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Projektpräsentation

Titel

Identitätsstiftung und Repräsentation: Korporative Siegelbilder im Spätmittelalter

Institut
Philosophikum 1 Haus G, 3. Stock

Dr. Markus Späth
Telefon 0049-641-99-28284
E-Mail
Markus.Spaeth@kunst.geschichte.uni-giessen.de
Text

Für Korporationen jeglicher Art – seien es private Firmen oder öffentliche Institutionen – ist es heute selbstverständlich, ein Logo zu führen. Es dient dazu, die eigene Identität selbstvergewissernd gegenüber sich selbst, aber auch in Abgrenzung gegenüber der Umwelt in visuell-ikonische Strukturen zu übersetzen. Bei Korporationen gehen Identitätsstiftung und ihre repräsentative Medialisierung nicht erst in der Gegenwart, sondern bereits seit dem Mittelalter Hand in Hand:

Im Rahmen eines Dilthey-Fellowships der Volkswagen Stiftung widmet sich das Projekt der Vorgeschichte des modernen Corporate Designs am Beispiel des mittelalterlichen Korporationssiegels.  Siegel waren in antiker Tradition personengebundene Rechtszeichen, die mittels eingeprägter Bild Dokumente authentifizierten. Seit dem 11. Jahrhundert eigneten sich dieses im lateinischen Europa auch soziale Gruppen an.

Ein Projekt im Rahmen des Dilthey-Fellowships der VolkswagenStiftung

Das Projekt untersucht aus bildwissenschaftlicher Perspektive die wie diese ‚neuen‘ korporativen Siegel zu einem Medium identitätsstiftender Gruppenrepräsentation wurden. In Abgrenzung zu bisherigen, meist geschichtswissenschaftlichen Ansätzen werden hier nicht nur die Bildinhalte in den Blick genommen, sondern auch gefragt, wie die spezifische Materialität und Medialität des reproduktiven Beglaubigungsmittels Siegel eine für das mittelalterliche Europa ganz spezifische Bildkultur ausprägten.

Aufgrund der Gebundenheit des Siegels an Urkunden ist es wie kaum ein anderes Bildmedium dieser Epoche bis in die Gegenwart erhalten geblieben. Das Projekt macht sich den Reichtum die Dichte seiner historischen Überlieferung zu Nutzen um zu fragen, wie Veränderungen korporativer Identitätskonstruktionen mit Wandlungen der Bildlichkeit und ihrer Konventionen zusammenhängen.

Angesichts der Fülle des Materials konzentriert sich das Projekt auf Siegel aus dem Milieu englischer Klöster und Stifte sowie französischer Kommunen vom 13. bis 15. Jahrhundert, an denen sich exemplarisch die Strukturen dieser Bildkultur aufzeigen lassen.

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Orientierungshilfe_link
Adresse

Ein Projekt im Rahmen des Dilthey-Fellowships der Volkswagenstiftung
Philosophikum I, Haus G, 3. Stock
Tel.: 0049-641-99-28284

Aktuelle Informatioen
Personen

Redaktion
10.05.2011 11:05
 

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