Herrschaftsinstrument: Was bedeutet 'Militär' in der Frühen Neuzeit?" – Konferenz in PotsdamVom 13. bis zum 15. März fand in Potsdam die internationale Konferenz "Lebenswelt – Gewaltökonomie – Herrschaftsinstrument: Was bedeutet 'Militär' in der Frühen Neuzeit?" statt. Im Rahmen der Veranstaltung moderierte Herr Prof. Dr. Horst Carl die Sektion II und Frau Daria Starčenko hielt einen Vortrag über die Kosakische Gewalt- und Beuteökonomie des 17. Jahrhunderts in der Schwarzmeerregion, der anschließend von Herrn Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg kommentiert wurde.
Workshop "Religion und Gewaltgemeinschaften"Der Workshop fand am 18. und 19. Februar 2013 im Alexander-von-Humboldt-Haus der Justus-Liebig-Unviersität Gießen in der Rathenaustraße 24A, 35394 Gießen statt. Der Zusammenhang von Religion und Gewalt wurde in den vergangenen Jahren von unterschiedlichen Disziplinen intensiv diskutiert. Gewaltgruppen wurden dagegen kaum in den Blick genommen. Im Rahmen des Workshops widmet sich die Forschergruppe der Rolle von Religion und Konfession für Gewaltgemeinschaften. Jenseits von pauschalen Etikettierungen als "religiöse Gewaltgruppen" soll dabei die Relevanz von Religion als kollektive Identitäts- und Handlungsressource diskutiert und ihr Stellenwert für das Agieren dieser Gruppen bestimmt werden. In welchen Situationen spielten Religion und Konfession tatsächlich eine Rolle für Gewaltgemeinschaften und wann waren sie eher marginal? Unter welchen Bedingungen traten sie als religiös homogene Verbände auf und was bedeutete dies für ihr Funktionieren? Wurde das Gewalthandeln in der Gruppe von religiösen Praktiken begleitet? Welche Bedeutung hatte Religion in der Sinnstiftung und (De-)Legitimation solcher Gruppen? Welche Auswirkungen konnte eine religiöse Legitimierung auf kriegerische Praktiken haben? In welchem Maße waren Gewaltgemeinschaften in Religionskriege verwickelt und traten als Ausführende von religiösen Konflikten in der Gesellschaft auf? Mit diesen und vielen weiteren Fragen befassten sich die Vorträge des Workshops "Religion und Gewaltgemeinschaften".
Programm Montag, 18. Februar 2013
Hans-Jürgen Bömelburg (Gießen) Eröffnung des Workshops und Einführung in die Thematik
Hans Gerhard Kippenberg (Bremen) Wenn religiöse Gemeinschaften in der globalisierten Welt gewalttätig werden Panel I: Wahrnehmung und Darstellung von Gewaltgemeinschaften
Dagmar Schlüter (Heidelberg) Pagane Gewaltgemeinschaften? Die Funktion von Gewalt in der Darstellung von Heiden
Cora Dietl (Gießen) "Viele Stiere umgeben mich, Büffel von Baschan umringen mich / Sie sperren gegen mich ihren Rachen auf, reißende, brüllende Löwen" (Ps 22,2,13f.) – Die Wahrnehmung anderer Religionsgemeinschaften als Gewaltgemeinschaften im Märtyrerspiel der Frühen Neuzeit
Horst Carl (Gießen) Söldner im Konfessionskrieg − Anmerkungen zur konfessionellen (Nicht-)Identität von Söldnern in der Frühen Neuzeit
Stephanie Zehnle (Kassel) Vom Berg Sinai in die afrikanische Savanne. Herkunftsmythen und Sendungsbewusstsein der Dschihadisten von Sokoto (1800–1850)
Dienstag, 19. Februar 2013 Panel II: Religiöse Homogenität und Heterogenität
Mariusz Kaczka (Gießen) Religion und soldatische Gewaltgemeinschaften in Polen-Litauen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
Andreas Helmedach (Bochum) Hass zwischen den Religionen als Antrieb für Gewalt. Beispiel westlicher Balkanraum im 17. und 18. Jahrhundert Panel III: Religion und Ordnungsvorstellungen von Gewaltgemeinschaften
Vadim Popov (Gießen) Von Räubern zu Glaubenskriegern und zurück. Die Lisowczycy auf der Suche nach einem Modus Vivendi
Alper Başer (Afyonkarahisar) Conflicting Legitimacies in the Triangle of Noghay Horde, Crimean Khanate and Ottoman Empire
Natalia Królikowska (Warschau) Controlled Violence? The Idea and Practice of Holy War in the Crimean Khanate Abschlussdiskussion und -kommentar
Hans-Jürgen Bömelburg (Gießen) Abschlussdiskussion und -kommentar
Internationaler Workshop "Söldnerlandschaften"Am 15. und 16. November 2012 fand an der Universität Bern ein internationaler Workshop mit dem Thema "Söldnerlandschaften – Frühneuzeitliche Gewaltmärkte im Vergleich (15.–18. Jh.)" statt. Im Zeitalter der
asymmetrischen Kriege hat die Solddienstproblematik eine neue Aktualität
gewonnen. Das bereits in der Antike betriebene Geschäft mit Söldnern erlebte im
Verlauf der frühen Neuzeit seine eigentliche Blüte. Grosse Söldnerheere prägten
nunmehr das Bild der Kriegsschauplätze zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert.
Die gesellschaftlichen, ökonomischen, kulturellen und herrschaftlichen
Implikationen dieses Gewaltmarkts sind infolgedessen ein wichtiges Thema für
die Geschichte der frühen Neuzeit. Der wissenschaftliche Diskurs wird dabei
allerdings stark von nationalen Narrativen dominiert. In einer vergleichenden,
transnationalen Perspektive wurde deshalb die Frage, warum sich im Verlauf der
frühen Neuzeit bestimmte geographische Räume zu erfolgreichen Absatzmärkten für
Söldner entwickelt haben, von ausgewiesenen Fachleuten erörtert und diskutiert.
Programm Donnerstag 15. November 2012
Philippe Rogger (Bern), Benjamin Hitz (Luzern), Nathalie Büsser (Zürich) Begrüßung und Einführung
Sektion I: Militärunternehmer und ihr Umfeld: Gewaltmärkte, Akteure, Netzwerke
Heinrich Lang (Bamberg) Kriegsunternehmer und kapitalisierter Krieg: Condottien, Kaufmannbankeris und Regierungen als Akteure auf Gewaltmärkten in Italien (1350–1550)
Reinhard Baumann Süddeutschland als Gewaltmarkt (ca. 1485 – ca. 1600)
Jean Steinauer (Fribourg) Fribourg face au marché européen du mercenariat
Freitag 16. November 2012 Sektion II: Söldnerhandel zwischen Ethnisierung und Globalisierung
Uwe Tresp (Potsdam) Böhmen als Söldnermarkt / "Böhmen" als Söldnertypus im späten Mittelalter
Holger Th. Gräf (Marburg) HETRINA-online – eine Datenbank zur Untersuchung des hessischen "Soldatenhandels" zur Zeit des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges
Horst Carl (Gießen) Krieger von der europäischen Peripherie: Iren, Finnen und Kroaten im Dreissigjährigen Krieg
Marian Füssel (Göttingen) Kosaken, Sepoys und Panduren. Ethnische Söldnerverbände im 18. Jahrhundert zwischen Sicherheit und Stigma
Sektion III: Anreiz und Zwang: Söldner als Migranten
Benjamin Hitz (Luzern) Eidgenössische Söldner: Wer ging eigentlich und weshalb? Annäherung an die Hauptakteure des Luzerner Solddienstes anhand von Kompanielisten und der Armenliste von 1590
Patricia Bobak (Gießen) "Des Söldners fette Beute?" Zum Wandel der Kriegsökonomie zwischen Rhein und Maas um 1600
Stefan Xenakis (Gießen) "Sye solten des handelss mussig sein und betrachten dass sye burger werent" – Loyalitätskonflikte bei oberdeutschen Söldnern des frühen 16. Jahrhunderts
Ludolf W. G. Pelizaeus (Mainz) Gewaltexport zwischen "Ausschaffung" von Straftätern, Soldatenhandel und obrigkeitlichen Interessen an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert
Michael Sikora (Münster) Zusammenfassung und Schlussdiskussion
Workshop "Materialität und Gewaltgemeinschaften"Der Workshop fand am 4. und 5. Oktober 2012 im
Gustav-Krüger-Saal im Hauptgebäude der Justus-Liebig-Universität Gießen in der
Ludwigstraße 23, 35390 Gießen statt.
Programm Donnerstag, 4. Oktober 2012
Winfried Speitkamp Einführung
Hans-Ulrich Wiemer / Guido M. Berndt Die Mittel kriegerischer Gewalt. Waffen, Ausrüstung und militärische Organisation gotischer Kriegergruppen
Niklot Krohn Zwischen Statussymbol und Schädelspalter. Das Schwert der Merowingerzeit
Mathis Prange Waffen, die nicht töten – Häuser, die nicht schützen. Gewaltpraktiken im spätmittelalterlichen England
Stephan Selzer Das spätmittelalterliche Rittertum als Gewaltgemeinschaft. Zur Verankerung von Gewaltfähigkeit in Bildern, Zeichen und Objekten
Sharon Bäcker-Wilke / Florian Grafl Die Kneipe als Gewaltort. Zur Materialität städtischer Gewalt in der Zwischenkriegszeit Freitag, 5. Oktober 2012
Stefan Xenakis Pracht und Verletzung. Wie Landsknechte ihren Körper präsentierten
Andreas Helmedach Zur Materialität der Gewalt im westlichen Balkanraum im 17. und 18. Jahrhundert
Stephanie Zehnle Fressen oder gefressen werden? Kannibalismus und Krieg im vorkolonialen Afrika
Christine Hardung / Trutz von Trotha Der Krieg hat viele Stimmen. Materiale Dimensionen von Kommunikation in Krieg und Razzia der Nama-Oorlam im südwestlichen Namibia des 19. Jahrhunderts
Susanne Kuß Materialität in den deutschen Kolonialkriegen in Afrika (1904–1908)
Michael Riekenberg Kommentar Schlussworte
International Medieval Congress "Rules to follow (or not)"Vom 9. bis 12. Juli 2012 fand an der Universität Leeds der International Medieval Congress mit dem Thema "Rules to follow (or not)" statt. Frau Prof. Dr. Dietl leitete im Rahmen der Veranstaltung die Sektion "Gewalt und Regeln/Violence and Rules". Beim International Medieval Congress 2012 wurden ausgehend von den Fragestellungen der Forschergruppe sieben Sektionen ausgerichtet, die sich mit dem Verhältnis von Gewalt und Regeln befassten, wie es in mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Literatur beschrieben und in historischen Dokumenten der Zeit bis ca. 1550 fassbar wird. Das Programm gliederte sich in die Untersektionen "Gewalt und Regeln" (Fiktionale Gewaltgemeinschaften, Gewalt gegen Traditionen) und "Regeln der Gewalt" (Räume politischer Gewalt, Rhetorik der Gewalt, heroische Gewalt, "Nachbarschaftliche" Gewalt, Performanz und Organisation des gewaltsamen Tods). Gewalt wird dabei als eine Form der nonverbalen Kommunikation verstanden, die wie jede Kommunikation auf konventionalisierten Regeln beruht. Untersucht wurden zudem literarische und rhetorische Regeln des Umgangs mit (kollektiv verübter) Gewalt. Ziel der sieben Sektionen und des geplanten Tagungsbands war es, die besonderen Grammatiken der (gemeinschaftlich verübten) Gewalt sowie der Formierung, Organisation und Auflösung von Gewaltgemeinschaften im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit zu identifizieren und ihre Abhängigkeit von Faktoren wie Zeitkontext, Region, Handlungsraum, Religion und Kultur zu bestimmen. Besondere Beachtung fand in den Untersuchungen die Literatur als Mittel, Motor, Gegenstand oder Reflexionsfläche von Gewalt ebenso wie von Regeln.
Programm Gewalt und Regeln I: Fiktionale Gewaltgemeinschaften
Sonja Feldmann The Formation and Dissolution of Violent Communities in Heinrich von Veldeke’s Eneasroman
Anna-Lena Liebermann Der Ritter im Baum – Wahnsinn als Auslöser für Gewalt am Beispiel des Rappoltsteiner Parzifal
Ann-Sophie Staiger Verkehrte Ordnung. Kaiser, Gott und Räuber – Eine Gewaltgemeinschaft im Kampf gegen die Gewalt
Gewalt und Regeln II: Gewalt gegen Traditionen
Winfried Frey Der Kampf der Reformatoren gegen die baalistischen Pfaffen in der Grafschaft Nassau-Weilburg in der Zeit des Interims
Cora Dietl Erasmus, Reuchlin und Ulrich von Hutten als anti-dogmatische Gewaltgemeinschaft im Fastnachtspiel
Aneta Bialecka Against Horse Racing: Entertainment and Violence in Late Medieval Southern Germany
Gewalt und Regeln III: Heroische Gewalt in der Östlichen und Westlichen Welt
Yuko Tagaya Which Should be Obeyed: The Imperial Law or a Lord’s Command? – A Special Japanese Conflict of Rules to Follow
Konrad Meisig Ancient Warrior Ethics and Their Transformation in Middle Indic Heroic Epics and Chronicles
Jaroslaw Wenta At the Threshold of Hell: Northern Crusaders on the Way to Satan’s Dominion
Regeln der Gewalt I: Raume politischer Gewalt
Mathis Prange Areas open to violence? – The borders of North England in the late Middle Ages
Tom Lambert Legal Rules and Feud Narratives: An Anglo-Saxon Case-Study
Katherine Hikes Terrell Forging the Past: John Hardyng and Anglo-Scottish Relations
Regeln der Gewalt II: Rhetorik der Gewalt
Marco Mora Ripped bodies, pierced heels and burned houses – manifestations of violence in Norse saga literature
Silvan Wagner "Marengewalt". Violence as a Means of Communications Used for the Dissolution of Communities of Violence
Gabriel Viehhauser Darstellung der Regeln von Gewalt und Regeln der Darstellung von Gewalt. Gewaltausbrüche im "gattungsfreien Raum" des meisterlichen Erzähllieds
Regeln der Gewalt III: "Nachbarschaftliche" Gewalt
Andreas Helmedach You know each other. Rules of Violence and Their Violation among Ottomans and Venetians
Andras F. Balogh Die Unsicherheit der Türkenbekämpfer – Gewalt, Regeln und Weltentwurfe in den deutschsprachigen Türkenflugschriften des 16. Jahrhunderts
Sergei A. Kozlov More Than Enemy: The Rules of Nomad’s Descriptions in the Byzantine Literature of the Epoch the First Pecheneg Incursions into Byzantium
Regeln der Gewalt IV: Performanz und Organisation des gewaltsamen Tods des Individuums in der Spätantike
Guido M. Berndt Murder in the Palace: Violent Eliminations of Political Opponents in Late Antiquity
Ralph Mathisen Beasts, Burning, and Beheading: Show Executions in Late Antiquity
Roland Steinacher Military Carriers and their Violent Ends in the 5th and 6th Centuries
Workshop: Generations of Violence – Age Groups, Generation Gaps and the Significance of ViolenceAm 7. Juni 2012 fand am Herder-Institut in Marburg der Workshop "Generations of Violence – Age Groups, Generation Gaps and the Significance of Violence" statt. Es handelte sich um eine Kooperation der Forschergruppe "Gewaltgemeinschaften" mit dem Centre for Historical Research and Documentation on War and Contemporary Society (Brussels), dem UCD Centre for War Studies (Dublin), dem NIOD Instituut voor Oorlogs-, Holocaust- en Genocidestudies (Amsterdam) und dem EUCOWAS network (European Cooperation on War Studies). There is no doubt that this diachronically and transculturally extending relation between "generations" on the one hand and "group violence" on the other opens new avenues for current and future research. Therefore, during the conference we tackled two general questions, namely: What common points, dependencies, and relations can be established between collective experiences, milieus, self-representations, etc. ascribed to a given generation or age group and the establishment, evolution and activities of "communities of violence"? How can this particular connection help in the development of some key-concepts, which are currently being elaborated within studies dealing with violence as a social phenomenon in general and the Gewaltgemeinschaften research group in specific?
Programm Donnerstag, 7. Juni 2012 P. Haslinger Opening
Panel I – A. Vrints
S. Reif "There was Considerable Friction between the Young Dandies [...] and the Elders [...]". Generational Conflict & Violence in 19th Century Eastern Africa
T. Libel The Greatest Generation? The Failure of IDF's Second Intifada Commanders in the Second Lebanon War
R. van Doorslaer Comment Discussion
Panel II – F. Lenger
F. Grafl Forms of Violence and Generations of Perpetrators in Barcelona during the First Half of the 20th Century
S. Dölling Generation "Volkstumskampf"
V. Petronis Fathers and Sons: Generational Aspect in Early Lithuanian Right-Wing Movement (1918–1927)
R. Gerwarth Comment Discussion
P. Haslinger Summary and General Discussion "Generations of Violence"
Freitag, 8. Juni 2012
The Herder Institute and its collections – guided tour (optional)
Vortrag "Mobile polnisch-litauische Söldnerverbände zwischen Moskau und dem Rhein: Die 'Lisowczycy' – Beutepraktiken, Selbstverständnis und Zuschreibungen einer Gewaltgemeinschaft (1606–1630)"Im Rahmen des Kolloqiums Frühe Neuzeit hat Herr Vadim Popov am 21. Mai 2012 einen Vortrag zum Thema "Mobile polnisch-litauische Söldnerverbände zwischen Moskau und dem Rhein: Die 'Lisowczycy' – Beutepraktiken, Selbstverständnis und Zuschreibungen einer Gewaltgemeinschaft (1606–1630)" gehalten. Der Vortrag begann um 18.00 Uhr. Veranstaltungsort war der Raum C 113 im Philosophikum I in der Otto-Behaghel-Straße.
Workshop: Mobile Kriegergruppen in Europa und AfrikaAm 13. und 14. April 2012 fand an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ein Workshop mit dem Thema: "Mobile Kriegertruppen in Europa und Afrika. Transkulturelle Perspektiven" statt. Der Workshop brachte Phänomene zusammen, die sonst getrennt betrachtet werden: Kriegergruppen im spätantiken Mittelmeerraum auf der einen Seite, neuzeitliche Kriegsherren und ihre Gefolgschaften in Afrika auf der anderen. Trotz der zeitlichen und räumlichen Entfernung weisen diese Phänomene typologische Gemeinsamkeiten auf: Es handelt sich um eine besondere Form jener Personenverbände, die nach dem Konzept der Forschergruppe als "Gewaltgemeinschaften" kategorisiert werden. Die für die Betrachtung ausgewählten Gruppen zeichnen sich durch ein hohes Maß an Mobilität aus, der ihre Kampfesweise, aber auch ihre Sozialverfassung prägt. Plötzliches, unerwartetes Auftauchen und Zuschlagen sichert ihren Erfolg. Die Zusammensetzungen der Gruppen sind hoher Fluktuation unterworfen, viele verschwinden ebenso rasch, wie sie aufgetaucht sind. Ihre Anführer sehen sich mit einem ständigen Konkurrenzkampf um die Loyalität ihrer Gefolgschaft konfrontiert sowie mit einem dauerhaften Bedarf an Versorgungs- und Prestigegütern, der nicht allein durch Produktion in der Gruppe selbst befriedigt werden kann. Unterschiedliche Beschaffungsstrategien, die eine stetige Mobilität der Kriegergruppen zur Voraussetzung haben (Raub- und Beutezuge, Marodieren etc.), kommen zur Anwendung. Aus der Sicht "staatlicher" oder imperialer Machte wandern sie zwischen "Zivilisation" und "Wildnis" (Barbaricum).
Programm Freitag, 13. April 2012
Hans-Ulrich Wiemer Einführung in den Workshop
Sektion I: Kriegergruppen der Spätantike und des Frühmittelalters I
Stefanie Dick Die Schlacht von Adrianopel – Mobilität, Militarisierung und Hierarchiebildung bei den Goten
Guido M. Berndt Aktionsradien gotischer Kriegergruppen
Timo Stickler Das römische Reich als Gefahr für den Zusammenhalt der hunnischen Kriegerkoalition
Samstag, 14. April 2012
Sektion II: Kriegergruppen der Spätantike und des Frühmittelalters II
Florin Curta Avar Blitzkrieg, Slavic and Bulgar Raiders, and Roman Special Ops: Mobile Warriors in the Sixth-century Balkans
David Jäger Plündern in Gallien im 6. Jahrhundert. Mobilität als konstruktiver und destruktiver Aspekt der merowingischen "Herrschaft"
Philipp von Rummel Kriegergruppen im spätantiken Nordafrika
Sektion III: Afrikanische Kriegergruppen der Neuzeit
Stephanie Zehnle Unter weißer Flagge. Mobilität und Dschihad in der Hausaregion (Westafrika), 1750–1850
Christine Hardung / Trutz von Trotha Formen vorkolonialer Kriegergruppen im südlichen Afrika: Krieg, Jagd oder Wie man von einander lernen kann
Georg Klute Nomadische Kriegsführung und die "Kultur des Krieges" bei den Tuareg
Brigitte Reinwald Kommentar zu Sektion III. Abschlussdiskussion & Fazit
"Drittes Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte" mit dem Thema: "Gewaltmenschen – Menschengewalt"Am 5. November 2011 fand im Jugend- und Kulturzentrum Mon Ami das "Dritte Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte" mit dem Thema: "Gewaltmenschen – Menschengewalt" statt. Herr Prof. Dr. Carl leitete im Rahmen der Veranstaltung die Sektion “Fremde (als) Gewaltgemeinschaften. Zur Realität und Wahrnehmung fremder Gewaltkulturen“.
Programm Samstag, 5. November 2011 Nach dem Vorbild einer Initiative der französischen Partnerstadt Blois geht es dem "Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte" darum, historische Themen im Dialog zwischen internationalen Experten und interessierten Bürgern zu erörtern. Das dritte Geschichtsfest in Weimar im November 2011 widmete sich unter dem Titel "Gewaltmenschen – Menschengewalt" einem Themenkomplex, der sich mit den vielfaltigen Facetten des Faszinosums "Gewalt" und seiner Bedeutung für die menschliche Gesellschaft auseinandersetzte. Im Rahmen von rund 20 Podiumsdiskussionen und Vorträgen, aber auch einer Filmreihe und kulturellen Abenden wurden Spannungen zwischen Freiheit und Gewalt, Schönheit und Gewalt, 'legitimer' und 'illegitimer' Gewalt ausgelotet und die Beziehung zwischen Medien und Gewalt, zwischen Sprache, Literatur und Gewalt, zwischen Gewalt und Versöhnung dargestellt und diskutiert. In einer Zeitreise durch mehrere Jahrhunderte der Gewaltgeschichte(n) erörterte das aus wissenschaftlichen Mitarbeitern/-innen der Forschergruppe zusammengesetzte Podium unter Leitung von Horst Carl Aspekte des vielschichtigen Themas "Fremdheit und Gewalt" anhand von Söldnergruppen des Dreißigjährigen Krieges, Kosaken in Osteuropa, Kriegergemeinschaften in Afrika und Straßengangs in europäischen Metropolen des 20. Jahrhunderts.
Florian Grafl Als "Al Capone" nach Spanien kam – Zur Wirkung ausländischer Gewaltakteure in Barcelona während der Zwischenkriegszeit
Sascha Reif Fremdheit als Bedrohung und das Eigene im Fremden: Ostafrika im 19. Jahrhundert
Daria Starčenko Einheimische Fremde? Polnisch-litauische Kosaken als Gewaltakteure in einem multikonfessionellen Raum (ausgehendes 16. und 17. Jahrhundert)
Patricia Bobak Gekommen um zu bleiben. Fremdheit und Gewaltverhalten frühneuzeitlicher Söldner im Spannungsfeld von Distanz und Nähe
Workshop "Fehdehandeln und Fehdegruppen im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europa"Am 26. und 27. September 2011 fand an der Justus-Liebig-Universität Gießen ein Workshop mit dem Thema: "Fehdehandeln und Fehdegruppen im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europa" statt. Die Fehdeführung im engeren Sinne gilt als besonders charakteristisch für das römisch-deutsche Reich, das nicht nur ein gewohnheitsrechtlich verankertes Rachehandeln kannte, sondern auch ein "rechtlich anerkanntes und geregeltes Verfahren zur individuellen Rechtsdurchsetzung mit Waffengewalt" (Arno Buschmann). In anderen europäischen Ländern wie etwa dem Königreich Frankreich wurde eigenmächtige Gewaltausübung bereits früher obrigkeitlich unterbunden. Doch auch dort, wo Fehde verboten war, gab es weiterhin Formen von Eigengewalt, die in ihrer Erscheinungsform und in ihrer Funktion Fehden in manchen Zügen ähnelten. Die Vorträge des Workshops fragten nach der Funktion solcher Eigengewalt, nach den Konstellationen, in denen sie zum Einsatz kam, nach den Regeln, die möglicherweise beachtet werden mussten, nach den Grenzen der Gewalt und insbesondere nach den Trägergruppen des Gewalthandelns. Die von den Vortragenden ausgewählten Beispiele erlaubten einen Vergleich von verschiedenen Regionen und Epochen.
Programm Montag, 26. September 2011
Christine Reinle Einführung
Mathis Prange Das englisch-schottische Grenzgebiet im Spätmittelalter – der 'raid' im Kontext der königlichen Politik
Andreas Klein Sozialstruktur auf einem Gewaltmarkt: Border Reiver im englisch-schottischen Grenzland im 16. Jahrhundert
Jackson Armstrong Kommentar
Peter Hesse Gewalt im englischen Spätmittelalter. Das Beispiel der Familie Percy
Jean-Philippe Juchs Kommentar
Horst Carl Fehderechtliche Wurzeln des modernen Kriegsrechts
Dienstag, 27. September 2011
Daria Starčenko Fehdeähnliche Konflikte an der polnisch-litauischen frontier: Zu Formen kollektiver Gewalt im ausgehenden 16. Jahrhundert
Istvan Tringli Mittäter oder Anstifter? Die Rolle der Helfer bei Fehdehandlungen im spätmittelalterlichen Ungarn
Andreas Helmedach Kommentar
Sascha Reif Fehde in Ostafrika? Kollektive Gewaltpraktiken in vorkolonialen Gemeinschaften
Jörg Rogge Kommentar zum Workshop
Jahrestagung der AG "Frühe Neuzeit" zum Thema "Sicherheit in der Frühen Neuzeit"Am 15. bis 17. September 2011 fand an der Philipps-Universität Marburg die Jahrestagung der AG "Frühe Neuzeit" zu dem Thema: "Sicherheit in der Frühen Neuzeit" statt. Herr Prof. Dr. Bömelburg und Herr Prof. Dr. Carl leiteten die Sektion “Sicherheit vor Gewalt – Sicherheit durch Gewalt“. Thema der Sektion, zu der neben den beiden Sektionsleitern Marian Füssel (Göttingen) und Bernd Klesmann (Paris) Vorträge beisteuerten, war das paradoxe bzw. dialektische Verhältnis von Gewalt und Sicherheit:
Programm Freitag, 16. September 2011
Horst Carl Einleitung – Landfriedenswahrung vor und durch Gewaltgemeinschaften
Hans-Jürgen Bömelburg Sicherheit ohne Landfrieden. Sicherheits- und Gewaltgemeinschaften in Polen-Litauen
Marian Füssel Die Politik der Unsicherheit. Sicherheit, Gewalt und Expansion in den britischen Kolonien im Siebenjährigen Krieg
Bernd Klesmann Sicherheit im Namen der Nation: "Garde nationale" und "Commune" in Paris, 1789–1794
Ringvorlesung "Gewaltgemeinschaften" (26. April – 5. Juli 2011)Im Sommersemester 2011 veranstaltete die Forschergruppe "Gewaltgemeinschaften" eine öffentliche Ringvorlesung. Die Teilprojektleiter stellten dabei ihre Forschung vor. Die Ringvorlesung fand immer dienstags, 18 Uhr c.t. im Biologischen Hörsaal der Justus-Liebig-Universität Gießen im Hauptgebäude, Ludwigstraße 23, statt. Beginn war am 26. April mit dem Vortrag von Prof. Dr. Hans-Ulrich Wiemer zum Thema "Vom warlord zum König in Italien - Theoderich der Große und seine Goten". Den Flyer zur Veranstaltungsreihe finden Sie bei Interesse unter dem Menüpunkt "Downloads" auf der rechten Menüseite.
Die Termine der Vorlesung im Detail:
26. April 2011 Hans-Ulrich Wiemer Vom warlord zum König in Italien – Theoderich der Große und seine Goten
3. Mai 2011 Christine Reinle / Peter Hesse Logik der Gewalt. Der Norden Englands im 15. Jahrhundert
10. Mai 2011 Cora Dietl Höfisch – heroisch – gewalttätig. Ritterliche Gewaltgemeinschaften in der mittelalterlichen Literatur
17. Mai 2011 Horst Carl Lohn der Gewalt. Söldner in der Frühen Neuzeit
24. Mai 2011 Hans-Jürgen Bömelburg Grenzen der Gewalt? Staatsbürgergesellschaften und Gewaltgemeinschaften in Polen-Litauen
7. Juni 2011 Winfried Speitkamp Die Ehre der Krieger. Gewaltgemeinschaften im vorkolonialen Ostafrika
14. Juni 2011 Markus Koller / Andreas Helmedach Räuber im Grenzland – Gewaltgemeinschaften im westlichen Balkanraum
21. Juni 2011 Friedrich Lenger / Sharon Bäcker / Florian Grafl Die Territorialität der Gewalt. Städtische Gewaltgemeinschaften in Barcelona, Berlin und Wien in der Zwischenkriegszeit
28. Juni 2011 Trutz von Trotha / Christine Hardung Gewaltgemeinschaft und Kriegergesellschaft. Zwei Formen der Ordnung von Gewalt am Beispiel des vorkolonialen Namibia
5. Juli 2011 Peter Haslinger Krieg, Systemkonsolidierung und Gewaltformen in Ostmitteleuropa 1914–1939
Workshop in FlorenzAm 30. und 31. Mai 2011 veranstaltete die Forschergruppe "Gewaltgemeinschaften" gemeinsam mit dem European University Institute den Workshop "Practices and communities of violence from the 16th to the 20th century" in Florenz. Unter der folgenden Adresse finden Sie den genauen Ablauf der Tagung und weitere Informationen: http://www.eui.eu/SeminarsAndEvents/Index.aspx?eventid=64019
Gewaltgemeinschaften in der Europäischen Zwischenkriegszeit (Internationaler Workshop)Am 26. Januar 2011 fand im Alexander-von-Humboldt-Haus, Rathenaustraße 24 A, 35394 Gießen von 14–18 Uhr der internationale Workshop "Gewaltgemeinschaften in der Europäischen Zwischenkriegszeit" statt. Der Workshop sah vor, die Projektbearbeiter in direkten Dialog mit eingeladenen Experten aus dem In- und Ausland zu bringen. Als Kommentatoren nahmen Prof. Dr. Sven Reichardt (Konstanz), Prof. Dr. Dirk Schumann (Göttingen), PD Dr. Reiner Tosstorff (Mainz) und Prof. Dr. Robert Gewarth (Dublin) teil. Im Anschluss an die Präsentationen wurde die Debatte durch die Kommentare der auswärtigen Experten eröffnet. Das Plenum diskutierte einerseits die Perspektive der Zwischenergebnisse. Daran knüpfte sich die Frage an, welche unterschiedlichen Gewaltformen die Teilprojekte konkret behandeln und wie sich gesellschaftliche Veränderungen (z. B. Arbeitslosigkeit, Weltwirtschaftskrise, Konkurrenz mit anderen Gruppierungen) auf die Struktur der Gemeinschaften und ihr Gewalthandeln auswirkten. Andererseits stand neben der physischen Gewalttätigkeit der Gruppen auch ihre Einordnung und Funktionsweise innerhalb ihres sozialen Rahmens im Fokus. So wurde diskutiert, welche Rolle politische Ideologien als Motivation für das gewalttätige Handeln der Gruppen spielten.
Programm Friedrich Lenger Begrüßung und Einführung
Florian Grafl Städtische Gewalt in Barcelona nach dem Pistolerismo
Sharon Bäcker Revierkämpfe? Kooperation und Dynamik zwischen Gewaltgemeinschaften in Berlin 1928–1933
Vytautas Petronis Société grise – an attempt of societal reconstruction of the Lithuanian profascist paramilitary organization "Iron Wolf" (late 1920s)
Kommentare von Reiner Tosstorff, Sven Reichardt, Dirk Schumann und Robert Gerwarth Diskussion
Peter Haslinger Schlusswort
Workshop "Beutepraktiken"28.–29. Oktober 2010 (Alexander-von-Humboldt-Haus, Rathenaustraße 24 A, 35394 Gießen) Im Rahmen des Workshops "Beutepraktiken" ging es um die Frage, welche Rolle Beute und Beutepraktiken epochen- und kulturübergreifend für Gewaltgemeinschaften spielten. Wie manifestiert sich Gewalt in der Gruppe oder Gewalt gegen andere? Welche Beute wird wie und von wem verteilt? Und was bedeutet dies für Zusammenhalt oder Auflösung von Gemeinschaften?
Programm Donnerstag, 28. Oktober 2010
Theoretische und methodische Perspektiven
Hans-Jürgen Bömelburg und Horst Carl Einführung
Michael Jucker Die List mit der Liste. Mittelalterliche Beuteökonomien und deren Repräsentationen als methodische Herausforderung
Cora Dietl Beute, Gabe und "Souvenir": (Raub-)Güter und ihre Wirkung auf die (fiktive) Gemeinschaft im "Herzog Ernst" (Red. B)
Christoph Krampe Beute durch Seeräuber. Rechtsfragen seit der Antike
Till Förster Beute und Gemeinsinn: Rebellen-Gouvernanz im Norden der Côte d’Ivoir
Öffentlicher Abendvortrag im Konzertsaal des Rathauses Mischa Meier Alarich – die Tragödien Roms und des Eroberers
Freitag, 29. Oktober 2010 Beutepraktiken in Kriegergemeinschaften
Guido M. Berndt Beute, Schutzgeld und Subsidien. Formen der Aneignung materieller Güter in gotischen Kriegergruppen
Stefan Xenakis Wessen Beute? Beispiele für Beuteansprüche und Beuteverteilung in Süddeutschland an der Wende zur Neuzeit
Daria Starčenko "…als sich die Kosaken ihrem beschämenden Raubdurst hingaben" – Beutepraktiken und Beuteverteilung bei polnisch-litauischen Kosaken am Beispiel der Khotin-Kampagne 1621
Beutepraktiken der Peripherie
Andreas Helmedach Beute im Alltag des Grenzraums: Dalmatien, Bosnien und die Herzegowina im 17. und 18. Jahrhundert
Stephanie Zehnle Die Macht der Dinge. Beute und Gewalt in Ostafrika im 19. Jahrhundert
Hans-Jürgen Bömelburg und Horst Carl Fazit
Conference: "Violence and Societies in East Central Europe, 17th to 20th century"October
14–16, 2010
Conference address: Lithuanian Institute of History, Kražių st. 5, LT-01108 Vilnius, Lithuania Contact person: Dr. Vytautas Petronis, Herder-Institut e.V., Gisonenweg 5-7, D-35037 Marburg/Lahn, Germany, Phone: +49 06421 184 168, Email: vytautas.petronis@herder-institut.de Die Präsentationen befassten sich unter anderem mit so unterschiedlichen Themen wie den kosakischen Militärgemeinschaften und -verbänden im frühen Polnisch-Litauischen Commonwealth und dem Antisemitismus und antijüdischen Pogromen vor und nach dem Ersten Weltkrieg, mit Gewalt im Rahmen von Bürgerkriegen und Unabhängigkeitskriegen, Unterdrückung und Gewalttätigkeit im spätsozialistischen Ostmitteleuropa und der dortigen Rolle der Todesstrafe. Die beiden keynote speeches wurden von Hans H. Bass (Universität der angewandten Wissenschaften Bremen) und Anu-Mai Koll (Södertörn University Stockholm) gehalten. Beide Vorträge erweiterten den theoretischen und räumlichen Rahmen der Konferenz: Bass vertiefte die Frage nach der Verbindung von Gewalt, Hungersnot und Wirtschaftstheorie, Koll befasste sich vergleichend mit der Entwicklung von rechtsradikalen paramilitärischen Organisationen der Zwischenkriegszeit in den baltischen Regionen.
Programme Thursday, October 14, 2010
1st Keynote Speaker: H. H. Bass Quiet violence, violent excesses. The dynamics of violence in the mid-19th century subsistence crisis in Prussia
Panel I (Chair P. Haslinger)
M. Kaczka Groups Using Force in 17th Century Polish-Lithuanian Commonwealth
V. Petronis Forms of Societal Coercion: Case of the Lithuanian Paramilitary Organisation 'Iron Wolf' (Late 1920s)
Panel II (Chair A. Lawaty)
D. Starčenko The Cossack Uprising in 1637/38. Perception and Construction of Violence in Selected Contemporary Sources
M. Chvojka Between Revolution and Stability. The Uprising in Galicia of 1846 and the Habsburg Province Moravia-Silesia
Panel III (Chair V. Petronis)
A. Miņins Manifestations of Civil War on the Territory of Latvia 1918–1920
T. Minnik Terror And Repressions During the Estonian War Of Independence 1918–1919
W. Dornik The 1918 Occupation of the Ukraine by the Central Powers
Panel IV (Chair D. Staliūnas)
T. Buchen Anti-Jewish Violence: Dynamics and Representations of the Galician "anti-Semitic Excesses" of 1889
K. Richter "Horrible Were the Avengers, but the Jews Were Horrible, too". Nationalistic Contemporaries Interpret the Pogrom of Dusetos (1905)
Friday, October 15, 2010
Panel V (Chair A. Lawaty)
E. Reder Pogroms in Poland 1918–20 und 1945/46 in Comparison
S. Žemaitytė / L. Venclauskas From Word to Act: Anti-Semitic Rhetoric Infl uence on Jews and Lithuanians Everyday Relationship in 4th Decade of 20th Century
Panel VI (Chair H. Bass)
F. Grafl Urban Violence in Barcelona in the Interwar Years
Ž. Mikailienė The Hippie Movement in Soviet Lithuania: The Tension Between Official and Unofficial Youth Culture and State Violence
2nd Keynote Speaker: A.-M. Kõll Violence in the Baltic sea region: The question of paramilitary groups 1917–1945
Panel VII (Chair TBA)
E. Gioielli The Terror at Home: Mistresses, Maids, and "Domestic" Politics in Hungary, 1919–1921
M. Becker German Judges in Occupied Poland During the Second World War
D. Brewing In the Shadow of Auschwitz: Mass Crimes Against Ethnic Poles, 1939–1945
Panel VIII (Chair V. Petronis)
V. Ivanauskas Local Intellectuals, Soviet Indoctrination and "National" Question: Participation, Escape or Resistance
P. Kolar Capital Punishment and State Sovereignty in Late Socialism
I. Paslavičiūtė Violence in Post-Stalinist Everyday Life: Case Studies of the Petitions to the Central Committee of the Lithuanian Communist Party between 1953 and 1964
Saturday, October 16, 2010
S. Zehnle The Materiality of Violence in 19th Century East Africa
G. Brumane Violence as Part of Political Agitation: the Example of Political Poster in Latvia, 1920–1934
Panel X (Chair TBA)
E. Kernbauer Violence, Memory and Narration in the Works of Deimantas Narkevičius
A. Griffante War, Self-Perception and the Nation. Some Refl ections on Personal Diaries in Lithuania During World War Closure
"Gewalt und Gewaltgemeinschaften in der Geschichte"Öffentliche Vortragsreihe im Sommersemester 2010
Die Termine der Vorlesung im Detail:
21. April 2010 Martin Zimmermann Die Konstituierung von Gewaltgemeinschaften durch mediale Repräsentation in der Antike
12. Mai 2010 Horst Brunner Gewalt und Gewaltgemeinschaften in der deutschen Literatur um 1400
19. Mai 2010 Martin Kintzinger Brigands. Gewaltformationen im französischen Spätmittelalter
26. Mai 2010 David Gaunt Tribal feuds, massacres and genocide. The cultures of inter-ethnic violence in Eastern Anatolia and Northern Mesopotamia 1850–1920
9. Juni 2010 Maurus Reinkowski Der Verlust imperialer Routine. Radikalisierung und Gewalt in spätosmanischer Zeit
16. Juni 2010 Ralf Pröve Violentia und Potestas. Formen von Gewalt in frühneuzeitlichen Lebenswelten
23. Juni 2010 Peter Imbusch Radikale Gemeinschaften, Radikalisierungsprozesse und gewaltorientierte Lebenswelten
30. Juni 2010 Robert Frost The Death of Military Culture? The Citizen Army and the Military Failure of the Polish-Lithuanian Commonwealth 1648–1717
7. Juli 2010 Elísio Macamo Tradierte Routinen im Bürgerkrieg in Mosambik
(1976–1992) |