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Determinanten von Bildungsentscheidungen in Entwicklungsländern

finanziert von der Thyssen-Stiftung

Projektgruppe: Prof. Dr. P. Winker, Iris Gönsch (MA Int. Econ.)

Bildung wird in Entwicklungsländern  insbesondere im Rahmen der Akkumulation von Humankapital eine zentrale Bedeutung im Wachstums- und Konvergenzprozess beigemessen. Die sehr geringen Alphabetisierungs- und teilweise auch Einschulungsraten einiger Staaten der Karibik und Sub-Sahara Afrikas stellen somit ein Hindernis im Wachstumsprozess dar. Einerseits sind Schulen insbesondere in ländlichen Gebieten nicht immer leicht zu erreichen, andererseits sind aber auch nicht alle Kinder eingeschult, die in der Nähe einer Schule wohnen. Das zeigt, dass auch die Nachfrageseite für die teilweise geringen Einschulungsraten verantwortlich ist. Im Gegensatz zu den meisten Industrieländern besteht für weniger entwickelte Länder vor allem auch im Bereich Grundschulbildung Handlungs- und Forschungsbedarf. Dieses Projekt leistet einen Beitrag dazu, Einflussfaktoren auf individueller, familiärer und lokaler Ebene zu identifizieren. Eine eigene Haushaltsbefragung ermöglicht es, mehr Details über die Bildungsentscheidungen, d.h. die Motive, aber auch die gewählten Schultypen, zu erhalten. Dadurch können insbesondere auch Koranschulen, die in Senegal teilweise in Konkurrenz zum offiziellen Schulsystem stehen, in die Analyse einbezogen werden.

Nachdem der geographische Schwerpunkt des Projekts aufgrund der Erdbebenkatastrophe 2010 von Haiti nach Senegal verschoben worden war, wurde dort im Jahr 2011 eine Haushaltsbefragung durchgeführt.

Senegal gehört, wie Haiti, zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt (least developed countries, LDCs). Das ebenfalls frankophone Entwicklungsland weist, laut UNICEF, mit 43% eine der niedrigsten Alphabetisierungsraten der Welt auf. Im vergangenen Jahrzehnt sind die Einschulungsraten dort zwar stark gestiegen, jedoch schließen nur etwa 58% der Schüler die sechsjährige Grundschule ab.

Die Ergebnisse einer ersten Feldphase im Oktober 2010 wurden für ein Diskussionspapier (Gönsch, Iris und Steffen Gräf: Education for All and for Life? An Introduction into Primary School Education in Senegal, ZEU Discussion Paper Nr. 55, Mai 2011) und für die Vorbereitung einer größeren Haushaltsbefragung genutzt. Die Erstellung des Fragebogens für die geplante Befragung konnte beginnen.  Im Februar 2011 wurde dann ein Pre-Test in Saint-Louis, Senegal, durchgeführt. Dabei sollte der Fragebogen getestet werden, insbesondere die Verständlichkeit der Fragen, die Vollständigkeit der Antwortkategorien etc. Außerdem wurden dabei aus den zahlreichen Bewerbungen senegalesischer Studenten und Absolventen Interviewer für die Haushaltsbefragung ausgewählt.

Im Frühjahr 2011 wurde schließlich in der nördlichsten Region Senegals, Saint-Louis, die Haushaltsbefragung durchgeführt. Mit Hilfe der senegalesischen Befrager wurde eine für die Region repräsentative Stichprobe an Haushalten (insgesamt 375 Haushalte) befragt, wobei der standardisierte Fragebogen benutzt wurde.

Nach Abschluss der Haushaltsbefragung mussten die erhobenen Daten in den Computer eingegeben werden, wofür die Software CS Pro genutzt wurde. Außerdem musste der entstandene Datensatz bereinigt werden, d.h. es wurden beispielsweise Haushaltsmitglieder gelöscht, für die Daten erhoben wurden, die nach der gegebenen Haushaltsdefinition jedoch nicht hätten befragt werden sollen. 

Sobald die Aufbereitung des Datensatzes abgeschlossen ist, kann mit der Analyse der Daten begonnen werden. Der entstandene Datensatz ermöglicht es, ausführlichere Informationen bezüglich des Schulbesuchs zu erhalten, als dies durch bereits bestehende Datensätze der Fall ist, beispielsweise was den gewählten Schultyp und die Gründe für Fernbleiben von Schulen oder Schulabbruch betrifft. Die Befragungsdaten stellen den wichtigsten Beitrag für die empirische Analyse dar. Außerdem werden auch weiterhin die Daten der Demographic and Health Surveys (DHS) genutzt werden, um die Situation in Saint-Louis in den westafrikanischen Kontext einordnen zu können.

 

 

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Redaktion
07.03.2012 17:52
 

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