Berufschancen für Historiker
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2007 ist das Jahr der Geisteswissenschaften - welche Aussichten bietet ein Geschichtsstudium auf dem Arbeitsmarkt? Worauf sollte man bereits während des Studiums achten?
2007: Das Jahr der Geisteswissenschaften – auch das Jahr der Historiker?Das Wissenschaftsjahr 2007 steht ganz im Zeichen der Geisteswissenschaften. Grund genug einmal nachzuforschen, wie es speziell mit den Historikern aussieht. Sind Geschichtler potentielle Arbeitslose der Zukunft, oder stehen die Jobchancen gar gut? Die Zeiten des "klassischen Historikers", der in Archiven nach alten vergessenen Texten wühlt, sind lange vorbei. Der Historiker von heute verfasst Pressemitteilungen, arbeitet im Bereich der Public Relations (PR) oder bietet seine Dienste freiberuflich an. Es genügt nicht mehr, ein Geschichtsstudium erfolgreich abgeschlossen zu haben. Praxiserfahrungen und Flexibilität werden erwartet. Das Geschichtsstudium sei "Mittel zum Zweck", sagt Werner Arnold, Dipl. Ökonom und Berater im Hochschulteam Gießen der Agentur für Arbeit. Daraus wird deutlich, dass für viele Studierende das Studium eine gute Grundlage bildet für ihr späteres Berufsleben. Ausreichend ist das aber noch nicht. Praxis, Praxis, PraxisDas "A" und "O" für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben sind Praxiserfahrungen. Schon während des Studiums sollten so viele Praktika wie möglich absolviert werden. Für die Historiker, die nach dem Abschluss journalistisch tätig sein wollen, ist eine freiberufliche Mitarbeit in einem Print- oder Onlinemedium unabdingbar. Besonders vielversprechend ist die Zukunft in der Öffentlichkeitsarbeit und PR. Diese Bereiche expandieren, während die Nachfrage nach Historikern in Archiven beispielsweise zurück geht. Dort werden jährlich nur eine Hand voll Stellen ausgeschrieben. Die meisten Archivare bleiben bis zum Rentenalter, so dass es nur wenig Neueinstellungen gibt. Bewerben, aber richtig!Wer doch lieber in ein Angestelltenverhältnis anstrebt, der sollte Stellenanzeigen gründlich lesen und sich gezielt bewerben. Handelt es sich um eine Stellenausschreibung, sollte man die geforderten Aufgaben abgleichen: was wird erwartet, was kann man bieten. Bei der sehr viel anspruchsvolleren Initiativbewerbung muss der Aufmacher „Headline“ vorhanden sein und zum Weiterlesen animieren. Wichtig ist, dass man sich geschickt und überzeugend anbietet. Auch hier gilt: Ausschreibung genau lesen! Nichts ist unangebrachter, als sich mit Fähigkeiten und Kenntnissen anzupreisen, die nicht verlangt werden. Große Unternehmen wollen meist nur noch Onlinebewerbungen haben. Diese sind gerade für Geisteswissenschaftler problematisch. Oft wird nur ein Bewerbungsformular ausgefüllt und dieses vollautomatisch nach bestimmten Schlüsselwörtern durchsucht. Sind diese nicht drin, landet die Bewerbung automatisch im Papierkorb. Möchte man diese Schwierigkeit umgehen, sollte man bei dem Unternehmen anrufen – und "Glück haben". Bei kleineren Unternehmen sieht es da schon besser aus. Dort hat man meist die Gelegenheit, Anhänge zu versenden. Wichtig ist, dass die angehängten Bewerbungsunterlagen als PDF verschickt werden. Das Allerwichtigste sei es aber, sich nicht unter Wert zu verkaufen. Mut ist gefragt. Viele Studenten, so Diplom-Pädagoge Gunter Ratz vom Hochschulteam, trauen sich nicht, ihre bisherigen Erfahrungen in die Bewerbung oder in den Lebenslauf zu schreiben. Doch auch ein kleiner Nebenjob, in dem man vielleicht Briefe Korrektur lesen musste, ist von Bedeutung. Viele Studenten sind sich dessen nicht bewusst und tun solche Erfahrungen als unwichtig ab. Autorin: Stefanie Matulat |