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Mai 2008

Das Genom des Rotbraunen Reismehlkäfers ist entschlüsselt (Kopf des Käfers; Elektronenmikroskopische Aufnahme)

Reismehlkaefer

Unter Mitwirkung der Arbeitsgruppe Vilcinskas (Angewandte Entomologie) ist es einem internationalen Forscherteam gelungen, die komplette Gensequenz des Rotbraunen Reismehlkäfers Tribolium castaneum zu beschreiben. Diese Arbeiten, die vor wenigen Wochen in der Zeitschrift "Nature" veröffentlicht wurden, geben verblüffende Einsicht in die Biologie dieser Insektenart. So besitzt der als Schädling bekannte Käfer zum Beispiel eine immense Anzahl an Geschmacksrezeptoren und beeindruckende Fähigkeiten zur Entgiftung und Pestizidresistenz. Außerdem zeigen Untersuchungen seiner embryonalen Entwicklung interessante Ähnlichkeiten zu der des Menschen. Der rotbraune Reismehlkäfer, der zu den Allesfressern zählt, ist ein weltweit verbreiteter Vorratsschädling. Diese nur wenige Millimeter großen Käfer repräsentieren Vertreter einer Tiergruppe, die mit über 350.000 beschriebenen Spezies die größte Artendiversität unseres Planeten besitzt.

Prof. Dr. Andreas Vilcinskas und Dr. Boran Altincicek haben zu der Veröffentlichung beigetragen, indem sie sich mit Ursprung und Evolution der angeborenen Immunität der Tiere beschäftigt haben. Da der Käfer bereits erfolgreich als Wirtsmodell zur Untersuchung der Interaktionen des Immunsystems mit Bakterien und anderen Parasiten genutzt wurde, war es nahe liegend, die betreffenden Gene des Reismehlkäfers molekularbiologisch und biochemisch zu untersuchen. Ihre Forschungen ergaben Übereinstimmungen, aber auch überraschende Unterschiede zum Immunsystem anderer Insektenarten. Besonders interessant war hierbei die Identifizierung von Thaumatinen, die in Pflanzen als wichtige antimikrobielle Abwehrmoleküle bekannt sind, aber nicht in allen Insektenarten vorkommen. Ergebnisse der Studien führten des Weiteren zu der Erkenntnis, dass Verknüpfungen zwischen Stressantwort und Immunabwehrreaktionen im Reismehlkäfer existieren.

Die Informationen der Genomsequenz dieses Käfers könnten zu weiteren wichtigen Erkenntnissen führen oder helfen, geeignete Zielstrukturen zur selektiven Bekämpfung des Reismehlkäfers zu erschließen.

Kontakt:
Prof. Dr. Andreas Vilcinskas, Dr. Boran Altincicek, Angewandte Entomologie

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Anschrift

Justus-Liebig-Universitaet
IFZ
Heinrich-Buff-Ring 26
35392 Giessen

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Redaktion
14.12.2012 15:31
 

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