Photolumineszenz (PL)
Grundlagen der Photolumineszenz
Die Lumineszenz eines Festkörpers, speziell eines Isolators
oder Halbleiters, kann sehr viele und detaillierte Informationen über
strahlende Rekombinationen, Störstellen sowie Quantenausbeuten liefern. Um die
Lumineszenz detektieren zu können, ist zunächst eine Anregung der Probe nötig.
Im Falle einer Halbleiterprobe ist die Überbandanregung der meist genutzte
Effekt, da die hierbei entstehenden Elektron-Loch-Paare über viele verschiedene
Rekombinationskanäle rekombinieren. Die dabei entstehenden Photonen werden nach
der Wellenlänge bzw. der Energie detektiert. Um Elektron-Loch-Paare im
Halbleiter durch Einstrahlen von Licht erzeugen zu können, müssen die
eingestrahlten Photonen eine Energie haben, welche größer als die Bandlücke des
Halbleiters ist.
Die so erzeugten Elektronen (Löcher) relaxieren durch Stöße mit den
Gitteratomen nichtstrahlend zur Leitungsbandkante (Valenzbandkante). Von dort
rekombinieren sie nach einer typischen Lebensdauer, welche in der Größenordung
von 10 -9 bis 10-6 Sekunden liegt. Bei diesem Prozess
wird die freiwerdende Energie ganz oder teilweise als Lichtquant emittiert. Die
verschiedenen möglichen Rekombinationsmechanismen sind in der folgenden
Abbildung schematisch dargestellt.

Im einzelnen sind dies:
- Die Rekombination eines freien Exzitons (X).
- Die Rekombination eines störstellengebundenen Exzitons, mit folgenden möglichen Störstellen:
- neutrale Donatoren (D0,X). Man spricht in diesem Fall von donatorgebundenen Exzitonen.
- neutrale Akzeptoren (A0,X). Man spricht in diesem Fall von akzeptorgebundenen Exzitonen.
- einfach geladene Donatoren (D+,X)
- einfach geladene Akzeptoren (A-,X)
- neutrale oder geladene Fehlstellen oder Versetzungen
- größere neutrale oder geladene Komplexe.
- Die Rekombination des Elektrons eines neutralen Donators mit einem Loch des Leitungsbandes, ein sog. Donator-Band-Übergang (D0,h).
- Die Rekombination eines Leitungsbandelektrons mit dem Loch eines neutralen Akzeptors, ein sog. Band-Akzeptor-Übergang (e,A0).
- Die Rekombination des Elektrons eines neutralen Donators mit dem Loch eines neutralen Akzeptors, eine sog. Donator-Akzeptor-Paarrekombination, kurz DAP, (D0,A0).
Die im I. Physikalischen Institut eingesetzte Versuchsapparatur besteht im Wesentlichen aus einem Helium-Cadmium-Laser (HeCd), welcher als Anregungslichtquelle dient, einem Heliumbad-Kryostaten, in welchem die zu untersuchenden Proben auf bis zu 1,5 K herunter gekühlt werden können, sowie einem Monochromator mit angeschlossenem Photomultiplier.

Der HeCd-Laser liefert eine Wellenlänge von 325 nm (3,8 eV). Alternativ stehen noch ein Neodym-dotierter Yttrium-Aluminium-Granat- Festkörperlaser (Nd:YAG) mit Wellenlängen von 266 nm und 532 nm (4,6 eV und 2,3 eV) und ein Argon-Ionen-Laser (Ar+-Laser) mit einem Wellenlängenbereich von 457-529 nm (2,7 eV-2,3 eV) zur Verfügung. Dementsprechend können Halbleitermaterialien mit großer Bandlücke untersucht werden.