Deutsch-Israelische Forschungskooperation
20.01.2012Soeben erreichte Prof. Dr. Peter R. Schreiner, Institut für Organische Chemie der Justus-Liebig-Universität Gießen) ein Schreiben der DFG, dass ihm federführend mit einem israelischen Kollegen (Prof. Dr. Ilan Marek, Israel Institute of Technology, Technion, Haifa) eine DIP-Forschergruppe unter der Ägide der DFG (und finanzieller Ausstattung durch das BMBF) in Höhe von rund 1,65 Mio€ über fünf Jahre (Evaluation nach drei Jahren) genehmigt wurde. Das DIP-Programm richtet sich in erster Linie an interdisziplinäre Wissenschaftlerteams, die gemeinsam in innovativen Bereichen zusammenarbeiten. Bisher hat das BMBF 45 Projekte aus den Natur- und Lebenswissenschaften und zunehmend auch aus den Sozialwissenschaften gefördert. Die Evaluation von 2004 bezeichnet das Programm als Flaggschiff der deutsch-israelischen Wissenschaftskooperation, bescheinigt Spitzenforschung und hohes Renommee. Pro Jahr werden drei bis vier Projekte ausgewählt.
Das hier geförderte Projekt richtet sich auf die Darstellung multifunktionaler Zwischenstufen, die bisher nur wenig Beachtung finden, aber schneller als bisher zu molekularer Komplexität führen sollen. Zunächst gilt es, Methoden zu entwickeln, die die Darstellung und Charakterisierung solch multifunktionaler Zwischenstufen ermöglichen, so daß diese gezielt in der chemischen Synthese eingesetzt werden können. Dabei kommt eine Kombination aus organisch-chemischer Synthese, Spektroskopie, Matrixisolationstechnik und computational chemistry zum Einsatz. Das Projektteam besteht aus drei weiteren, hochrenommierten Wissenschaftlern: Prof. Dr. Paul Knochel (LMU München), Prof. Dr. Yitzhak Apeloig (Technion, President des Technion 2001–2009) und Prof. Dr. Mark Gandelman (Technion).
Prof. Schreiner pflegt seit 1986 enge Beziehungen zu Israel und ist seit 2009 Ehrenmitlied auf Lebenszeit der Israel Chemical Society. Den März diesen Jahres wird er als Schulich-Gastprofessor am Technion verbringen, um obiges Projekt, aber auch die Zusammenarbeit mit israelischen Wissenschaftlern weiter zu vertiefen.