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Ziel: Neue Therapien gegen Lungenerkrankungen

Die Justus-Liebig-Universität und der Arzneimittelhersteller Pfizer weiten ihre Zusammenarbeit aus

Gießen (pm). Viele chronische entzündliche Erkrankungen erzeugen Krankheitsbilder, für die es noch keine geeigneten Therapien gibt. Das zunehmende Wissen um die Mechanismen, die diesen angeborenen Immunkrankheiten und degenerativen Krankheiten zugrunde liegen, eröffnet neue therapeutische Ansatzpunkte. Das Exzellenzcluster Kardio-pulmonales System (ECCPS) der Justus-Liebig-Universität und das Gießener Lungenzentrum UGLC, aus dem das LOEWE-Zentrum UGMLC (Universities of Giessen and Marburg Lung Center) hervorgegangen ist, haben aus diesem Grund bereits 2009 eine strategische Allianz mit dem Arzneimittelhersteller Pfizer gegründet. Ziel ist, den wissenschaftlichen Erkenntnisstand über Lungengefäßerkrankungen zu verbessern und neue Therapien zu entwickeln. Diese Partnerschaft wird nun fortgesetzt.

Zu den Lungenerkrankungen, die bereits im Fokus standen, gehört der Lungenhochdruck in seinen verschiedenen Erscheinungsformen; die Kooperation wird jetzt ausgedehnt auf Krankheiten wie die Lungenfibrose. Darunter wird eine Vielzahl von unterschiedlichen Krankheitsbildern verstanden, die auf Erkrankungen des Lungenbindegewebes beruhen und mit Störungen des Gasaustausches einhergehen. Es kommt zu einer vermehrten Bildung von Bindegewebe und dem Verlust von normal ausgebildeten Lungenbläschen. Durch diese Prozesse versteift die Lunge. Patienten mit Lungenfibrose müssen also mehr Kraft für die Dehnung der Lunge und somit für die Atmung aufwenden.

Auch die Forschung zum Lungenemphysem wird ein Schwerpunkt der Kooperation sein. Bei einem Lungenemphysem sind die Lungenbläschen teilweise zerstört und überdehnt. In der Folge ist die Ausatmung erschwert, außerdem kommt es zu einer zunehmenden Überblähung der Lunge. Typische Symptome sind Atemnot insbesondere bei körperlicher Belastung, Erschöpfung und in fortgeschrittenen Stadien Gewichtsabnahme. Das Lungenemphysem ist eine chronische Erkrankung, die sich trotz verschiedener Behandlungsmöglichkeiten nicht wieder zurückbildet. Meist tritt ein Lungenemphysem im Zusammenhang mit einer chronisch obstruktiven Bronchitis auf. Beide Erkrankungen werden unter dem Begriff COPD (»chronic obstructive pulmonary disease«) zusammengefasst. 

»Die Zusammenarbeit mit einem starken Partner aus der Industrie wird die exzellente Gießener Lungenforschung und unsere anwendungsorientierte Arzneimittelforschung weiter stärken«, schreibt Universitätspräsident Prof. Joybrato Mukherjee in einer Pressemitteilung. Die Fortsetzung der strategischen Allianz sei auch ein Beleg dafür, dass sich der Ausbau der Infrastrukturen im Bereich der translationalen Forschung durch den Fachbereich Medizin gelohnt habe, so der Dekan des Gießener Fachbereichs Medizin, Prof. Trinad Chakraborty.

    

Hoffen auf Innovationsschub

Die Zusammenarbeit unterstreiche die Kompetenz des Exzellenzcluster ECCPS und des Loewe-Zentrums UGMLC in der klinischen Grundlagenforschung von Lungenerkrankungen und bietet eine exzellente Basis, um weitere Fortschritte in der Behandlung von Lungenerkrankungen zu erzielen. »Die Allianz ist ein Instrument, das einen Innovationsschub auslösen kann«, sagte der Gießener Lungenforscher Prof. Friedrich Grimminger. Die Verknüpfung von Forschungsnetzwerken wie der Universität Gießen und Pfizer habe das Potenzial, schneller neue Ergebnisse zu erzielen als einer der Partner allein«, so die Mitteilung. 

 

Quelle: Giessener Allgemeine Zeitung, 27.02.2012