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II. Physikalisches Institut

Die Arbeitsgruppen am II. Physikalischen Institut führen an auswärtigen Beschleunigeranlagen Experimente auf dem Gebiet der subatomaren Physik durch. Dieses Forschungsprogramm ist darauf ausgerichtet, die Struktur von Atomkernen und Nukleonen sowie die Dynamik von Quarks und Gluonen, den elementaren Bausteinen der Materie, aufzuklären. Gemeinsames Ziel all dieser Untersuchungen ist es, die vielen Facetten der starken Wechselwirkung über den gesamten Energiebereich von MeV bis TeV zu erforschen. Ideen, die diese Aktivitäten vorantreiben, werden zusammen mit Kollegen der Theoretischen Physik, Postdoktoranden, Doktoranden und Studenten in Giessen entwickelt, wo auch die Vorbereitung der externen Experimente, Entwicklung und Bau der dafür erforderlichen Detektoren sowie die Analyse der Daten erfolgt.
AG Brinkmann: Die Arbeitsgruppe Brinkmann ist im Bereich der experimentellen Hadronenphysik mit Schwerpunkt Detektorphysik tätig und wirkt bei den Experimenten PANDA, Crystal Barrel, BGO-OD, TAPS und HADES mit.

AG Brinkmann

  • Hadronenphysik
  • Detektorphysik
      
AG Düren: Schwerpunkt der Arbeitsgruppe ist die experimentelle Hadronen- und Elementarteilchenphysik an den Beschleunigerlabors FAIR, CERN und DESY in Darmstadt, Genf und Hamburg. Darüber hinaus gibt es ein Engagement zur Umsetzung des DESERTEC Energiekonzeptes.

AG Düren

  • Elementarteilchenphysik
  • Hadronenphysik
AG Höhne: Schwerpunkt der Arbeitsgruppe ist die Untersuchung des Phasendiagramms stark wechselwirkender Materie an der Beschleunigeranlage GSI/FAIR in Darmstadt. Dort erzeugen und untersuchen wir nukleare Materie unter extremen Bedingungen, ähnlich wie sie im Inneren von Neutronensternen existiert oder wie sie in den ersten 20-30 Millisekunden nach dem Urknall vorhanden war. Unter solchen Bedingungen gehen wir davon aus, dass die nukleare Materie in einer andere Phase vorliegt, dem sogenannten Quark-Gluon-Plasma (QGP) in dem sich Quarks und Gluonen quasifrei bewegen können.

AG Höhne

  • Schwerionenphysik
      
AG Kühn: Auf dem Gebiet der der experimentellen Schwerionen- und Hadronenphysik wird im Rahmen internationaler Kollaborationen mit den folgenden Detektorsystemen Forschung betrieben:

AG Kühn

  • Hadronenphysik
AG Scheidenberger: Die IONAS-Gruppe untersucht die Struktur und Eigenschaften exotischer (kurzlebiger) Kerne weit weg vom Tal der Stabilität. Diese Kerne werden in der Natur während der Brennphase von Sternen in Kernfusionsprozessen oder bei einer Supernova-Explosion erzeugt. Im Labor werden solche Kerne an großen Beschleunigeranlagen hergestellt, wie zum Beispiel am Fragmentseparator bei GSI in Darmstadt oder bei TITAN am TRIUMF in Vancouver. Darüber hinaus beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit instrumentellen Entwicklungen und Anwendungen in der analytischen Massenspektrometrie.

AG Scheidenberger

  • Analytische Massenspektrometrie
  • Kernphysik
  • Nukleare Astrophysik
      

Kernreaktionen

Reaktionen zwischen Atomkernen werden von der Arbeitsgruppe Höhne untersucht, um die Eigenschaften stark verdichteter und hoch erhitzter Kernmaterie zu verstehen, die kurzfristig in diesen Kollisionen entsteht. Ähnliche Materiezustände hat das Universum kurz nach dem Urknall durchlaufen und werden im Innern von Neutronensternen vermutet. Hauptziel der Untersuchungen ist es, das Phasendiagramm stark wechselwirkender Materie über einen großen Parameterbereich zu studieren. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Untersuchung komprimierter Kernmaterie bei verschiedenen Dichten aber moderaten Temperaturen, wie sie in Experimenten an der GSI Darmstadt erzeugt wird.

Kernstruktur und nukleare Astrophysik

Die Struktur von Atomkernen weit ausserhalb des Stabilitätstals steht im Vordergrund der von der Arbeitsgruppe Scheidenberger und der Helmholtz-Nachwuchsgruppe Dillmann an der GSI Darmstadt duchgeführten Experimente. Spezielle Verfahren sind entwickelt worden, um die Masse und Lebensdauer von Atomkernen mit aussergewöhnlichen Neutron-zu-Proton-Verhältnissen zu messen. Ergebnisse dieser Messungen sind von Bedeutung sowohl für ein besseres Verständnis der Struktur exotischer Kerne wie für die Elementsynthese im Universum. Diese Arbeitsgruppen schlagen daher die Brücke zwischen der Kernstrukturphysik und der nuklearen Astrophysik.

Struktur des Nukleons

Die Struktur von Nukleonen wird gleich von drei Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Methoden untersucht. Die Arbeitsgruppe Brinkmann führt spektroskopische Messungen des Anregungsspektrums des Nukleons in photonuklearen Reaktionen an den Elektronenbeschleunigern MAMi (Mainz) und ELSA (Bonn) durch, um so Aussagen über die Kräfte zwischen den Konstituenten des Nukleons zu gewinnen. Weiterhin untersucht die Arbeitsgruppe, wie sich die Eigenschaften von Hadronen in stark wechselwirkender Materie verändern. Die Arbeitsgruppe Düren studiert die Verteilung der Impulse und Spins der Partonen im Nukleon aufgrund von Elektronenstreuexperimenten am HERA Beschleuniger (DESY, Hamburg).  Die Arbeitsgruppe Kühn führt Experimente zur Produktion schwerer Mesonen am Elektron-Positron Collider (BESIII) in Peking durch. Informationen über das Anregungsspektrum von Nukleonen ergeben sich aus den Zerfällen der produzierten Mesonen.

Teilchenphysik

Die Experimente der Gruppe Kühn/Lange an BESIII geben auch Aufschluss über Symmetrien der fundamentalen Wechselwirkungen, ebenso wie Experimente am BELLE-Detektor in Japan, an denen die Arbeitsgruppe ebenfalls beteiligt ist.

Die Suche nach neuen Teilchen und nach Physik jenseits des Standardmodells der Teilchenphysik ist zentrales Thema der Arbeitsgruppe Düren/Stenzel, die an den Experimenten der ATLAS Kollaboration am Large Hadron Collider (CERN, Genf) mitarbeitet.

Zukünftige Experimente: FAIR

Alle Arbeitsgruppen des Instituts sind an der Vorbereitung von Experimenten an der International Facility for Antiproton and Ion Research (FAIR) in Darmstadt beteiligt, an der mit Antiprotonen und Schwerionenstrahlen offene Fragen auf dem Gebiet der Kern- und nuklearen Astrophysik, der Physik verdichteter und erhitzter Kernmaterie, der Hadronenphysik und der Plasma- und Atomphysik angegangen werden sollen. Die Gruppe Geissel/Scheidenberger ist verantwortlich für den supraleitenden Fragmentseparator, das zentrale Gerät der NUSTAR-Kollaboration zur Herstellung und Charakterisierung exotischer Kernstrahlen. Die Gruppe Novotny/Brinkmann ist zuständig für das elektromagnetische Kalorimeter des PANDA Detektors, mit dem ein breites Spektrum offener Fragen der Hadronenphysik bearbeitet werden soll. Die Gruppe Lange/Kühn ist verantwortlich für die Frontendelektronik und Datenselektion beim PANDA Detektor und die Gruppe Düren entwickelt zur Verbesserung der Teilchenidentifikation im PANDA Detektor einen völlig neuartigen scheibenförmigen Cherenkov Detektor (DIRC). Die Gruppe Höhne arbeitet ebenfalls an einem Cherenkov Detektor für die Teilchenidentifkation im CBM Detektor an FAIR.

Interdisziplinäre Aktivitäten

Miglieder des Instituts sind aktiv an verschiedenen interdisziplinären Aktivitäten an der Justus-Liebig Universität beteiligt, so die Arbeitsgruppe Plass/Scheidenberger im AMBIPROBE Projekt, bei dem im Institut entwickelte Methoden der Massenspektroskopie in den Lebenswissenschaften eingesetzt werden, und ebenso die Arbeitsgruppe Düren, die federführend in der SEPA Initiative engagiert ist, die alle Aspekte der solar-thermischen Energie für Europa aus den Wüsten Afrikas untersucht.

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Kontakt

Telefonliste des Instituts

Anschrift:

Justus-Liebig-Universität Gießen
II. Physikalisches Institut
Heinrich-Buff-Ring 16
D 35392 Gießen

Wegbeschreibung

Geschäftsführender Direktor:
Prof. Dr. Kai-Thomas Brinkmann

Sekretariat:
Anita Rühl
Tel: +49-(0)641-99-33261
Fax: +49-(0)641-99-33209
Email

Redaktion
25.07.2012 09:12
 

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