Universität Gießen trauert um Prof. Wangari Maathai
Kenianische Friedensnobelpreisträgerin war JLU-Alumna und -Ehrendoktorin
Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) trauert um die kenianische
Friedensnobelpreisträgerin Prof. Wangari Muta Maathai, Ph.D. Die
JLU-Alumna und -Ehrendoktorin war am Sonntag, 25. September 2011, im
Alter von 71 Jahren in Nairobi (Kenia) gestorben. Sie hatte sich
insbesondere für Umweltschutz, Menschenrechte und Demokratie eingesetzt.
Die
Veterinärmedizinerin Prof. Maathai verband als Wissenschaftlerin eine
langjährige Beziehung mit der JLU, die bis in die 1960-er Jahre
zurückreicht und 1992 in der Verleihung der Ehrendoktorwürde des
Fachbereichs Veterinärmedizin der Universität Gießen mündete. Für ihre
Verdienste um Umweltschutz, Menschenrechte und Demokratie erhielt sie
zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, darunter 2004 als erste
Afrikanerin den Friedensnobelpreis. Bereits im Jahr 1985 hatte Prof.
Maathai den Alternativen Nobelpreis erhalten, 2004 den Petra-Kelly-Preis
der Heinrich-Böll-Stiftung, 2007 den Nelson Mandela Award for Health
and Human Rights.
Nach Abschluss ihres Studiums in den USA hatte
Maathai einen Großteil ihrer akademischen Karriere im Rahmen der
Universitätspartnerschaft Gießen – Nairobi absolviert, die von 1962 bis
1975 vom Bundesministerium für Wissenschaftliche Zusammenarbeit
gefördert wurde. 1965 wurde Wangari Maathai Assistentin bei dem früheren
Gießener Veterinärmediziner Prof. Dr. Reinhold R. Hofmann in Nairobi,
der dort von 1962 bis 1971 mit mehreren anderen Gießener Dozenten und
Kollegen aus den USA, Großbritannien und Norwegen die
Veterinärmedizinische Fakultät aufbaute. Von 1967 bis 1969 hielt sich
Wangari Maathai mit einem Doktoranden-Stipendium des Deutschen
Akademischen Austausch-Dienstes (DAAD) in Gießen und München auf und
erhielt als erste Frau 1971 den Ph.D. der University of Nairobi, Kenia.
Zwei Jahre später übernahm sie die Leitung des von Prof. Reinhold
Hofmann mit deutscher Hilfe aufgebauten Instituts, das sie bis 1981
leitete.
1985 wurde Prof. Maathai für das von ihr 1977 initiierte
„Green Belt Movement“ zur Wiederaufforstung Kenias mit dem Alternativen
Nobelpreis ausgezeichnet. Im Rahmen dieser Initiative wurden bislang
mehr als 47 Millionen Bäume auf nichtstaatlichem Land gepflanzt.
Prof.
Maathai, die 1987 Mitglied des „Club of Rome“ wurde, war Sprecherin der
kenianischen Menschenrechts- und Demokratiebewegung „Forum of the
Restitution of Democracy“ und stellvertretende Umweltministerin in
Kenia.
JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee: „Der Schutz
der Umwelt, der Menschenrechte wie auch andere Ziele von Prof. Maathai
haben auch an der Justus-Liebig-Universität in Forschung und Lehre einen
hohen Stellenwert; wir fühlen uns unserer verstorbenen Alumna daher in
besonderer Weise verbunden. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken
bewahren.“
Herausgegeben von der Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon 0641 99-12041
Benutzername
Sie haben noch keine Zugangsdaten?