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Universität Gießen erneut zweimal »exzellent«

Spitzenforschung: Herz-Lunge-Cluster ECCPS und Graduiertenschule GCSC erhalten bis 2017 weitere Förder-Millionen

Gießen (si). Die Justus-Liebig-Universität hat  in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative, bei der Bund und Länder für Spitzenforschung insgesamt 2,7 Milliarden Euro verteilen, ihren Doppelerfolg aus dem Jahre 2006 wiederholt. Sowohl das Herz-Lunge-Cluster ECCPS als auch die kulturwissenschaftlichen Graduiertenschule GCSC werden bis 2017 weiter gefördert. Das gab die Deutsche Forschungsgemeinschaft gestern Nachmittag in Bonn bekannt (siehe auch Seite 1). Für beide verbinden sich damit millionenschwere Förderzusagen. Allein das ECCPS (Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System) hat für die kommenden fünf Jahre rund 32,5 Millionen Euro beantragt. Beim GCSC (International Graduate Centre for the Study of Culture) beläuft sich die Summe auf rund 11 Millionen Euro. In diesem Rahmen werden sich die endgültigen Zusagen bewegen. Beim Herz-Lunge-Exzellenzcluster profitierten auch die Projektpartner, das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim und die Universität Frankfurt.

Gießener Sprecher des Exzellenzclusters Cardio-Pulmonales System ist Prof. Werner Seeger, das ECCPS hat im Aulweg ein eigenes Forschungsgebäude. Das wissenschaftliche Konzept verbindet Grundlagenforschung mit klinischer Forschung – immer im Hinblick auf Herz- und Lungenerkrankungen, die weltweit als häufigste Todesursache gelten und für die es nach wie vor nur unzureichenden Behandlungsmöglichkeiten gibt. Schon in den vergangenen Jahren haben die beteiligten Wissenschaftler wichtige Beiträge zur cardio-pulmonalen Forschung geleistet, belegt durch hochrangige Publikationen und die Koordination großer nationaler und internationaler Forschungsverbünde. In naher Zukunft will das ECCPS unter anderem eine neue internationale Forschungsplattform mit dem Imperial College (London) und globalen Partnern zur Erforschung und Behandlung von Lungengefäß-Erkrankungen gründen, die gerade in Ländern der Dritten Welt ein großes Problem darstellen. Außerdem soll eine Plattform eingerichtet werden, die den Zugang aller ECCPS-Mitglieder zu neuesten Technologien sicherstellt. Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist eine ECCPS-Akademie geplant, die die erfolgreich laufenden Graduiertenkollegs durch Postdoktorandenprogramme ergänzt.

Das Graduiertenschule GCSC setzt auf eine strukturierte Ausbildung der Doktorranden in den Kulturwissenschaften, die Teilnehmer kommen aus aller Welt. Auch das GCSC hat ein eigenes Gebäude (zwischen Philosophikum I und Alter Steinbacher Weg). Die Einrichtung hat sich aus dem Gießener Graduiertenzentrum Kulturwissenschaften (GGK) entwickelt, der ersten deutschen Graduiertenschule in den Geisteswissenschaften. Das GCSC unterstützt auch die Universität Gießen in der kulturwissenschaftlichen Forschung. Außerdem hat es sich in den letzten Jahren zu einem Knotenpunkt für internationale Netzwerke entwickelt. Diese Schwerpunkte will das GCSC in den kommenden Jahren weiter stärken. 

JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee und die für Forschung zuständige Vizepräsidentin Prof. Katja Becker sprachen nach dem Doppelerfolg von einem »Freudentag« für die Justus-Liebig-Universität. Damit werde die Profilbildung der Gießener Hochschule bestätigt. Sie stehe »in den Kultur- und Lebenswissenschaften bundesweit mit an der Spitze«. ECCPS-Sprecher Seeger, der auch das Deutsche Zentrum für Lungenforschung mit Sitz in Gießen leitet, sieht in der Weiterförderung des Exzellenzclusters den Stellenwert Gießens »als internationales Lungenzentrum einmal mehr bestätigt«. Medizin-Dekan Prof. Trinad Chakraborty sprach von einem »weiteren Beweis für die besondere Leistungsfähigkeit der medizinischen Forschung in Gießen«. 

GCSC-Direktor Prof. Ansgar Nünning sieht im Erfolg der von ihm aufgebauten und geleiteten Graduiertenschule eine »großartige Mannschaftsleistung des gesamten Teams« und den »Beweis, dass die Justus-Liebig-Universität kulturwissenschaftlich in der Champions League spielt.«

Der Erfolg wird auch dadurch nicht getrübt, dass die Justus-Liebig-Universität im wichtigsten und höchstdotierten Teilsegment, dem Zukunftskonzept (»Elite-Universität«), nicht antreten durfte. Mit ihrem Konzept »Translating Science« war sie im letzten Jahr in der Vorrunde ausgeschieden. In dieser Kategorie war jetzt keine einzige hessische Hochschule im Rennen. 

Weitere Infos im Internet auf den Homepages www.eccps.de und www.gcsc.uni-giessen.de.

 
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Redaktion
18.06.2012 17:01
 

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