Wendland, Visuelle Geschichte in und über Ost(mittel)europa
Dr. Anna Veronika Wendland
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| Leitung | Dr. Anna Veronika Wendland |
| Thema | Visuelle Geschichte in und über Ost(mittel)europa |
| Veranstaltungsart | Übung |
| Epoche/Bereich | Neuere Geschichte |
| Zeit | Mi 10-12 |
| Ort | Philosophikum I Haus G Raum 333a |
| Institut | Professur | Historisches Institut, Osteuropäische Geschichte |
| Zuordnung/Modul |
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| Lernplattform | |
| Kommentar |
Bilder "bilden" historische Gegebenheiten nicht nur ab, sondern sie "machen" auch selbst Geschichte: Das ist die Grunderkenntnis einer neuen historischen Bildwissenschaft, der "Visual History". Die Visuelle Geschichte fragt nach der "Visualität von Geschichte und der Historizität des Visuellen" gleichermaßen (Gerhard Paul), d.h. sie behandelt Bilder nicht nur als Quellen für einen historischen Sachverhalt, sondern als auch als Anhaltspunkte für vergangene Praktiken des Sehens und Gestaltens. Vor allem aber werden Bildquellen in ihrer historischen Funktion wahrgenommen, beispielsweise als Propagandamittel oder als Sinnproduzent in Erinnerungskulturen. Schließlich wird in dieser Forschungsrichtung auch kritisch nach der Verwendung von Bildern bei der Präsentation von wissenschaftlichen Erkenntnissen oder bei der Musealisierung von Geschichte gefragt. Die ost(mittel)europäische Geschichte ist voll von Bildern, die weltweit Geschichte "machten" und unser Bild der Geschichtsregion maßgeblich prägten. Das Torhaus des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, der Junge mit erhobenen Händen im Warschauer Ghetto, der Kniefall Willy Brandts, das brennende Atomkraftwerk in Tschernobyl, die tanzenden Menschen auf der Berliner Mauer: Mit diesen Ikonen der neueren und neuesten Geschichte wird sich sich die Übung ebenso beschäftigen wie mit "echten" Ikonen und ihrer Bedeutung für osteuropäische Kulturen. Weitere uns interessierende Bildquellen sind Karten , Alltagsfotos und Plakate. Daneben wird es um bestimmte Verfahrensformen mit Bildmaterial gehen, die von historischer Bedeutung sind, z.B. Bildfälschungen und Bild-/Kartenpropaganda, oder Debatten um den "falschen" Einsatz von Bildern (so im Fall der "Wehrmachtsausstellung"). Anhand der Bildbeispiele und -kontroversen werden in der Übung methodische und theoretische Kenntnisse für den geschichtswissenschaftlichen Umgang mit Bildern vermittelt. Thematisiert wird auch die Situierung des Ansatzes im Gesamtzusammenhang historischer Theoriebildung: der lange, nicht abgeschlossene Weg der Historikerzunft von der Verachtung der Bildlichkeit über ihren illustrativen Einsatz in Texten bis zur Historischen Bildkunde und zur Visual History. Die Übung soll Möglichkeiten eröffnen, sich auch in anderen Kontexten als dem des Seminarraums mit Bildlichkeit auseinanderzusetzen. Obligatorisch ist daher die Teilnahme an einer Exkursion ins Bildarchiv des Herder-Instituts Marburg und an ausgewählten anderen Veranstaltungen (Filmvorführungen, Ausstellungen), die noch bekanntgegeben werden. |
| Literatur |
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| Internet-Links |
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