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You are here: Home Lehre und Studium Archiv 2010 Sommersemester Osteuropäische Geschichte
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Osteuropäische Geschichte

Inhalt: Dateien zum Herunterladen (mit/ohne Kommentar) | Vorlesung | Übung | Proseminar | Hauptseminar | Oberseminar | Sprachkurs

Stand 16.07.2010

Vorlesung


  • Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg
    Polen-Litauen (1386-1795) [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Do 16-18, A 3

    Studiengänge: Gäste | nichtmodularisiert | BA | L2L5 | L3 | MA-GiZo | MA-GuK-Hf | MA-GuK-Nf

    Kommentar: Behandelt wird die politische, sozioökonomische und kulturelle Geschichte des polnisch-litauischen Reichsverbands zwischen der Personalunion (1386) und den Teilungen Polen-Litauens (1795) in vergleichender europäischer Perspektive. Auf Polen-Litauen als Vorgängerstaat berufen sich heute neben Polen und Litauen auch Weißrussland und die Ukraine. Vor dem Hintergrund eines neuen Forschungsinteresses an dem - neben dem Alten Reich - größten mitteleuropäischen Herrschaftsverband wird die Verfassungsentwicklung beschrieben und werden politische Schlüsselereignisse eingeordnet. Im Zentrum stehen folgende Fragen: 1) Kommunikation und staatliche Integration, Zentrum und Peripherie: Mit welchen Mitteln und bis zu welchem Grade gelang es auf einer kommunikativ schlecht erschlossenen Fläche von fast 1.000.000 km² dennoch eine Integration und Stabilität herbeizuführen. | 2) Multigreligiosität und Konfessionalisierung: Polen-Litauen ist einerseits von Anfang an ein multireligiöser Verband (Abweichung vom klassischen abendländischen Paradigma in Mittelalter und früher Neuzeit!), im 16. Jahhundert ein Fluchtpunkt von Glaubensflüchtlingen, andererseits kommt es auch hier zu Prozessen einer Spätkonfessionalisierung gerade im 17. und 18. Jahrhundert. Schließlich ist Polen-Litauen das unbestrittene Zentrum der europäischen Judenheit. Wie kann diese Spannung analytisch gefasst werden und was sind Forschungsfragen? | 3) Modernität und Rückständigkeit: Polen-Litauen gilt - übrigens auch in erheblichen Teilen der älteren deutschen Frühneuzeitforschung! - als terra incognita und tendenziell unterentwickelter, rückständiger Herrschaftsverband. Wie ist diese - bereits im 18. jahrhundert entstandene - Wahrnehmung mit der Modernität der monarchia mixta-Konzeptionen und avancierten Republikanismus-Konzepten zu verbinden, die zeitgleich entwickelt wurden? | 4) Nationskonstrukionen und deren Reichweite: Polen-Litauen zeichnet sich politisch und kulturell durch die Konkurenz unterschiedlicher Nationskonzepte aus: Eine polnische (Adels-)Nation stand neben einer litauischen Nation, nachweisbar ist eine frühneuzeitliche republikanische preußische Nation, deren Entwicklung im 18. Jahrhundert abbrach, sowie seit dem 17. Jahrhundert eine ruthenische (= ukrainische) Nation. Wie koexistierten diese Nationskonzepte miteinander? Kann man - wie manchmal in der Forschung geschehen - von einer Staatsbürgergesellschaft sprechen, die aktuell manchmal mit der EU parallelisiert wird?
    Literatur: Lübcke, Christian, Müller, Michael G., Jaworski, Rudolf: Eine kleine Geschichte Polens. Frankfurt a.M. 2000 (forschungsnahe Einführung) | Bömelburg, Hans-Jürgen: Frühneuzeitliche Nationen im östlichen Europa. Das polnische Geschichtsdenken und die Reichweite einer humanistischen Nationalgeschichte (1500-1700). Wiesbaden 2006. | Frost, Robert I.: The northern wars. War, state, and society in northeastern Europe, 1558-1721. Harlow ²2005. (Gesellschafts- und Militärgeschichte) | Frick, D., Rohdewald, S. (Hg.): Litauen und Ruthenien. Studien zu einer transkulturellen Kommunikationsregion (15.-18. Jahrhundert). Lithuania and Ruthenia. Studies of a Transcultural Communication Zone (15th-18th Centuries). Wiesbaden 2007 (Geschichte der östlichen Hälfte Polen-Litauens) | Niendorf, Mathias: Das Großfürstentum Litauen. Studien zur Nationsbildung in der Frühen Neuzeit (1569-1795). Wiesbaden 2006 (beste Darstellung zum Gftm. Litauen) | Hundert, Gershon D.: Jews in Poland-Lithuania in the eighteenth century. A genealogy of modernity. Berkeley, Los Angeles 2004 (beste Synthese jüdischer Geschichte) | Fiszman, S. (Hg.): Constitution and Reform in Eighteenth-Century Poland. The Constitution of 3 May 1791. Bloomington, Indianapolis 1997 (Sammelband mit wichtigen Beiträgen v.a. zum 18. Jahrhundert) | (Einzige analytische Darstellung zu den Teilungen in westlichen Sprachen)

  • Prof. Dr. Thomas Bohn
    Geschichte der Sowjetunion [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Mo 16-18, A 3

    Studiengänge: Gäste | nichtmodularisiert | BA | L2L5 | L3 | MA-GiZo | MA-GuK-Hf | MA-GuK-Nf

    Kommentar: Inspiriert durch die sog. Archivrevolution konzentrierte sich die historische Forschung nach der Auflösung der Sowjetunion zunächst ganz auf das Phänomen des Stalinismus. Zweifelsohne artete der unter Stalin unternommene Versuch, den "Sozialismus in einem Land" zu errichten, in eine Diktatur aus, die unzähligen Menschen das Leben kostete. Wie die Untersuchungen der letzten Jahre zeigen, greift das Erklärungsangebot der Totalitarismusthese zu kurz. In diesem Sinne sollen das Herrschafts- und Gesellschaftssystem der Sowjetunion aus sozialhistorischer und kulturgeschichtlicher Perspektive neu beleuchtet werden. Dabei werden die Besonderheiten des Stalinismus, der Entstalinisierung und der Perestrojka thematisiert. Als roter Faden dient die These: Die Geschichte der Sowjetunion ist die Geschichte eines Landes, das der Urbanisierung unterliegt. | Die Vorlesung schließt mit einer Klausur.
    Literatur: Die Sowjetunion. Von der Oktoberrevolution bis zu Stalins Tod. Bd. 1: Staat und Partei. Hrsg. v. Helmut Altrichter. Bd. 2: Wirtschaft und Gesellschaft. Hrsg. v. Helmut Altrichter und Heiko Haumann. München 1986-1987 (dtv dokumente). | Handbuch der Geschichte Russlands. Bd. 3: 1856-1945. Von den autokratischen Reformen zum Sowjetstaat. Hrsg. v. Gottfried Schramm. 2 Hlbbde. Stuttgart 1983-1992. Bd. 5: 1945-1991. Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion. Hrsg. v. Stefan Plaggenborg. 2 Teilbde. Stuttgart 2002-2003. | Hildermeier, Manfred: Die Sowjetunion 1917-1991. München 2001 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 31). | Plaggenborg, Stefan: Experiment Moderne. Der sowjetische Weg. Frankfurt am Main/New York 2006.

  • Prof. Dr. Markus Koller
    Südosteuropa in der Vor- und Frühmoderne [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Mo 14-16, A 3

    Studiengänge: Gäste | nichtmodularisiert | BA | L2L5 | L3 | MA-GiZo | MA-GuK-Hf | MA-GuK-Nf

    Kommentar: Die Vorlesung richtet den Blick auf die politischen und kulturellen Entwicklungen in Südosteuropa vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Diese Periode der südosteuropäischen Geschichte wird meist im Kontext der sog. Orientalischen Frage interpretiert, worunter die in dieser Zeit fast permanent andauernde Krisensituation verstanden wird, die durch die militärische Schwäche des Osmanischen Reiches und die Rivalitäten unter den europäischen Staaten heraufbeschworen worden war. Es war gleichzeitig auch der Zeitraum, in dem die in West- und Mitteleuropa entstandenen Ideen von Nation und Volk in Südosteuropa politische Wirkungsmacht erlangten, indem sie zu Nations- und Nationalstaatsbildungen führten. Vor dem Hintergrund solcher Transferprozesse werden in der Vorlesung auch die politischen und kulturellen Verflechtungen mit Westeuropa und Russland aufgezeigt werden.
    Literatur: M.S. Anderson, The Eastern Question, 1774-1923. A Study in international Relations. New York 1983.

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Übung


  • Prof. Dr. Daniel Bagi
    Die Ungarnchronik des Heinrich von Mügeln [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Do 10-12, G 333

    Studiengänge: nichtmodularisiert | AfK | BA | L2L5 | L3

    Kommentar: Die Übung hat vor, den in Mittelhochdeutsch verfasste Chronik des Heinrich von Mügeln über die Geschichte Ungarns näher kennenzulernen. | Die Übung hat zum Ziele den Lebensweg des Autors zu behandeln, seine Aufenthaltsorte (Thüringen, Prag, Visegrád) zu bearbeiten, und anhand spezifischer Textpassagen des Werkes seine künstlerische Fähigkeiten besser kennenzulernen.
    Literatur: Jörg Henning: Chronologie der Werke Heinrichs von Mügeln. Hamburger Philologische Studien, Bd. 27, Hamburg 1972. | Christof Huber: Karl IV. im Instanzensystem von Heinrichs von Mügeln " Der Meide Kranz" . Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur (103) 1981, 63-91. | Norbert Kersken: Geschichtsschreibung im Europa der " nationes" : nationalgeschichtliche Gesamtdarstellungen im Mittelalter, Münstersche Historische Forschungen Bd. 8, Köln 1995. 680-684.

  • Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg
    Baltische Geschichte: Eine europäische Region in ihren internationalen Verknüpfungen und ihren Quellen (mit Exkursion in das Archiv des Herder-Instituts Marburg) [logo datei Kommentar]
    Diese Lehrveranstaltung ist für das WS 2010/11 vorgesehen.

    Studiengänge: nichtmodularisiert | AfK | BA | L2L5 | L3

    Literatur: Ralph Tuchtenhagen, Geschichte der Baltischen Länder. München 2. Aufl. 2009. (Basislektüre) | Ralph Tuchtenhagen, Zentralstaat und Provinz im frühneuzeitlichen Nordosteuropa. Wiesbaden 2008. | Riga und der Ostseeraum. Von der Gründung 1201 bis in die frühe Neuzeit. Hg. v. Ilgvars Misans u. Horst Wernicke. Marburg 2005. | Sonja Neitmann, Von der Grafschaft Mark nach Livland: Ritterbrüder aus Westfalen im livländischen Deutschen Orden. Köln 1993. | Nordosteuropa als Geschichtsregion |Beiträge des III. Internationalen Symposiums zur Deutschen Kultur und Geschichte im Europäischen Nordosten vom 20. - 22. September 2001 in Tallinn (Estland). Hg. v. Jörg Hackmann. Helsinki 2006. | Jörg Hackmann, Ethnos oder Region? |Probleme der baltischen Historiographie im 20. Jahrhundert, in: Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung 50 (2001), S. 531-556. | Nordost-Archiv. Zeitschrift für Regionalgeschichte. N.F. Jg. 1(1992) ff. | Zigmantas Kiaupa: Geschichte des Baltikums. Tallinn 2002.
    Internet: www.vifanord.de/ (Virtuelle Fachbibliothek auch für die Baltischen Staaten)

  • Rayk Einax M. A.
    "Tauwetter" und Entstalinisierung. Die Sowjetunion 1953-1964. [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Mi 8-10, G 333a

    Studiengänge: nichtmodularisiert | AfK | BA | L2L5 | L3

    Kommentar: Die Ära Chruschtschow steht gemeinhin für das Ende des stalinistischen Terrors sowie für umwälzende politische, wirtschaftliche und soziale Reformen in der UdSSR und Osteuropa. Darüber hinaus leitete der umtriebige Partei- und Staatsführer das sogenannte "Tauwetter" in Kunst und Literatur ein. | Die Übung beleuchtet anhand ausgesuchter Quellen - vorzugsweise in gedruckter Form - die Jahre 1953 bis 1964. Die Lektüre soll Anfängern eine Einführung in das quellengestützte und vor allem quellenkritische historische Arbeiten bieten. Russischkenntnisse sind willkommen, aber kein Muss.
    Literatur: Handbuch der Geschichte Russlands. Bd. 6: Hoffmann, Peter: Einführung in Literatur, Quellen und Hilfsmittel. Stuttgart 2004. | Talbott, Strobe (Hrsg.): Chruschtschow erinnert sich. Reinbek 1971. | Die Geheimrede Chruschtschows. Berlin 1990. | Filtzer, Donald: The Khrushchev-Era. De-Stalinisation and the Limits of Reform in the USSR, 1953-1964. Basingstoke u. a. 1993. Dt.: Die Chruschtschow-Ära. Entstalinisierung und die Grenzen der Reform in der UdSSR, 1953-1964. Mainz 1995.

  • Birte Kohtz
    Revolution der Geschlechter? Gender als historische Kategorie zwischen Zarenreich und früher Sowjetunion [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Di 16-18, D 315

    Studiengänge: nichtmodularisiert | BA | L2L5 | L3

    Kommentar: "Gender history has come to stay" - diese Feststellung der Historikerin Lynn Hunt ist schon beinahe ein alter Hut, denn längst zählt die Erforschung vergangener Weiblich- und zunehmend auch Männlichkeiten zu den etablierten Unterdisziplinen der Geschichtswissenschaft. | In der Übung werden ihre verschiedenen Etappen am russländischen bzw. frühsowjetischen Beispiel erarbeitet. Diese geographische Engführung bietet sich insofern an, als die letzten Jahrzehnte des Zarenreichs nicht allein von tiefgreifenden wirtschaftlichen und gesellschaftlich-politischen Veränderungsprozessen gekennzeichnet waren, sondern ebenso von intensiven Verhandlungen über Menschenbilder und Identitäten, die schließlich in die sowjetischen Pläne zur Erschaffung des "Neuen Menschen" mündeten. Iwiefern diese Umbruchsituation sich auch auf das Mann- und Frausein auswirkte und welche Beiträge die Geschlechtergeschichte zu ihrer Erforschung leisten kann, soll in der Übung zur Diskussion stehen.
    Literatur: Rebekka Habermas, Frauen- und Geschlechtergeschichte, in: Joachim Eibach, Günther Lottes, Kompass der Geschichtswissenschaft. Ein Handbuch, Göttingen 2002, S. 231-245. | Jürgen Martschukat, Olaf Stieglitz, "Es ist ein Junge!" Einführung in die Geschichte der Männlichkeiten in der Neuzeit, Tübingen 2005.

  • Claudia Lichnofsky
    Historische Anthropologie am Beispiel des östlichen Europa [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Mi 12-14, G 333

    Studiengänge: nichtmodularisiert | BA

    Kommentar: In dieser Lehrveranstaltung werden wir uns mit dem Konzept der 'Historischen Anthropologie' vertraut machen. Dazu werden wir zunächst ergründen, was Kulturgeschichte ist und welche Bereiche dazu zu rechnen sind. | Anschließend werden wir uns damit beschäftigen, welche Methoden die Historische Anthropologie verwendet, welche Zugänge sie hat und zu welchen Themen sie arbeitet. | Diese Lehrveranstaltung baut auf der Übung "Theorien und Methoden" auf, richtet jedoch den Fokus auf die Osteuropäische Geschichte. Daher werden Fallbeispiele aus dem östlichen Europa verwendet | Prüfungsleistung ist das Halten eines Referats, wie es in der Modulbeschreibung vorgesehen ist.
    Literatur: Kaser, Karl/Gruber, Siegfried/Pichler, Robert: Historische Anthropologie im südöstlichen Europa. Eine Einführung. Wien u.a. 2003. | Winterling, Aloys (Hg.): Historische Anthropologie. Basistexte. München 2006. |

  • Dr. Anna Veronika Wendland
    Visuelle Geschichte in und über Ost(mittel)europa [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Mi 10-12, G 333a

    Studiengänge: nichtmodularisiert | BA | L2L5 | L3

    Kommentar: Bilder "bilden" historische Gegebenheiten nicht nur ab, sondern sie "machen" auch selbst Geschichte: Das ist die Grunderkenntnis einer neuen historischen Bildwissenschaft, der "Visual History". Die Visuelle Geschichte fragt nach der "Visualität von Geschichte und der Historizität des Visuellen" gleichermaßen (Gerhard Paul), d.h. sie behandelt Bilder nicht nur als Quellen für einen historischen Sachverhalt, sondern als auch als Anhaltspunkte für vergangene Praktiken des Sehens und Gestaltens. Vor allem aber werden Bildquellen in ihrer historischen Funktion wahrgenommen, beispielsweise als Propagandamittel oder als Sinnproduzent in Erinnerungskulturen. Schließlich wird in dieser Forschungsrichtung auch kritisch nach der Verwendung von Bildern bei der Präsentation von wissenschaftlichen Erkenntnissen oder bei der Musealisierung von Geschichte gefragt. | Die ost(mittel)europäische Geschichte ist voll von Bildern, die weltweit Geschichte "machten" und unser Bild der Geschichtsregion maßgeblich prägten. Das Torhaus des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, der Junge mit erhobenen Händen im Warschauer Ghetto, der Kniefall Willy Brandts, das brennende Atomkraftwerk in Tschernobyl, die tanzenden Menschen auf der Berliner Mauer: Mit diesen Ikonen der neueren und neuesten Geschichte wird sich sich die Übung ebenso beschäftigen wie mit "echten" Ikonen und ihrer Bedeutung für osteuropäische Kulturen. Weitere uns interessierende Bildquellen sind Karten , Alltagsfotos und Plakate. Daneben wird es um bestimmte Verfahrensformen mit Bildmaterial gehen, die von historischer Bedeutung sind, z.B. Bildfälschungen und Bild-/Kartenpropaganda, oder Debatten um den "falschen" Einsatz von Bildern (so im Fall der "Wehrmachtsausstellung"). | Anhand der Bildbeispiele und -kontroversen werden in der Übung methodische und theoretische Kenntnisse für den geschichtswissenschaftlichen Umgang mit Bildern vermittelt. Thematisiert wird auch die Situierung des Ansatzes im Gesamtzusammenhang historischer Theoriebildung: der lange, nicht abgeschlossene Weg der Historikerzunft von der Verachtung der Bildlichkeit über ihren illustrativen Einsatz in Texten bis zur Historischen Bildkunde und zur Visual History. | Die Übung soll Möglichkeiten eröffnen, sich auch in anderen Kontexten als dem des Seminarraums mit Bildlichkeit auseinanderzusetzen. Obligatorisch ist daher die Teilnahme an einer Exkursion ins Bildarchiv des Herder-Instituts Marburg und an ausgewählten anderen Veranstaltungen (Filmvorführungen, Ausstellungen), die noch bekanntgegeben werden.
    Literatur: Visual History. Ein Studienbuch, hrsg. v. Gerhard Paul, Göttingen 2006 (Allzweckwaffe für die Übung mit vielen interessanten Aufsätzen) | Gerhard Paul:Von der historischen Bildkunde zur Visual History. Eine Einführung, in: Visual History, S. 7-36 | Chistoph Hamann: Fluchtpunkt Birkenau. Stanislaw Muchas Foto vom Torhaus Auschwitz-Birkenau (1945), in: Visual History, S. 283-302 | Christoph Hamann: Visual History und Geschichtsdidaktik. Beiträge zur Bildkompetenz in der historisch-politischen Bildung, Phil.Diss. Technische Universität Berlin 2007, insbes. S. 9-43 (Zugang zum Volltext s.u. Internet-Links!) | Alf Lüdtke: Industriearbeit in historischen Fotografien. Zu den Chancen einer "visuellen Geschichte", in: Journal für Geschichte (1986) 3, S. 25-31 | Neue Staaten - Neue Bilder? Visuelle Kultur im Dienst staatlicher Selbstdarstellung in Zentral- und Osteuropa seit 1918, hrsg. v. Arnold Bartetzky, Marina Dmitrieva, Stefan Troebst, Köln-Weimar-Wien 2005 | Christoph Schmidt: Gemalt für die Ewigkeit. Geschichte der Ikonen in Russland, Köln 2009 | John-Paul Himka: History on Linden Boards: Last Judgement Iconography in the Carpathians, Toronto 2009
    Internet: www.herder-institut.de/startseite/sammlungen.html (Alle Infos über osteuropäische Bildmaterialien im Herder-Institut) | http://opus.kobv.de/tuberlin/volltexte/2007/1536/ []

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Proseminar


  • Prof. Dr. Daniel Bagi
    Die Ost- und Westkirche und die Christianisierung des östlichen und südöstlichen Europa vom 9.-11. Jahrhundert [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Mi 10-12, D 315

    Studiengänge: nichtmodularisiert | BA | L3

    Kommentar: Die Christianisierung Europas durch die lateinische Kirche und durch Byzanz ist einer der grundlegenden Faktoren der europäischen Geschichte. Hier entstand ein Dualismus mit kaum zu überschätzenden Folgen für die weitere Entwicklung in der östlichen Hälfte des Kontinents. Das Proseminar beabsichtigt, anhand von Quellentexten und Sekundärliteratur die Frage zu diskutieren, unter welchen Bedingungen sich die Ost- und Westmission jeweils vollzogen. Folgende Themen werden näher bearbeitet: Orient und Abendland im 8-9. Jahrhundert: Karolingische Reichsintegration und byzantinisches Oikumene-Gedanken; die ersten Missionen im östlichen Europa: Cyrill und Method, und die ersten westlichen Bekehrungsversuche. Die Bekehrung von Ungarn, Polen und Böhmen durch die Westkirche, bzw. der Anschluss der Rus’ an die byzantinische Oikumene in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts; die Bekehrung Südosteuropas. Behandelt werden auch die sprachlichen und kulturellen Folgen der Bekehrung, ihr Einfluss auf die Gesellschaftsstrukturen im östlichen und südöstlichen Europa und deren verfassungsrechtliche und kommunikative Folgen. | Lernziel: Die Studierenden sollen mit der Grundlagen der religiösen und kulturellen Gliederung vertraut gemacht werden.
    Literatur: Jerzy Kloczowski: Christianity in East Central Europe and its Relations with the West and the East. Lublin 1996 | Georg Ostrogorsky: Byzanz und die Welt der Slawen: Beiträge zur Geschichte der byzantinisch-slawischen Beziehungen. Darmstadt 1974. | Márta Font: Im Spannnungsfeld der christlichen Großmächte, Herne 2008

  • Prof. Dr. Thomas Bohn
    Stalinismus. Quellen und Forschungen [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Di 8-10, G 333a

    Studiengänge: nichtmodularisiert | BA | L2L5 | L3

    Kommentar: Mit der Bezeichnung "Stalinismus" wird das Herrschaftssystem der Sowjetunion zwischen dem Beginn der Kollektivierung der Landwirtschaft und der forcierten Industrialisierung 1928/29 sowie dem Tod Stalins 1953 umschrieben. Ausgehend von der Totalitarismustheorie wurden in der Forschung über die Sozialgeschichte und die Kulturgeschichte unterschiedliche Ansätze verfolgt, um das Problem in den Griff zu bekommen. Im Proseminar soll einerseits anhand ausgewählter Fachbücher untersucht werden, wie sich Betrachtungsweisen und Ergebnisse veränderten. Andererseits soll allen TeilnehmerInnen die Möglichkeit geboten werden, durch die Bearbeitung von Quellen einen eigenen Forschungsbeitrag zu leisten. | Zu den Prüfungsleistungen zählen die Abfassung eines Protokolls, die Besprechung eines Fachbuchs, die Beteiligung an einer Quelleninterpretation und die Vorlage einer wissenschaftlichen Hausarbeit.
    Literatur: Baberowski, Jörg: Der rote Terror. Die Geschichte des Stalinismus. München 2003. | Beyrau, Dietrich: Petrograd, 25. Oktober 1917. Die russische Revolution und der Aufstieg des Kommunismus. München 2001. | Figes, Orlando: Die Flüsterer. Leben in Stalins Russland. Berlin 2008. | Garros, Véronique/Natalija Korenewskaja/Thomas Lahusen (Hrsg.): Das wahre Leben. Tagebücher aus der Stalinzeit. Berlin 1998. | Schlögel, Karl: Terror und Traum. Moskau 1937. München 2008. | Siegelbaum, Lewis/Andrei Sokolov: Stalinism as a Way of Life. A Narrative in Documents. New Haven/London 2004.

  • Stanislava Kolková
    Mythen und Stereotypen in den bömischen Ländern und der Slovakei [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Di 10-12, D 315

    Studiengänge: nichtmodularisiert | BA | L2L5 | L3

    Kommentar: Mythen über herausragende Persönlichkeiten, bedeutende Orten oder wichtige Ereignisse in der Geschichte der einzelnen Länder üben trotz seiner Fiktivität - bedingt durch eine Entfernung von den historischen Fakten bzw. deren "Verbiegung" - einen großen Einfluss auf die Meinungs- und die kollektive Identitätsbildungen aus. Die Stereotypen spielen als verfestigte kollektive Zuschreibungen mit vorwiegend emotionalem Gehalt dabei auch eine Rolle, die allerdings nur in ihren sprachlichen bzw. bildlichen Repräsentationen zu fassen sind. Beide wurden oft als politisches Instrument genutzt. | Das Seminar befasst sich mit den Mythen und Stereotypen in der Geschichte der böhmischen Ländern und der Slowakei, angefangen mit dem Großmährischen Reich, über das Mythos-München bis zu Mythen aus der kommunistischen Zeit. | Im Rahmen des Seminars wird eine Exkursion stattfinden. | Epochen: Mittelalterliche Geschichte, Neuere Geschichte, Zeitgeschichte
    Literatur: Frank Hadler: Das Großmährische Reich. Tschechoslowakischer oder slowakischer Ur-Staat? Deutungskämpfe im 20. Jahrhundert, in: Reiche und Territorien in Ostmitteleuropa. Historische Beziehungen und politische Herrschaftslegitimation, hrsg von. Willoweit, Dietmar u.a., München 2006 (Völker, Staaten und Kulturen in Ostmitteleuropa; 2), 359-378. | Peter Moraw: Die Länder der Krone Böhmen. König Johann (1310-1346) und Kaiser Karl IV. (1346/47-1378), in: Die "Blüte" der Staaten des östlichen Europa im 14. Jahrhundert, hrsg. von Löwener, Marc, Wiesbaden 2004 (Deutsches Historisches Institut Warschau. Quellen und Studien ; 14), 143-168. | Antonín Kalous: Die Schlacht bei Mohács. Böhmische und vatikanische Quellen, in: Maria von Ungarn (1505-1558). Eine Renaissancefürstin, hrsg. von Fuchs, Martina u.a. Münster 2007 (Geschichte in der Epoche Karls V.; 8), 103-112. | Alain Soubigou: Tomás Garrigue Masaryk, Praha [u.a.] 2004. | Wendepunkte in den Beziehungen zwischen Deutschen, Tschechen und Slowaken 1848-1989, hrsg. von Brandes, Detlef u.a., Essen 2007 (Veröffentlichungen der Deutsch-Tschechischen und Deutsch-Slowakischen Historikerkommission; 14). | Mythos München = Le mythe de Munich = The myth of Munich hrsg. von Fritz Taubert, München 2002, (Schrifttenreihe: Veröffentlichungen des Collegium Carolinum ; 98). | Rudolf Neverla: Vom Aufstand 1944 in der Slowakei bis zur Vertreibung der Karpatendeutschen 1946. Deutsch-slowakische Arbeitstagung von Historikern und Zeitzeugen im Tagungszentrum des Klosters Banz = Od Povstania 1944 na Slovensku po vyhnanie karpatských Nemcov v roku 1946. Nemecko-slovenské pracovné rokovanie historikov a priamych úcastníkov v rokovacom centre Kloster Banz, (Reihe Acta Carpatho-Germanica; 13) Stuttgart [u.a.] [2004].

  • Dr. Markus Krzoska
    Deutsche, Polen und Juden in Großpolen im Laufe der Jahrhunderte [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Do 14-16, D 315

    Studiengänge: nichtmodularisiert | BA | L2L5 | L3

    Kommentar: Das heutige Großpolen, die hessische Partnerregion Wielkopolska, stellte seit dem Mittelalter eine Kontaktzone zwischen "Deutschland" und "Polen" dar. Das Zusammenleben von Deutschen, Polen und Juden war über die Jahrhunderte von einer Vielzahl positiver wie negativer Faktoren geprägt, bis es 1945 infolge der nationalsozialistischen Politik an sein Ende gelangte. | Das Proseminar dient zur überblicksartigen Einführung in die Geschichte dieser Region. Es soll auch die Möglichkeiten aufzeigen, sich in der Forschung mit einer auf deutscher Seite noch nicht allzu ausführlich behandelten Gegend auseinanderzusetzen. | Für einen qualifizierten Schein sind ein Kurzreferat und eine Hausarbeit nötig. Polnisch-Kenntnisse sind keine Voraussetzung, werden aber natürlich gerne gesehen.
    Literatur: Heyde, Jürgen, Geschichte Polens (²2008) (zur Anschaffung empfohlen) | Warschauer, Adolf, Geschichte der Provinz Posen in polnischer Zeit (1914) | Alberti, Michael, Die Verfolgung und Vernichtung der Juden im Reichsgau Wartheland 1939-1945 (2006) | Serrier, Thomas, Eine Grenzregion zwischen Deutschen und Polen: Provinz Posen, Ostmark, Wielkopolska ; 1848-1914 (2005)
    Internet: Offizielle Seite der Wojewodschaft Wielkopolska [www.wielkopolska-region.pl/index.php?lang=de&aid=top] (für einen ersten Überblick, was dieses "Großpolen" eigentlich ist…)

  • Kolja Lichy
    So fern und doch so nah? Einführung in die europäische Geschichte der Frühen Neuzeit [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Di 14-16, D 315

    Studiengänge: nichtmodularisiert | BA | L2L5 | L3

    Kommentar: Was ist die "Frühe Neuzeit" überhaupt? Was ist "Europa" in der Frühen Neuzeit? Was macht diese Epoche in den verschiedenen Regionen Europas aus? Diese Fragen sollen uns im Proseminar leiten, das gerade kein Spezialthema behandelt, sondern einen Überblick geben soll. | Nach einer einleitenden Diskussion um die Abgrenzung der Epoche werden wir dann anhand ausgewählter Problemstellungen einen chronologischen Durchgang durch die Frühe Neuzeit machen. Dabei sollen spezielle thematische und methodische Ansätze diskutiert werden wie Reformation, Konfessionalisierung, Absolutismus oder Aufklärung. Schliesslich wird auch die Frage nach den Besonderheiten der Entwicklung etwa in West und Ost zu stellen sein. Ziel des Seminars ist es, ein Grundwissen über die Gesamtepoche zu erwerben und zugleich deren Charakter zu diskutieren.
    Literatur: Luise Schorn-Schütte, Geschichte Europas in der Frühen Neuzeit. Studienhandbuch (1500-1789), Paderborn (u.a.) 2009. | Karel Vocelka, Geschichte der Neuzeit (1500-1918), Köln/Weimar/Wien 2010. | Helmuth Neuhaus (Hg.), Die Frühe Neuzeit als Epoche (HZ; Bh. N.F. 49), München 2009. | Wolfgang Schmale, Geschichte Europas, Köln/Weimar/Wien 2000.

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Hauptseminar


  • Prof. Dr. Daniel Bagi
    Zentralgewalt und Adelskommunitäten in Ungarn, Polen und Böhmen im Mittelalter, mit Exkursion [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Do 14-16, G 333

    Studiengänge: nichtmodularisiert | BA | L3 | MA-GiZo | MA-GuK-Hf | MA-GuK-Nf

    Literatur: Erik Fügedi: Kings, Bishops, Nobles and Burghers in Medieval Hungary, London 1986 | Jeno Szucs: Nation und Geschichte. Studien. Köln 1981

  • Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg
    Friedrich II. "der Große" als Herrscher und Politiker des östlichen Europa [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Mo 16-18, G 333a

    Studiengänge: nichtmodularisiert | BA | L2L5 | L3 | MA-GiZo | MA-GuK-Nf

  • Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg
    Lodz - eine multikonfessionelle und multiethnische Stadtgeschichte (mit Exkursion). [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Di 16-18, G 333

    Studiengänge: nichtmodularisiert | BA | L2L5 | L3 | MA-GiZo | MA-GuK-Hf | MA-GuK-Nf

    Kommentar: Untersucht wird die exemplarisch die Stadtgeschichte der Industriemetropole Lodz, vor dem Ersten Weltkrieg das größte Textilzentrum des östlichen Europa, zwischen 1820 und 1950 (mit Ausblicken in die Gegenwart). Lodz (1914: 600.000 Ew.) ist besonders interessant als Ort multireligiösen und multiethnischen Zusammenlebens, da die Stadt bis 1939 von deutschen Webern und Textilfabrikanten, jüdischen Handwerkern, Textilverlegern und Arbeitern sowie der polnischen Bevölkerung geprägt wurde. 1939 lebten in der Stadt ca. 350.000 Katholiken, 200.000 Juden und ca. 60.000 in der Regel protestantische Deutsche. Im Zweiten Weltkrieg wurde die jüdische Bevölkerung von den deutschen Besatzern zu einem großen Teil ermordet, nach 1945 floh die deutsche Bevölkerung bzw. wurde ausgewiesen. Jüdische Flüchtlinge kehrten zwar zurück, migrierten aber 1946/50 mehrheitlich nach Palästina, die USA und Westeuropa. | Im Zentrum des Interesses stehen Chancen und Probleme der interreligiösen und interethnischen Beziehungen: Lodz galt bereits vor dem Ersten Weltkrieg als "melting pot", desen Bevölkerung, die auch im Polnischen und Jiddischen sog. "Lodzermenschen" (S. Reymont) als transnationale Großstadtbevölkerung galten. Diskutiert wie unter diesen Bedingungen (Multiethnizität, interkonfessionelle Beziehungen und Ehen) den Nationalsozialisten die Aufspaltung der Stadtbevölkerung in "Deutsche", "Juden" und "Polen" gelang. Dabei wird aktuell das Getto Litzmannstadt intensiv beforscht (vgl. Literatur), während Darstellungen zu "Deutschen" und "Polen" fehlen. | Das Seminar ist mit einer Exkursion nach Lodz vom 08.-16. Mai 2010 verbunden. In Lodz finden gemeinsame Wokshops mit polnischen Studierenden statt (Arbeitssprachen Deutsch und Englisch). | Es steht zudem im Zusammenhang mit einem drittmittelgeförderten Projekt der Universitäten Gießen und Lodz, in dem mittelfristig polnische Quellen zu Lodz (in Lodz) und deutsche Ego-Dokumente für den Zeitraum 1933-1949 ermittelt und ediert werden sollen.
    Literatur: Hensel, Jürgen (Hg.): Polen, Juden und Deutsche in Lodz 1820-1939. Osnabrück 1999. | Pietrow-Enker, Bianka: Wirtschaftsbürger und Bürgerlichkeit im Königreich Polen: das Beispiel von Lodz, dem "Manchester des Ostens". In: Geschichte und Gesellschaft 31 (2005), 169-202 | Horwitz, Gorden J.: Ghettostadt. Lodz and the Making of a Nazi City. Cambridge 2008. | Feuchert, Sascha (Hg.): Die Chronik des Gettos Lodz, Litzmannstadt. 4 Bde. Göttingen 2007. | Lodz - die Stadt der Völkerbegegnung im Wandel der Geschichte. Hg. v. Peter Nasarski. Köln 1978 (Osteuropäische Geschichte in Bildern und Dokumenten, 1). (Selbstdarstellung der Lodzer Deutschen) | " Unser einziger Weg ist Arbeit" . Das Getto in Lódz 1940-1944. Red. Hanno Loewy u. Gerhard Schoenberner. Wien 1990. | Alberti, Michael: Die Verfolgung und Vernichtung der Juden im Reichsgau Wartheland 1939-1945, Wiesbaden 2005 | Loew, Andrea: Juden im Getto Litzmannstadt : Lebensbedingungen, Selbstwahrnehmung, Verhalten. Göttingen 2006.

  • Prof. Dr. Thomas Bohn
    Russland 1917. Vom Zerfall des Zarenreiches bis zur Machtergreifung der Bolschewiki [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Di 14-16, B 428

    Studiengänge: nichtmodularisiert | BA | L2L5 | L3 | MA-GiZo | MA-GuK-Hf | MA-GuK-Nf

    Kommentar: Die "Große Sozialistische Oktoberrevolution" wurde in der Sowjetunion als alles entscheidende Zäsur der Weltgeschichte erachtet. Mittlerweile sprechen die Historiker nur noch von einem "Oktoberumsturz" oder einem "Oktoberputsch". Zweifelsohne kam das demokratische Experiment in Russland mit dem Scheitern der Februarrevolution im Jahre 1917 zum Erliegen. Über die Ursachen für die Machtergreifung der Bolschewiki stritten sich in der Zwischenkriegszeit insbesondere die Emigranten. In der Nachkriegszeit führte die Brisanz der Frage zu einer unüberschaubaren Flut an Veröffentlichungen. Es ist an der Zeit, die Dinge wieder einmal Revue passieren zu lassen und die Memoiren der zwanziger und dreißiger Jahre mit den Archivveröffentlichungen der neunziger Jahre zu kontrastieren. | Als Prüfungsleistungen sind ein Referat und eine wissenschaftliche Hausarbeit zu erbringen. | Interessenten melden sich bitte unter Thomas.Bohn@geschichte.uni-giessen.de.
    Literatur: Altrichter, Helmut: Russland 1917. Ein Land auf der Suche nach sich selbst. Paderborn 1997. | Die russische Revolution 1917. Von der Abdankung des Zaren bis zum Staatsstreich der Bolschewiki. München 1964 (dtv dokumente). | Hildermeier, Manfred: Die Russische Revolution 1905-1921. Frankfurt am Main 1989. | Pipes, Richard: Die Russische Revolution. Bd. 1: Der Zerfall des Zarenreiches. Bd. 2: Die Macht der Bolschewiki. Bd. 3: Rußland unter dem neuen Regime. Berlin 1992-1993. | The Russian Provisional Government 1917. Documents. 3 Bde. Hrsg. v. Robert P. Browder und Alexander F. Kerensky. Stanford 1961.

  • Prof. Dr. Thomas Bohn - Prof. Dr. Thomas Daiber
    Die Nestorchronik.Geschichten und Legenden aus dem alten Russland [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Mi 8-10, D 109

    Studiengänge: nichtmodularisiert | BA | MA-GiZo | MA-GuK-Hf | MA-GuK-Nf

    Kommentar: Die älteste "russische" Chronik, die sogenannte Nestorchronik oder "Erzählung von den vergangenen Jahren", beantwortet die Frage, "woher das russische Land seinen Anfang nahm, wer in Kiev zuerst zu herrschen begann und auf welche Weise das russische Land entstanden ist". Bei der Chronik handelt es sich um eine Kompilation aus der Zeit von etwa von 1040 bis 1118, die in verschiedenen Varianten überliefert wurde. Neben stichwortartigen Eintragungen enthält sie Epen, Heiligenlegenden und Rechtsurkunden. Im interdisziplinären Hauptseminar sollen Auszüge gelesen werden, die Einblicke in kulturwissenschaftliche Zusammenhänge der frühen ostslavischen Geschichte bieten. Da neben Übersetzungen auf Originale zurückgegriffen werden soll, sind Grundkenntnisse der russischen Sprache erforderlich. | Als Prüfungsleistungen sind ein Referat und eine wissenschaftliche Hausarbeit zu erbringen. | Interessenten melden sich bitte unter Thomas.Bohn@geschichte.uni-giessen.de oder Thomas.Daiber@slavistik.uni-giessen.de.
    Literatur: Carsten Goehrke: Frühzeit des Ostslaventums. Darmstadt 1992. | Die Nestorchronik. Die altrussische Chronik, zugeschrieben dem Mönch des Kiever Höhlenklosters Nestor, in der Redaktion des Abtes Sil’vestr aus dem Jahre 1116, rekonstruiert nach den Handschriften Lavrent’evskaja, Radzivilovskaja, Akademiceskaja, Troickaja, Ipat’evskaja und Chlebnikovskaja. München 2001 (Handbuch zur Nestorchronik. Hrsg. v. Ludolf Müller. Bd. IV). | Podskalsky, Gerhard: Christentum und theologische Literatur in der Kiever Rus' (888-1237). München 1982.

  • Prof. Dr. Peter Haslinger - Anna Golebiowski
    Flucht, Vertreibung, und ethnische Säuberung im östlichen Europa 1939-1950. Historische und literarische Zeugnisse [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Mo 14-16, G 333

    Studiengänge: nichtmodularisiert | BA | L2L5 | L3 | MA-GiZo | MA-GuK-Hf | MA-GuK-Nf

  • Dr. Norbert Kersken
    Kirchenorganisation und Staatsbildung.Die Erzbistuemer im mittelalterlichen Europa. [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Mo 10-12, C 3

    Studiengänge: nichtmodularisiert | BA | L3 | MA-GiZo | MA-GuK-Hf | MA-GuK-Nf

    Kommentar: Die kirchliche Metropolitanverfassung, deren Anfänge auf spätantike Entwicklungen zurückzuführen sind, gewann in der hochmittelalterlichen Ausbauphase der lateinischen Kirche neue Bedeutung. Nach den älteren außeritalienischen und außerfranzösischen Erzbistümern Toledo und Canterbury kamen seit dem 8./9. Jh. die Erzbistümer York, Mainz, Salzburg und Hamburg, im 10./11. Jh. Magdeburg, Gnesen, Gran, Lund, in der Mitte des 13. Jh.s Riga und in der Mitte des 14. Jhs schließlich Prag und Halic-Lemberg hizu. | Diese kirchliche Großstruktur und Raumerfassung im mittelalterlichen Europa soll in ihren kirchenpolitischen Zielsetzungen und Ansprüchen verglichen und in ihrer strukturellen und personellen Bedeutung für die hochmittelalterlichen Staatsbildungsvorgänge verglichen werden. Dabei sollen auch Interferenzen des kitrchlichen und politischen Spitzenpersonals sowie die Bedeutung der kirchlichen Strukturen und des kirchlichen Peronals in politischen Krisenzeiten angesprochen werden.
    Literatur: Zur Einführung: Hans-Joachim Schmidt, Kirche, Staat, Nation. Raumgliederung der Kirche im mittelalterlichen Europa, Weimar 1999 (Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte 37.

  • Prof. Dr. Markus Koller
    Islamisierungsprozesse in Südosteuropa (15.-18. Jh.) [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Di 10-12, G 333a

    Studiengänge: nichtmodularisiert | BA | L2L5 | L3 | MA-GiZo | MA-GuK-Hf | MA-GuK-Nf

    Kommentar: Die Ausbreitung des Islam vollzog sich in Südosteuropa insbesondere vom 15. bis zum 17. Jahrhundert, als weite Teile dieser Region zum Osmanischen Reich gehörten. Nicht nur in den südosteuropäischen Nationalhistoriographien wird immer wieder die These vertreten, es habe sich dabei vor allem um eine Zwangsislamisierung der lokalen Bevölkerung gehandelt. Solche Vorstellungen entfalten bis heute gesellschaftspolitische Wirkungsmacht, indem sie erheblich zur Ausprägung eines negativen Islambildes beitragen. Das Seminar möchte zunächst die verschiedenen Faktoren, die den Islamisierungsprozessen in Südosteuropa zugrunde lagen, aufzeigen. Anschließend soll anhand ausgewählter Texte aus dem 19. und 20. Jahrhundert dargelegt werden, wie insbesondere im Zuge der Nations- und Nationalstaatsbildungsprozesse auf der Balkanhalbinsel die Islamisierung zum Gegenstand "nationaler Diskurse" wurde. Die Kenntnis südosteuropäischer Sprachen ist nicht erforderlich.
    Literatur: Anton Minkov, Conversion to Islam in the Balkans. Kisve Bahas Petitions and Ottoman Social Life, 1670-1730. Leiden 2004. | Michael Ursinus, Islamisierung, in: Edgar Hösch, Karl Nehring, Holm Sundhaussen (Hrsg.), Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Wien 2004, 306-309.

→ Inhalt   → Hauptseminar

Oberseminar


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Sprachkurs


  • Natallia Savitskaya
    Russisch für Historiker [logo datei Kommentar | logo studip StudIP]
    Do 12-14, D 209

    Studiengänge: nichtmodularisiert

    Literatur: Russisch Intensiv. Grundstufe. Harrassowitz, Wiesbaden 2006

→ Inhalt   → Sprachkurs

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16.07.2010 13:59
 

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