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Psychiatrie-Forschung gewürdigt

Robert-Sommer-Medaille für australischen Wissenschaftler Christos Pantelis – Wissenschaftliches Symposium

Gießen (if). An einer »krankhaften seelischen Störung« habe die 32-jährige Frau gelitten, deren Kinder mysteriöserweise tot aufgefunden wurden, war gestern unter der Überschrift: »Seelisch krank?« schon beim Frühstück in der Zeitung zu lesen. Auf derselben Seite wird, nur eine Spalte weiter, von einer Mutter berichtet, die ihre Kinder »opfern« wollte. Was ist es nur, das einen Vincent van Gogh dazu brachte, sich ein Ohr abzuschneiden, Friedrich Hölderlin im Nachtwächterturm in Tübingen Stimmen hören und Robert Schumann verzweifeln ließ- und das die Menschheit wohl seit ihrem Anbeginn begleitet? 

Das noch immer ungelöste Rätsel Schizophrenie – »das Chaos im Gehirn« wie es einer der Pioniere der wissenschaftlichen Psychiatrie genannt hat –, beschäftigte gestern früh in Gießen nicht allein Zeitungsleser: Im traditionsreichen Hörsaal des Zentrums für Psychiatrie der Justus-Liebig-Universität »Am Steg« wurde als Höhepunkt des dreitägigen »Robert-Sommer-Award-Symposiums« im Beisein namhafter Schizophrenieforscher aus USA, Großbritannien und Irland, aus Schweden, der Schweiz, Österreich und Dänemark Prof. Christos Pantelis von der Universität Melbourne (Australien) von Prof. Bernd Gallhofer, dem Direktor des Zentrums für Psychiatrie der Justus-Liebig-Universität mit der »Robert-Sommer-Medaille« ausgezeichnet. Pantelis ist der neunte Träger der Medaille, die für »herausragende Leistungen in der weltweiten Schizophrenienforschung« vergeben wird. 

Grußworte sprachen JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee, Medizin-Dekan Prof. Trinad Chakraborty und Regierungspräsident Dr. Lars Witteck. Nachdrücklich würdigten sie in diesem Zusammenhang zugleich Arbeit und Engagement von Gallhofer, der 1996 anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Zentrums für Psychiatrie den »Robert-Sommer-Award« aus der Taufe gehoben und die Gießener Schizophrenieforschung zu internationalem Ansehen geführt hat. 

Robert-Sommer-Award-Symposium und -Medaille sollen an den bekannten Gießener Bürger erinnern, der 40 Jahre lang die Psychiatrische Universitätsklinik geleitet, die weltweit erste Gesellschaft für experimentelle Psychologie gegründet hatte und der ungewöhnliche Wege in seiner Forschung beschritt. Erster Träger der Auszeichnung war der britische Psychiater Prof. Timothy Crow, der, ebenso wie einige weitere Preisträger, darunter der mittlerweile geadelte Prof. Robin Murray, am Symposium teilnahm.

In seiner Laudatio stellte Gastgeber Gallhofer Persönlichkeit und Arbeit von Christos Pantelis vor. Er ist Leitender Forschungsbeauftragter des australischen Nationalen Gesundheitsforschungsrates und wissenschaftlicher Direktor am neuropsychiatrischen Zentrum der Universität Melbourne. Zusammen mit einem Team von über achtzig Mitarbeitern beschäftigt er sich mit Bildgebung und neuropsychologischen Verfahren bei Schizophrenie, Psychosen und neurodegenerativen Störungen. Dabei kreisen die Arbeiten um jene strukturellen und funktionellen Veränderungen im Gehirn, die sich beim Übergang in eine Psychose vollziehen.

    

Krankheit frühzeitig erkennen

In seinem mit lebhaftem Beifall bedachten Festvortrag »Marker des Krankheitsbeginns bei Psychosen – eine Suche nach einem beweglichen Ziel« vermittelte Pantelis Einblicke in diese Forschung. Inzwischen konzentrieren sich die Arbeiten auf die Frage, wie beim bereits bestehenden Risiko einer psychischen Störung eine sich vollziehende krankhafte Veränderung im lebenslang sich wandelnden Gehirn frühzeitig und noch vor dem eigentlichen Ausbruch der Krankheit erkennbar wird. Pantelis im AZ-Gespräch zum Ziel seiner Forschung: »Vielleicht gelingt es uns, über diesen Weg neue Möglichkeiten auszuloten, um das Zustandekommen der Erkrankung ganz zu verhindern oder zumindest zeitlich zu verzögern«. 

Das hochkarätige Symposium, das zugleich jungen Forschern die Möglichkeit bot, über ihre Vorhaben zu berichten, geht heute zu Ende. Ob das nächste »Sommer-Symposium« bereits im zwischen Landesregierung und Rhön vereinbarten Psychiatrie-Neubau stattfinden wird? Baubeginn, so wurde auf Fragen versichert, ist vereinbarungsgemäß noch in diesem Jahr. Fertigstellung innerhalb von zwei Jahren. Man gehe fest davon aus, dass diese Zusagen ohne Verzögerung eingehalten werden. 

 

Quelle: Giessener Allgemeine Zeitung, 02.03.2013