Stipendien für Nachwuchsforscher
GIESSEN (V). Drei Nachwuchswissenschaftler aus den Bereichen Chemie,
Anglistik und Geographie sind die ersten Stipendiaten des
Postdoktoranden-Programms Just´us (Junior Science and Teaching Units)
der Justus-Liebig-Universität (JLU). Mit den Stipendien unterstützt die
Hochschule exzellente junge Forscher, heißt es in einer
Pressemitteilung der JLU.
Dr. Heike Hartmann, Dr. Michael
Basseler und Dr. Zhiguo Zhang wurden ausgewählt, weil sie herausragende
Promotionen, gute Publikationen und außergewöhnliche Forschungsvorhaben
vorweisen können. In den kommenden zwei Jahren fördert die Universität
die Stipendiaten mit bis zu 70000 Euro. Während dieser Zeit sollen sie
weitgehend frei von anderen Verpflichtungen ein umfassendes
Forschungsprogramm entwickeln. Ziel ist auch, dass die
Nachwuchswissenschaftler am Ende der Förderung in der Lage sind,
beispielsweise Junior-Professuren zu erlangen. Dr. Zhiguo Zhang vom
Institut für Organische Chemie befasst sich mit einem
Forschungsvorhaben im Bereich der so genannten Organokatalyse, einem
sehr jungen Gebiet der Chemie. Dabei wird versucht, mit kleinen,
organischen Molekülen ansonsten unmögliche chemische Reaktionen zu
bewerkstelligen. Was die Natur mit Enzymen vormacht, soll mit
wesentlich geringerem Materialaufwand und Synthesearbeit durch
strategische Struktur- und Reaktionsplanung nachgemacht oder verbessert
werden. Betreut wird die Arbeit von Prof. Peter R. Schreiner.
Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts von Dr. Michael Basseler steht
die Frage, inwiefern die im anglo-amerikanischen Sprachraum entstandene
literarische Gattung der "Short Story" in besonderer Weise Lebenswissen
und -formen inszeniert, reflektiert und produziert. Den dabei
verfolgten Ansatz kann man als "lebenswissenschaftlich orientierte
Literaturwissenschaft" verstehen: Es geht darum, in Ergänzung zu, aber
auch im Dialog mit den so genannten Lebenswissenschaften zu einem
komplexen Lebensbegriff zu gelangen, der neben biologischen vor allem
auch kulturelle, mentale und soziale Dimensionen trägt (Betreuung:
Prof. Ansgar Nünning).
Dr. Heike Hartmann analysiert am Institut für Geographie
Abfluss-Situationen von Flüssen. Dabei erstellt sie mittels
verschiedener neuronaler Netztypen Abflusssimulationen für die zwei
sehr unterschiedlichen Flusseinzugsgebiete des Yangtze und des Xilin in
China. Die Ergebnisse sollen miteinander verglichen werden und so
Erkenntnisse über die Anwendbarkeit verschiedener Netztypen in
unterschiedlichen geographischen Zonen gewonnen und zu
allgemeingültigen Aussagen weiterentwickelt werden (Betreuung: Prof.
Dr. Lorenz King).
Weitere Informationen www.uni-giessen.de/cms/forschung/nawuwi/foerd/foerd_jlu/justus