»Bretzel-Stiftung« soll Projekte fördern
Schulung für an Diabetes erkrankte Kinder – Erfolgreichere Operationstechnik – Warum nimmt Zöliakie zu?
Gießen (if) »Ihr Kind ist zuckerkrank«: 40- bis 50mal pro Jahr – praktisch Woche für Woche - müssen die Ärzte der Gießener Kinderklinik Eltern diese ernüchternde Mitteilungen machen. Die Belastungen, die bei einem Diabetes vom Typ I im Kindesalter auf unabsehbare Zeit auf die betroffenen Familien zukommen, vermögen Aussenstehende kaum zu ermessen. Mit einem ambulanten »Modellprogramm« versuchen jetzt Prof. Stefan Wudy und seine Mitarbeiter an den Wochenenden die rund 300 kleinen Patienten, die sich in der ambulanten Betreuung im Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin des Uniklinikums befinden, jeweils nach Alters- und Entwicklungsstufen getrennt, zusammen mit ihren Eltern auf diese Belastungen vorzubereiten und sie zu begleiten.
Das Vorhaben ist eines von drei Forschungsprojekten am Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität, die von der Gießener »Reinhard und Barbara Bretzel-Stiftung« 2011 als förderungswürdig anerkannt, mit Beträgen von zusammen insgesamt 5000 Euro bedacht, im Rahmen einer Feierstunde in der Bibliothek für Bürgerliches Recht soeben vorgestellt wurden.
Beim zweiten Projekt geht es um eine Studie von Dr. Jens Uwe Albrecht aus der Klinik für Allgemein-, Thorax-, Transplantations- und Kinderchirurgie (Prof. Winfried Padberg). Dabei geht es in enger Zusammenarbeit mit einer Heidelberger Universitätsklinik um Möglichkeiten einer weiteren Verbesserung der Langzeitergebnisse nach Magenbypass-Operationen bei krankhaftem Übergewicht über eine veränderte Operationstechnik: Spiegel des »Hungerhormons« »Ghrelin« – ein in der Magenschleimhaut abgesondertes Hormon, das Hunger-und Sättigungsgefühl beeinflusst – spielen dabei offenbar eine maßgebliche Rolle. Das dritte von der »Reinhard-und-Barbara-Bretzel-Stiftung« geförderte Projekt läuft im Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (Prof. Klaus-Peter Zimmermann).
Cand. med. Georg-Karl Christoph Leonhard widmet sich dort mit experimentellen Arbeiten im Labor Fragen nach den Mechanismen, die zum Zustandekommen einer Zöliakie – einer Glutenunverträglichkeit – führen: In ganz wenigen Fällen genetisch bedingt, ist sie gleichwohl im Zunehmen begriffen.
Die inzwischen fünf Jahre bestehende »Reinhard und Barbara Bretzel-Stiftung« war von Prof. Reinhard G. Bretzel, ehemals Direktor der Universitätspoliklinik, – heute Konsiliar-Chefarzt am Krankenhaus Balserische Stiftung – und seiner Gattin Barbara begründet worden. Stiftungszweck ist die finanzielle Förderung von Schulprojekten an Gießener Schulen sowie von Forschungsvorhaben am Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität.
Die Fördermittel setzen sich aus Erträgnissen des Stiftungskapitals und aus Spenden von Einzelpersonen und Unternehmen zusammen.