Sonnenenergie als "enorme Chance" für beide Kontinente:
|
Partnerschaft: Workshop-Teilnehmer aus Gießen sowie Senegal und Namibia vor einem auf dem Vorplatz des Hauptgebäudes ausgestellten Solarspiegel. Bild: Docter
Gießener Anzeiger vom 12. Juni 2009: 2. Internationaler Workshop zur Solarenergie-Partnerschaft zwischen Europa und Afrika an der JLU - Mit Teilnehmern aus Senegal, Namibia und Kenia
GIESSEN (fod). Eine stärkere Kooperation im Bereich der Solarenergie zwischen Europa und Afrika würde für die Menschen auf beiden Kontinenten große Vorteile haben. Doch Politik und Wirtschaftsinteressen stehen dem bislang entgegen. Um Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren, treffen sich in dieser Woche in der Aula der Justus-Liebig-Universität (JLU) Wissenschaftler unterschiedlichster Forschungsgebiete zum 2. Internationalen Workshop zur SolarEnergiePartnerschaft mit Afrika (SEPA). War es im vergangenen Jahr bei der Premiere nur ein Tag, geht die Veranstaltung dieses Mal gleich über drei Tage. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Situation im Senegal. Das westafrikanische Land hat Vertreter sowohl von drei Universitäten als auch der Regierung entsandt. Weitere ausländische Teilnehmer kommen aus Namibia und Kenia. Glaubt man den Experten, sind die technischen Möglichkeiten zur Lösung des in Afrika wie Europa durch die steigende Nachfrage zunehmenden Energieproblems längst gegeben. So würde es laut Prof. Michael Düren vom II. Physikalischen Institut der JLU ausreichen, "circa eine Promille der Sahara mit Solarthermie-Anlagen zu bedecken", um ganz Europa ein Jahr lang mit Wärmenergie zu versorgen. Für Deutschland betrage die hierzu notwendige Fläche 40 mal 40 Kilometer im Quadrat, wie Dr. Frank Schüssler vom Gießener Institut für Geographie hinzufügt. Noch wesentlich mehr könnte man in Afrika von dieser Technik profitieren. "Würde nur eine von 2000 Farmen in Namibia auf einer Fläche von 50 Hektar mit Solaranlagen bestückt, ließe sich damit der gesamte Jahresbedarf für das Land erzeugen", verdeutlicht Prof. Andreas Dittmann vom Geographischen Institut. "Schlägt man aber die Errichtung von Solarkraftwerken vor, melden sich gleich viele Gegner zu Wort", berichtet Michael Düren. "Da gibt es die Befürworter der Kernenergie oder solche Leute, die finden, dass Europa autark bleiben sollte." |