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Sustainable Concepts in Geography and Cartography

Wiederaufbau akademischer Strukturen in Afghanistan

Projektgruppe: A. Dittmann, afghanische Partner

Einen wichtigen  Schwerpunkt der Arbeit der Sektion 3 des ZEU und des Institutes für Geographie bildet die Zusammenarbeit mit verschiedenen afghanischen Institutionen sowie das Engagement beim Wiederaufbau akademischer Strukturen in Afghanistan. Die Aktivitäten beziehen sich sowohl auf einen Aufbau der Kooperationsmöglichkeiten und Partnerschaften als auch auf die Strukturierung von gemeinsamen künftigen Forschungsfeldern. Erste Schritte dazu konnten, seit Herbst 2007 eingeleitet, im Rahmen des von Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Projektes Sustainable Concepts in Geography and Cartography" angegangen und während der ersten „Gießener Afghanistan-Konferenz“ im Januar und Februar 2008 (22.1. – 5.2.2008) erfolgreich weitergeführt werden.

 Die gemeinsam vom Institut für Geographie und von der Sektion 3 des ZEU organisierte Konferenz hatte sich vor allem zum Ziel gesetzt, den afghanischen Kooperationspartnern zu versichern, dass die künftige Zusammenarbeit im Fach Geographie bzw. im Fachbereich Geowissenschaften von der Universität Gießen aus koordiniert wird. Das Geographische Institut der Universität Gießen wird in Zukunft das Zentrum der Koordination der deutschen geowissenschaftlichen Forschung in Afghanistan sein.

Insgesamt hat die Konferenz zu fünf Hauptergebnissen geführt, welche die Bereiche Nachwuchsförderung, Dozentenaustausch und gemeinsame Forschungsvorhaben betreffen:

  • Kooperationsabkommen mit drei afghanischen Universitäten,
  • Vereinbarung über Nachwuchsförderung im Rahmen von „Summer Schools“,
  • Einrichtung von „Summer Academies“ zum Fort- und Weiterbildung von afghanischen Hochschullehrern,
  • Nachwuchsförderung über das Master-Programm „Transition Studies“ des ZEU,
  • Gemeinsame Forschung zu einem „National Atlas of Afghanistan“ und einem „Educational Atlas of Afghanistan“

Als besonderer Erfolg wird die Tatsache gewertet, dass es nunmehr erstmals gelungen ist, das bereits vor Jahren gesteckte Ziel einer Ausweitung der Kooperationspartner über den Standort Kabul hinaus auch auf andere Universitäten Afghanistans zu realisieren. Mit im Programm sind jetzt auch das “Department of Geography“ der “Faculty of Education” der “Balkh-University” in Mazar-e-Sharif und das “Department of Geography” der “Faculty of  Education” der “Herat University”. Beide ergänzen die Liste der Kooperationsabkommen, die an der „Kabul University“ mit der „Faculty of Geosciences“, dem „Department of Geography“ und dem „Department of Hydrometeorology” geschlossen wurden.

Die drei afghanischen Universitäten in Kabul, Herat und Mazar-e-Sharif werden eine Auswahl ihrer besten Studierenden im Fach Geographie zur Gießener Summer School 2008 entsenden. Damit soll ein Beitrag zur verstärkten Fokussierung auf die Nachwuchsförderung und zur Schließung der gefährlichen Ausbildungslücke zwischen gut ausgebildeten, aber älteren Professoren und jungen hochmotivierten, aber nur unzureichend ausgebildeten Nachwuchswissenschaftlern geschlossen werden. In die gleiche Richtung weisen Anstrengungen, über DAAD-Förderprogramme junge afghanische Dozenten über eine Integration in den ZEU-Master-Studiengang „Transition Studies“ in den Status einer Ph.D.-Förderbarkeit zu bringen.

Die „Summer Academies“ hingegen richten sich in erster Linie an afghanische Professoren, die bereits über einige Lehrerfahrung verfügen, jedoch verstärkt Modernisierungen in Bezug auf Lehrmethoden und -inhalte nachfragen. Bislang erfolgten entsprechende Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen über Gastdozenturen, die von der deutschen Koordination (Prof. A. Dittmann) nach Kabul entsandt wurden. Vertreter des DAAD machten während der Konferenz deutlich, dass aufgrund der sich weiter verschärfenden Sicherheitslage von diesem Instrument vorerst Abstand genommen werden muss. Dennoch soll die Fort- und Weiterbildung der afghanischen Kollegen in den Geowissenschaften weiterlaufen. Es werden jetzt Konzepte entwickelt, wie entsprechende Programme bereits im kommenden Sommer am ZEU und am Institut für Geographie verankert werden können.

Das mit Abstand erfreulichste Ergebnis der Gießener Afghanistan-Konferenz ist die Realisierung der ersten Schritte des bisherigen „Traums“, mit gemeinsamen Forschungsprojekten die akademische Zukunft Afghanistans zu gestalten und die afghanische Forschungslandschaft für deutsche Geowissenschaftler wieder attraktiv zu machen. Zwei solche Projekte wurden jetzt zusammen mit Konferenzteilnehmern vom „Afghan Geodesy and Cartography Head Office“ (AGCHO) begonnen. Es handelt sich dabei zum einen um die Erstellung eines „National Atlas of Afghanistan“ und zum anderen um das Vorhaben eines Educational Atlas of Afghanistan“. Zur Mitarbeit am Atlas haben sich von deutscher Seite bereits Wissenschaftler der Universitäten Aachen, Berlin (TU), Bochum, Bonn und Würzburg gemeldet, während sich auf afghanischer Seite eine Arbeitsgruppe des AGCHO konstituiert hat. Das AGCHO stellt als Institution im Range eines Ministeriums die oberste afghanische Instanz für Kartographie-Projekte des Landes dar und hatte seine Vertreter bereits mit einer entsprechenden Vollmacht zu Kooperationsabkommen des afghanischen Präsidenten Karzai nach Gießen entsandt.

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Redaktion
26.03.2008 17:00
 

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