Neuerscheinung: Sammelband "Gewaltgemeinschaften. Von der Spätantike bis ins 20. Jahrhundert"
08.04.2013
Neuerscheinung: Winfried Speitkamp (Hg.), Gewaltgemeinschaften. Von der Spätantike bis ins 20. Jahrhundert. V&R unipress, Göttingen 2013.
Warum ist Gewalt aus der Geschichte nicht wegzudenken, warum kommt es immer wieder zu Ausbrüchen von Gewalt, warum bilden sich in verschiedenen Gesellschaften Gruppen, die gemeinsam Gewalt ausüben? Geht es um Beute, um Macht oder um Ehre? Ist die Gewalt solcher Gruppen irrational oder folgt sie einer gewissen Logik? All diese Fragen stellt ein Sammelband, der soeben erschienen ist. Er behandelt Gewaltgemeinschaften in der Geschichte, von gotischen Kriegergruppen über frühneuzeitliche Söldner und afrikanische Krieger des 19. Jahrhunderts bis zu Wehrverbänden und gewalttätigen Jugendgruppen in der Zwischenkriegszeit. Der Band, herausgegeben von dem Kasseler Historiker Winfried Speitkamp, geht auf die Arbeit der Forschergruppe "Gewaltgemeinschaften" zurück, die seit 2009 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. An der Universität Gießen sind mehrere Projekte der Forschergruppe angesiedelt. Die Beiträge des neuen Bandes fragen nach Mitgliedern und Führern derartiger Gruppen, sie untersuchen die Formen und Ziele von Gewalt und sie erörtern, wie sich gewalttätige Gruppen verändern und wie sich die Gesellschaft verändert, in der sie wirken. Im Vergleich der Kontinente und Epochen zeigen sich erstaunliche Parallelen, aber auch Besonderheiten besonders deutlich. So gelingt es dem Band, die innere Logik kollektiver Gewalt zu entschlüsseln.