Doktorandin
Tierverhaltenstherapie
Klinikum Veterinärmedizin
Justus-Liebig-Universität Gießen
Frankfurter Straße 104, 35392 Gießen
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Projekt
Untersuchung zum Einfluss taktiler
Mensch-Hund-Interaktionen auf Physiologie und Verhalten von Hunden
Menschen
leben mit Hunden in unterschiedlich enger Bindung zusammen. Unabhängig von der
individuellen Mensch-Hund-Beziehung sollte jeder Kontakt mit Hunden angenehm,
neutral oder zumindestens ohne negative Konsequenzen für Menschen sein. Unter
welchen Voraussetzungen dieses gewährleistet werden kann, ist allerdings noch
nicht für alle Bereiche der Mensch-Hund-Interaktionen hinreichend geklärt.
Menschen
zeigen ihre Zuneigung gerne über das Aufnehmen von Körperkontakt – in der
Interaktion mit Hunden durch Streicheln oder Umarmen. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass das Streicheln von Hunden
positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden hat.
Beim Menschen sinken der Blutdruck und die Herzfrequenz, und die Immunabwehr verbessert
sich. Die meisten Menschen nehmen an, dass Hunde es mögen, gestreichelt
zu werden. Die Reaktion einiger Hunde unterstützt diese Annahme. Allerdings versuchen manche Hunde auch dem
gestreichelt werden, aktiv auszuweichen Bei
einigen Hunden hat vor allem eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit einen
Einfluss auf die Art der Reaktion, andere zeigen Unbehagen bei allen engen
Interaktionen mit Menschen oder nur, wenn bestimmte Körperteile berührt werden.
So scheinen die meisten Hunde eine Abneigung gegenüber Berührungen der
Pfoten oder Hinterbeine und dem Tätscheln des Kopfes zu haben.
Sind Hunde emotionalen oder
motivationalen Konfliktsituationen ausgesetzt, reagieren sie mit
unterschiedlichen Verhaltensweisen um weitere Gefahren von sich abzuwenden und
ihre eigene Integrität aufrecht zu erhalten. Diese Verhaltensweisen umfassen
stress-, konflikt- bzw. frustrationsanzeigendes Verhalten oder Flucht-/Meideverhalten
bzw. defensives Angriffsverhalten. Konflikt- und frustrationsanzeigende Verhaltensweisen,
wie Übersprunghandlungen und umorientiertes Verhalten, sind
Verhaltensausprägungen, die gezeigt werden, wenn das eigentlich motivierte
Verhalten in seiner Ausführung (z.B. bei körperlicher Einengung) verhindert
wird. Viele Hunde entwickeln dabei im Laufe ihres Lebens eine individuelle
Strategie, um mit emotionalen Konfliktsituationen umzugehen. Um Aussagen über
die emotionale Belastung, welche Tiere während einer Konfliktsituation
eventuell erleben, treffen zu können, haben sich die Erhebung von konflikt- und
frustrationsanzeigenden Verhaltensweisen sowie die Messung der Parameter der
Herzaktivität (Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität) als nicht-invasive
Methoden bewährt.