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Limnologie
Limnologie ist die Wissenschaft von den Binnengewässern, deren Struktur, Stoff- und Energiehaushalt sie untersucht. Sie ist somit das Teilgebiet der Ökologie, das Seen, Fließgewässer und das Grundwasser erforscht. Aus diesem Spektrum wird in der Arbeitsgruppe hauptsächlich die Bedeutung der Mikroorganismen im Stoff- und Energiefluss von Bächen und Flüssen, daneben auch im Grundwasser, untersucht. Bakterien und andere Mikroorganismen sind nicht nur die wichtigsten Destruenten in diesen Ökosystemen sondern nehmen auch eine bedeutende Rolle als Nahrungsgrundlage höherer Organismen ein.
Forschungsschwerpunkte
- Struktur
der Bakteriengemeinschaften. Moderne Methoden der Molekularbiologie können
seit einigen Jahren auch für die Erfassung der Zusammensetzung von
Bakteriengemeinschaften eingesetzt werden. Hauptsächlich genutzte
Verfahren sind die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH/CARD-FISH)),
die Temperatur- und die degenerierende Gradienten-Gelelektrophorese
(TGGE/DGGE) und die Sequenzanalyse.
- Funktion
der Bakteriengemeinschaften. Für die Funktionsanalyse wird neben der bakteriellen Biomasseproduktion über die
Aufnahme radioaktiv markierten Leucin vorwiegend der Abbau
makromolekularer organischer Stoffe durch extrazelluläre mikrobielle
Enzyme mit Hilfe fluorigener Modellsubstrate untersucht. In Gewässern
besteht die organische Substanz nämlich weit überwiegend aus
Makromolekülen, die der direkten Aufnahme in mikrobielle Zellen nicht
zugänglich sind. Sie müssen zunächst durch extrazelluläre Enzyme in
kleinere Einheiten gespalten werden.
Aktuelle
Themen
- Austrocknende
Bäche. Die zunehmende Austrocknung von Gewässer-Oberläufen als Folge von
Klimaänderung und intensivierter Wasserentnahme wird auch in Mitteleuropa
beobachtet. Die Folgen für die Mikroorganismen-Gemeinschaften und für das
Gewässerökosystem insgesamt werden seit mehreren Jahren intensiv
untersucht.
- Grundwasser-Ökosysteme
weisen wegen ihrer Abhängigkeit von organischen Stoffen der Erdoberfläche
ein besonderes Nahrungsgefüge auf, in dem heterotrophe Mikroorganismen
dominieren. Trotz ihrer großen Bedeutung als Trinkwasserreservoir ist über
Grundwasser-Ökosysteme wenig bekannt, in der Forschung der Gruppe werden
sie jedoch traditionell mit berücksichtigt.
- Eichhornia. Für die
Versorgung der schwimmenden hochproduktiven Eichhornia-Pflanzen in nährstoffarmen tropischen Gewässern
Kolumbiens ist die Remineralisierungsaktivität der Mikroorganismen in
ihren Wurzelsystemen offenbar sehr bedeutsam. Diese Prozesse werden in
Kooperation mit der Universidad de Antioquia in Medellín untersucht.
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03.02.2011 16:58
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