Bömelburg, Gewalterfahrungen und Gewaltgemeinschaften im östlichen Europa
Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg | |
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| Leitung | Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg |
| Thema | Gewalterfahrungen und Gewaltgemeinschaften im östlichen Europa |
| Veranstaltungsart | Hauptseminar |
| Epoche/Bereich | Neuere Geschichte |
| Zeit | Mo 16-18 |
| Ort | D 314 |
| Institut | Professur | Historisches Institut, Osteuropäische Geschichte |
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| Kommentar | In der europäischen frühneuzeitlichen Nationalstereotypie galten der Norden und Osten Europas als besonders "wilde" und "gewalttätige" Regionen. In den Völkerbeschreibungen und "Völkertafeln" tauchen Schweden, Polen, Russen und Ungarn als "wild" und "grausam" auf. In einem ersten Schritt sollen die kulturelle Tradierung dieser Stereotypie und die frühneuzeitlichen Aktualisierungen (Bild Ivan IV. "des Schrecklichen", Kosaken- und Hajdamakentopik, Reiseliteratur) untersucht werden. In einem zweiten Schritt geht es anhand frühneuzeitlicher Quellen darum,\f37 anhand drei ausgewählter Fallstudien reale Gewalterfahrungen und evtl. "Gewaltgemeinschaften" zu erfassen. Behandelt werden sollen die Opri\'e8ninapolitik Ivan IV., Gewalt- und Beuteverfahren bei den Kosaken und anderen Soldatenbünden sowie die Gewaltrituale bei bäuerlichen Aufständen. Zu analysieren ist, ob es im östlichen Europa ein spezifisches Nebeneinander von gewalttätigem Konfliktaustrag und ständischen Rechts- und Appellationsverfahren gab, dass als Fortdauer einer "Fehdegesellschaft" oder als eine interessengeleitete Koexistenz von Gewalt- und Rechtssystem aufgefasst werden kann. |
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