Im Vordergrund stehen dabei Forschungsfragen aus der internationalen Entwicklungs- und Umweltforschung. Diese Kombination basiert auf der Überzeugung, dass „Umwelt“ und „Entwicklung“ interdependent und deshalb gemeinsam zu behandeln sind. Durch die Positionierung des ZEU an der Schnittstelle zwischen Natur- und Gesellschaftswissenschaften existiert ein komparativer Vorteil für Gießen, denn es gibt eine Fülle an Instituten und Professuren, die im internationalen Kontext an beiden Themenbereichen arbeiten. Dieses Potential möchten wir am ZEU bündeln und sehen darin ein Alleinstellungsmerkmal in der Forschungslandschaft.
In den fünf Sektionen des ZEU arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus einem breiten Spektrum von Fachrichtungen: Entwicklungspolitik, Agrarpolitik und Marktforschung, Angewandte Geomorphologie und Klimatologie, Bodenkunde, Öffentliche Finanzen, Transaktionskostenökonomik, Ernährungsberatung und Verbraucherverhalten, Politikwissenschaften, Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht sowie Wirtschaftsgeographie.
Die Ziele des ZEU orientieren sich an vier satzungsmäßig festgeschriebenen Aufgabenbereichen (a) Forschung, (b) Lehre, (c) Fort- und Weiterbildung und (d) Dienstleistungen. Ein Großteil des Jahresberichts widmet sich der Forschung, nämlich der Beschreibung aktueller Drittmittelprojekte. Innerhalb dieser Projekte wird jedoch auch die Fort- und Weiterbildungsaufgabe bedient; sei es durch die Beschäftigung von Doktoranden oder der fachlichen oder finanziellen Unterstützung von Masterstudierenden oder Praktikanten.
Bezüglich der Lehre hat das ZEU ab Sommersemester 2007 die organisatorische Federführung des internationalen Master Studiengangs „Transition Studies“ übernommen. Darin stecken rund zwei Jahre Entwicklungsarbeit. Ferner arbeitet das ZEU verstärkt bei der Einführung von Masterstudiengängen im außereuropäischen Ausland mit diversen Institutionen als Partner zusammen.
Eine zweite zentrale Dienstleistungsaufgabe des ZEU ist die Politikberatung, die durch Einzelaktivitäten seiner Mitglieder (zum Beispiel durch die Beiratsmitgliedschaft im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit oder im Verbraucherschutzbeirat der hessischen Landesregierung) regelmäßig stattfindet.
Das Jahr 2006 war durch einen tiefgreifenden Generationenwechsel in der Direktoriumsstruktur des ZEU gekennzeichnet. Mittlerweile ist der Wechsel fast vollständig vollzogen: nach fast zehn Jahren beginnt nun eine neue Ära am ZEU.