Zusammenfassung
Die drei Universitäten Gießen, Dresden und Heidelberg arbeiten gemeinsam im SFB/TRR 79 mit dem Titel „Werkstoffe für die Hartgeweberegeneration im systemisch erkrankten Knochen“. Beteiligt sind außerdem das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg, die Leibniz-Institute für Festkörper- und Werkstoffforschung und für Polymerforschung in Dresden sowie das Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden. Die Federführung liegt bei der JLU (Sprecher: Prof. Dr. Dr. Reinhard Schnettler, Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie der JLU).
Ziel dieses interdisziplinären Forschungsverbundes ist es, neue Knochenersatzmaterialien und Implantatwerkstoffe für den systemisch erkrankten Knochen zu entwickeln, zu untersuchen und zu testen. Im Mittelpunkt stehen zwei Erkrankungen, die jeweils ein deutlich erhöhtes Knochenbruchrisiko mit sich bringen: Osteoporose, eine weit verbreitete und vor allem im Alter auftretende Knochendegeneration sowie die bösartige Tumorerkrankung Multiples Myelom, die zu lokal umgrenzter Zerstörung des Knochengewebes führt.
Der modernen Unfallchirurgie und Orthopädie stehen zwar eine Vielzahl an Knochenersatzmaterialien wie auch dauerhaften Implantaten zu Verfügung; diese sind jedoch nicht an die spezifischen Bedingungen von systemischen Krankheitsbildern angepasst, die generell zu einer deutlichen Verschlechterung der Knochenfraktur- und -defektheilung führen. Aufgabe des Forschungsverbundes wird es deshalb sein, neuartige Lösungen für solche Formen von Knochendefekten zu entwickeln und in geeigneten Zellkultur- und Tiermodellen zu untersuchen. Am Ende des auf insgesamt zwölf Jahre angelegten Vorhabens sollen die Ergebnisse dann in die klinische Anwendung übertragen werden.
Aufgrund der Komplexität der Fragestellung kann dies nur in einem interdisziplinären Ansatz eines synergistisch wirkenden Forschungsverbundes von kritischer Masse (Transregio) bei gleichzeitiger Schwerpunktbildung erfolgreich und nachhaltig untersucht werden. Der Schwerpunkt der Arbeiten am Standort Gießen liegt in der Entwicklung geeigneter Tiermodelle und dem Test der am Standort Dresden neu zu entwickelnden Biomaterialien. In Heidelberg steht die Erkrankung des Multiplen Myeloms als exemplarisches malignes Krankheitsbild im Mittelpunkt.
Der SFB/TRR79 fügt sich organisch in die Forschungsschwerpunkte und strategischen Entwicklungspläne der drei Hochschulen ein und ermöglicht durch die nachhaltige Umsetzung eines interdisziplinären materialwissenschaftlichen Schwerpunktes die Wahrnehmung eines Spitzenplatzes in der internationalen Forschungslandschaft sowie die Translation der gewonnen Erkenntnisse, und stellt darüber hinaus ein ideales Instrument dar, Nachwuchs-WissenschaftlerInnen eine Perspektive in der Spitzenforschung zu bieten.
Ziele des TRR 79