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Zerstörtes Lungengewebe ist regenerierbar

Mäuse als Kronzeugen: Chronische Erkrankung COPD ist heilbar – Gießener Lungenforschung bestätigt ihre Exzellenz

Gießen (if). Gießener Mäuse sorgen seit wenigen Tagen für Furore in der wissenschaftlichen Welt: Sozusagen als »Kronzeugen« haben die Nager im Dienste der Lungenforschung gezeigt, dass die bisher weltweit herrschende Auffassung von der Unheilbarkeit der chronischen Lungenerkrankung COPD offenbar zu revidieren ist. »Cell«, das zweiwöchentlich erscheinende, hoch angesehene und vielzitierte amerikanische Wissenschaftsmagazin hat in seiner jüngsten Ausgabe nicht nur die entsprechenden Ergebnisse einer Gießener Arbeitsgruppe im »Exzellenzcluster Kardiopulmonales System« (ECCPS) der Justus Liebig Universität veröffentlicht. 

Darüber hinaus geht »Cell« in einem speziell diesem Thema gewidmeten anderthalbseitigen Editorial davon aus, dass die von Dr. Michael Seimetz in Gießen in der Gruppe um Prof. Norbert Weißmann (Professur für Molekulare Mechanismen bei Emphysem) gewonnenen Erkenntnisse, wonach sich irreparabel zerstörtes Lungengewebe aufgrund der neuen Befunde sozusagen medikamentös wieder zu regenerieren vermag, über klinische Studien nicht nur bei Mäusen, sondern auch beim Menschen bestätigen lässt. 

Nachdem sich in den Gießener Labors herausgestellt hatte, dass Zigarettenrauch bei Mäusen innerhalb von acht Monaten dieselben Lungenzerstörungen verursacht wie COPD sie beim Menschen anrichtet und es daraufhin gelungen war, auch das Molekül zu enttarnen, das dafür verantwortlich ist, registrierte man in den Labors am Aulweg ein veritables Wunder: Das irreparabel geschädigte Lungengewebe der Mäuse hatte sich, drei Monate nachdem man begonnen hatte, das für diese Entwicklung hauptverantwortliche »Schlüsselenzym« medikamentös zu entschärfen, wieder erholt. Die Mäuse gesundeten. Jetzt, so Carl Nathan, der Verfasser des Editorials in »Cell« – und die Bemerkung klang eher nach einer Aufforderung – werde sich in klinischen Studien erweisen müssen, dass Menschen über dieselbe »robuste Regenerationsfähigkeit« verfügen wie sie Michael Seimetz und seine Gießener Kollegen aus dem Graduiertenkolleg bei ihren Mäusen hatten beobachten können, bei denen neues Lungengewebe nachgewachsen war. 

»Heilung für zerstörte Lungen? 

Ein Wirkstoff könnte Rauchern helfen« lautete eine der ersten Überschriften in seriösen Berichten über den jüngsten Erfolg der Gießener Lungenforscher. Und in einer Glosse wurde die Frage erhoben, »›Pille danach‹ für Raucher?«. In jedem Falle bedeutet die Nachricht Hoffnung für Millionen, nachdem die Weltgesundheitsorganisation WHO prophezeit, dass COPD weltweit schon 2030 die dritthäufigste Todesursache sein wird. Bereits 2005 litten 80 Millionen Menschen an der Krankheit, die, ausgelöst durch Tabakrauch und Luftverschmutzung, über eine Entzündung der größeren Luftwege bis zur Zerstörung der Alveolen, der Luftbläschen, führt. 

Bei aller Freude und Genugtuung über die bisher erzielten bahnbrechenden Erfolge der Gießener Lungenforschung harrten jetzt weitere Fragen, beispielsweise der Finanzierbarkeit der Therapie ebenso wie ethische Fragen der Beantwortung. Dies erklärte, von der Gießener Allgemeinen Zeitung auf die jüngsten Entwicklungen angesprochen, Prof. Friedrich Grimminger, Direktor der Medizinischen Uniklinik IV/V der Justus-Liebig Universität. In den Vereinigten Staaten, wo er sich derzeit zu Gastvorlesungen aufhält, seien die jetzt bekannt gewordenen neuen Ergebnisse der Lungenforschung und ihre Perspektiven derzeit das ganz große in den Medien erörterte Medizin-Thema, sagte der Wissenschaftler.