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Nationalatlas für Afghanistan entsteht

Gießener Allgemeine am 12. Dezember 2011

Tagung an derJLU

Gießen (pm). Nicht nur in Bonn findet in diesem Dezember eine Afghanistan-Konferenz statt, sondern auch in Gießen: Die Konferenz »The National Atlas of Afghanistan - Challenges in Compiling National Identity« widmet sich vom heutigen Montag bis zum 21. Dezember im Rahmen eines seit drei Jahren vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Projekts der Fertigstellung des »Nationalatlas von Afghanistan«. Nationalatlanten sind komplexe geographische Atlanten einzelner Länder, die eine Zusammenfassung und Auswertung der gegenwärtigen wissenschaftlichen Kenntnisse von der physischen, ökonomischen und politischen Geographie des betreffenden Landes enthalten. Ziel der Gießener Konferenz ist es, die afghanischen Geographen wissenschaftlich bei der Erstellung des Nationalatlas zu unterstützen.

Das interdisziplinäre deutsch-afghanische Projekt leitet Prof. Andreas Dittmann vom Institut für Geographie der Justus-Liebig-Universität, wo die Tagung auch stattfindet. JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee - zugleich künftiger Vizepräsident des DAAD - wird bei der Eröffnung heute das Grußwort sprechen.

Die Gäste kommen von der Universität Kabul und vom Afghanischen Ministerium für Geodäsie und Kartographie (Afghan Geodesy and Cartography Head Office, AGCHO), das direkt dem Präsidenten Afghanistans Hamid Karzai untersteht. Karzai hatte die Wissenschaftler in Gießen und Afghanistan auch mit der Erstellung des Nationalatlas beauftragt. Die afghanische Delegation wird angeführt von Minister Rauf Yari, Leiter des AGCHO. Als Vertreter der Kabuler Universität, mit der die JLU seit Jahren eine intensive Zusammenarbeit verbindet, begleitet Prof. Sardar Mohammad Kohistani die Delegation. Er forschte vor zwei Jahren als DAAD-Stipendiat am Institut für Geographie der JLU, wo er über »State Building« promovierte. Heute ist er Professor für Geographie an seiner Heimatuniversität.

Die Gäste nutzen ihren Besuch an der JLU auch, um sich über neue Curricula zu informieren. Am Zentrum für internationale Entwicklungs- und Umweltforschung (ZEU) wird ihnen der dort neu entwickelte Studiengang »Transition Management« vorgestellt in Englisch und Dari, der Universitäts-Landessprache in Afghanistan.

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16.12.2011 11:45
 

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