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Ministerin lobt Medizin-Forschung

Lob für Medizin-Forschung in Mittelhessen

Gießen (if). Die hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, war am Dienstagnachmittag zu Gast im im neuen Uniklinikum. Sie verband die Information, dass künftig auch Fachhochschulen Fördermittel für eigene Forschungsprojekte beantragen können, vmit einem Lob für die Forschungsaktivitäten in Mittelhessen. 

Der Löwe ist der König der Tiere - das Akronym LOEWE steht für die »Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz«, mit dem seit 2008 Wiesbaden erklärtermaßen die heimische Forschungslandschaft nachhaltig stärken will. In der laufenden Legislaturperiode bis 2013 werden dafür insgesamt 410 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. An der Justus-Liebig-Universität ist eine ganze Reihe von »Loewe-Projekten« angesiedelt, in denen innovative und interdisziplinäre Spitzenforschung betrieben wird. 

Eingeladen von der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung und begrüßt von deren Vorsitzendem Dr.Yasar Bilgin, schnitt die CDU-Politikerin vor Gästen aus Verwaltung, Kliniken und Forschungseinrichtungen die aktuelle Problematik der Forschungsförderung aus Ländersicht an. Hessen trage mit 7,5 Prozent zwar zu den Forschungsmitteln des Bundes bei, bekomme indes lediglich 3,4 Prozent zurück. »Mit regionalen Projekten bekommt man keine Förderung«, konstatierte die Ministerin. Sie bezeichnete die vom Bund betriebene Förderpraxis unumwunden als »falschen Weg«. Eine Einwerbung der erheblichen Forschungsgelder der Europäischen Union scheitere vielfach an der mangelhaften Abstimmung zwischen Universitäten und Bundesländern. 

Kühne-Hörmann äußerte angesichts der zwar teuren, aber wichtigen Medizinforschung Verständnis für deren Profilierung, Schwerpunktbildung und Vernetzung. In Gießen und Marburg sei dies - und zwar ohne äußeren Druck - gelungen. Wie unter die weltweit zehn »Eliteuniversitäten« zu gelangen sei, »dafür hat noch keiner eine richtige Lösung«, sagte die Ministerin. »Wir sind zwar in einzelnen Forschungsbereichen gut, aber es fehlt in der Breite.« 

In seinem Grußwort hatte Universitätspräsident Prof. Joybrato Mukherjee unter Hinweis auf die in der Region bereits angesiedelten Projekte drei Voraussetzungen genannt, um Mittelhessen als drittgrößten medizinischen Standort Deutschlands weiter voranzubringen: Eine vernünftige Schwerpunktbildung, die Bildung von Netzwerken und die Anschubfinanzierung, um beides zu realisieren. 

Bei der folgenden Podiumsdiskussion - moderiert von Prof. Thomas Linn, dem Leiter der Clinical Research Unit der Medizinischen und Poliklinik III - gingen der Dekan des Fachbereichs Medizin, Prof. Trinad Chakraborty, Prof. Reinhard G. Bretzel, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III, sowie Prof. Werner Seeger, Ärztlicher Geschäftsführer des Uniklinikums, aus ihrer jeweiligen Perspektive auf die von der Ministerin angeschnittenen Themen ein. Dabei betonte Seeger die Bedeutung innovativer Forschung, für die auch Chancen außerhalb von Schwerpunkten bestehen müssten. Bretzel belegte die Bedeutung starker Forscherpersönlichkeiten am Beispiel der von Prof. Hanns-Gotthard Lasch in Gießen initiierten Blutgerinnungsforschung, die bekanntlich zur Gründung eines - noch heute in Bad Nauheim forschenden - Max-Planck-Institutes geführt hatte. Als Vorsitzender des wissenschaftlichen Kuratoriums der TDG erwähnte er zugleich den in der »Medpoli« in der Ära Prof. Konrad Federlins entstandenen Schwerpunkt Migrantenmedizin. 

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion gab ein Empfang Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Dabei war zu hören, dass die Vortragsveranstaltung als Folge einer vor wenigen Monaten offiziell vereinbarten hessisch-türkischen Regionalpartnerschaft mit der westtürkischen Provinz Bursa zu sehen ist. Diese Partnerschaft sieht eine verstärkte Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur und Kunst, Bildung und Wissenschaft vor. 

Quelle: Giessener Allgemeine (2011-05-26)
Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/

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Redaktion
13.07.2011 14:24
 

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