Wechselwirkung von ökologischen und sozialen Prozessen in Bergregionen Georgiens (AMIES)
Projektleitung: Prof. Otte (ILR/IFZ)
Projektgruppe: Prof. Leonhäuser, Prof. King (ZEU); georgische Partner
Projektträger: VolkswagenStiftung
Laufzeit: 2010-2012
Keywords: Transformationsprozess, Landnutzungswandel, Klimawandel, Kaukasus
Kurzfassung
Seit seiner Erklärung der Unabhängigkeit im Jahr 1991 ist Georgien – wie andere ehemalige Sowjetstaaten - dramatischen Transformationsprozessen unterworfen gewesen. Prozesse wie die Privatisierung von Land und die Einführung von neuen Organisationsstrukturen für das Landmanagement und die Produktlieferung haben Umweltprobleme wie Landdegradation, Bodenerosion und eine Abnahme der Biodiversität verursacht und führten zu gesellschaftlichen Veränderungen wie Verarmung gefolgt von Migration. Klimawandel hat die Umweltprobleme verstärkt. Forschung mit dem Ziel, eine nachhaltige Landnutzung, Landentwicklung und die Lebensqualität in diesem Teil der Erde zu fördern, ist daher dringend erforderlich. In diesem Zusammenhang verfolgt das beantragte dreijährige Forschungsprojekt interdisziplinäre und multiskalige Untersuchungen in zwei Regionen des Großen und Kleinen Kaukasus in Georgien.
Methodisches Konzept und Vorgehensweise
- die Entwicklung einer konsistenten hierarchischen Klassifikation von Landschaftsmustern,
- die Analyse von Beziehungen zwischen ökologischen und gesellschaftlichen Prozessen unter Berücksichtigung dieser Muster und
- die Formulierung von regional differenzierten Empfehlungen für eine nachhaltige Landnutzung und Landentwicklung.
Der Begriff „ökologisch“ bezieht sich auf physische und biotische Bedingungen und Prozesse sowie auf Landnutzung und Landnutzungswandel. Untersuchungen zu gesellschaftlichen Prozessen konzentrieren sich auf die Sozioökonomie. Schritt I basiert im Wesentlichen auf hochauflösenden digitalen Karten und GIS Analysen. Die resultierende gemeinsame Datenbasis wird die Berechnung von Trade-offs zwischen ökologischen, landnutzungsabhängigen und sozioökonomischen Prozessen auf multiplen räumlichen Skalen und die Formulierung von Empfehlungen für eine nachhaltige Landnutzung und Landentwicklung ermöglichen. Um ein besseres Verständnis für das komplexe Zusammenspiel zwischen diesen Prozessen (Schritt II) zu gewinnen, werden diese qualitativ und quantitativ in einem Netzwerk von vier Projekteinheiten (A bis D) mit acht Teilprojekten untersucht werden.