Gerührt – nicht geschüttelt
Kosmetik kann ganz schön auf den studentischen Geldbeutel schlagen, besonders wenn man gegen einen bestimmten Waschrohstoff (Betain) allergisch ist, der in vielen günstigen Duschgels und Shampoos vorhanden ist. Deshalb haben wir uns gefragt, ob es auf Dauer billiger ist, wenn man seine Kosmetik selber herstellt.
VorbereitungenIm Internet haben wir schnell eine Seite mit Rezepten und einem Versand für die Zutaten gefunden. Eigentlich wollten wir ein Shampoo ausprobieren, aber beim Blick auf die Zutatenliste (sehr teuer) und die Zubereitungsart (sehr kompliziert) haben wir uns für den Anfang vorgenommen, ein "Guten-Morgen-Duschgel" zu mixen. Die Anleitung für die Zubereitung klingt ziemlich idiotensicher. Man muss nur alle Zutaten der Reihe nach miteinander mischen. Allerdings gibt es die Inhaltsstoffe nicht in kleinen Portionen zu kaufen, sondern nur in Mengen von 500 ml. Also haben wir uns entschieden, gleich die zehnfache Menge Duschgel herzustellen. Somit hat jede von uns nachher einen Liter Duschgel und braucht sich vermutlich das ganze nächste Jahr keins mehr zu kaufen. |
Erste ZweifelDas Bestellen der Zutaten ist schnell erledigt, das Paket kommt pünktlich nach drei Tagen an. Beim Auspacken der Flaschen und Fläschchen kommen uns erste Zweifel an unserem Vorhaben. Auf fast jeder Verpackung ist zu lesen: "Reizt die Augen und die Haut". Wir werden gewarnt, die Flüssigkeiten nicht mit unserer Haut in Berührung kommen zu lassen und bei Verschlucken sofort ärztlichen Rat einzuholen. Dass man Duschgel nicht verschlucken sollte, war uns auch vorher klar. Es macht uns jedoch schon ein bisschen Sorgen, dass die Zutaten reizend für die Haut sind, schließlich wollen wir uns später mal damit waschen. Wir trösten uns mit dem Gedanken, dass sie wahrscheinlich nur in solch konzentrierter Form schädlich sind. |
Fehlendes ZubehörZu allererst brauchen wir 200 ml "destilliertes oder erkaltetes, abgekochtes Wasser". Darüber haben wir vorher nicht nachgedacht. Also werfen wir den Wasserkocher an. Wie lange braucht Wasser, bis es erkaltet ist? Wir üben uns in Geduld und stellen die Schüssel zeitweise auch in die Gefriertruhe. Währenddessen studieren wir ein zweites Mal die Etiketten der Flaschen. Außer den bereits erwähnten Warnhinweisen wird uns geraten, Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille zu tragen. Langsam nimmt unser Duschgel-Experiment Formen an, die wir eigentlich hinter uns lassen wollten, als wir unseren Chemie-Unterricht in der Oberstufe abgewählt hatten. An Handschuhe und geschweige denn eine Schutzbrille haben wir natürlich nicht gedacht. Da wir wegen des immer noch warmen Wassers bis zur Zubereitung noch etwas Zeit haben, machen wir einen kurzen Abstecher in den nächsten Supermarkt und besorgen wenigstens noch die fehlenden Gummihandschuhe. Da wir beide Brillenträger sind, erübrigt sich das mit der Schutzbrille (auch wenn die sicher noch mehr verdecken würde, aber immerhin besser als gar nichts). |
Duft
Der Vorteil am selbst gemachten Duschgel ist, dass wir den Duft ganz nach unseren eigenen Wünschen gestalten können. Wir haben uns für die ätherischen Öle Lemongrass, Rosmarin und Pfefferminze entschieden. Da das Pfefferminz-Öl sehr intensiv riecht, fügen wir der fertigen Mischung weniger davon zu als im Rezept angegeben. Beim Umfüllen schäumt das Duschgel sehr. Aber nach einem Tag ist auch der letzte Schaum verschwunden.
Es geht los
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Zu Hause angekommen, ist das Wasser endlich kalt und wir können mit dem Mischen beginnen. Einer schüttet die Zutaten nach und nach in die Schüssel und der andere rührt beharrlich mit dem Schneebesen, damit sich alles gleichmäßig verteilt. Schwierigkeiten treten auf, als wir 100 Tropfen D-Panthenol beigeben sollen. Das Fläschchen hat oben aber nur eine große Öffnung. Also messen wir mit dem Minzöl, von dem wir mehr als genug haben, ab, wie viele Tropfen auf einen Teelöffel passen und übertragen es auf die Menge des D-Panthenols. Alles in allem ist das Mischen recht unspektakulär, wir hatten uns wenigstens eine kleine chemische Reaktion erhofft. Das Ergebnis ist flüssiger als gekauftes Duschgel. Im Rezept steht, dass man es mit "Rewoderm" nachdicken könne. Da wir aber auch dies nicht im Haus haben und der Mischung nicht noch unnötig etwas hinzufügen wollen, begnügen wir uns mit der flüssigen Variante. |
FazitDie Zubereitung ist recht einfach, Fehler sind kaum möglich. Man sollte sich jedoch vorher genau überlegen, was man an zusätzlichem Material braucht (abgekochtes, kaltes (!) Wasser, Schutzhandschuhe und Schutzbrille). Denn die Zutaten sind in unverdünnter Form lange nicht so ungefährlich, wie wir gedacht haben. Wenn man aber davon ausgeht, dass teures Duschgel bei 200 ml Inhalt schon rund fünf Euro kostet, ist unser Jahresvorrat von einem Liter auf jeden Fall günstiger. Denn wir hatten Gesamtkosten von 40 Euro (alle Zutaten + zwei 30 ml Seifenspender + zwei Ein-Liter-Aufbewahrungsflaschen + zwei 100 ml Fläschchen).
Der Vorteil an unserem selbst gemachten Gel ist, dass wir wissen, was drin ist und es ganz nach den eigenen Wünschen duftet. Allerdings ist es nicht ganz so rückfettend wie manches gekaufte Duschgel. Das heißt, dass das Eincremen nach dem Duschen in diesem Fall unerlässlich ist. Für das nächste Duschgel nehmen wir uns also vor, mehr rückfettende Inhaltsstoffe zu verwenden.
Von Isabelle Dollinger und Sonja Feldmann
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