The Shins – Wincing The Night Away (2007)
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The Shins begeistern mit ihrem neuen Album "Wincing The Night Away".
Der Opener auf einem Album ist eine der wichtigsten Komponenten für ein gelungenes Werk, heißt es. Warum eigentlich? Würde man sich sonst den Rest erst gar nicht mehr anhören? Dies wäre beim neuen Album der Shins, "Wincing The Night Away", grob fahrlässig. Dazu kann es aber nach den Regeln des guten Geschmacks eigentlich gar nicht erst kommen. Wer sich nämlich erst einmal in den raumfüllenden, träumerisch anmutenden Klängen des ersten Titels "Sleeping Lessons" verfangen hat, lässt seine Sinne auch weiterhin berieseln. Fast scheint es so, als solle man mit den Klängen des ersten Tracks wirklich in einen beseelten Schlaf befördert werden. Besser kann der Einstieg in ein Album, an das man aufgrund der Vorgänger eine hohe Erwartung hat, nicht sein. Die Jungs aus New Mexico (USA), deren Bekanntheitsgrad nach musikalischen Beiträgen zum Film "Garden State" (2004) in den Himmel katapultierte, machen Musik, die leicht und unscheinbar daherkommt. Trotzdem (oder gerade deswegen) ist sie so voller Wortgewalt und Fantasie, dass man gleich wieder die Repeat-Taste drücken möchte. Das Album geht fröhlich-munter weiter, ohne dass die Tiefe der Songs in jeglicher Weise verloren geht. Der etwas schnellere Titel "Australia" macht Spaß und holt alles aus der Stimme des Sängers James Mercer heraus, der gewohnt hoch singt. Nach dem kurzen Überbrückungs-Titel "Pam Berry" folgt das akustische Highlight des Albums, das Anfang 2007 auf den Markt kam. "Phantom Limb" zeigt, wozu die Band fähig ist. Mercer’s Stimme scheint mit den Instrumenten zu verschmelzen, ein tolles Auf und Ab der Geschwindigkeit und Tonlage des Frontmanns macht das Lied unvergleichlich. Geradezu effektvoll eingesetzt und daher bizarr klingend hören sich die Gitarren in der eher groovigen Nummer "Sea Legs" an, die einem nach den ersten Titeln Zeit zum Durchatmen bietet. Wer sich beim nächsten Track in einem Kinderzimmer oder auf einer Kinderspielwiese wähnt, ist mit seinen Eindrücken nicht allein. "Red Rabbit" hört sich nicht nur vom Titel her extravagant an. Auch akustisch scheint man im Studio experimentiert zu haben, anders lassen sich solche ungewöhnlichen, aber stets mit dem Gesang harmonierenden Klänge nicht erklären. Da atmet man bei "Turn on me" wieder auf, hört sich der Titel doch wieder The-Shins-typisch an. Hier stehen die Gitarren stark im Vordergrund, folglich beginnt das Lied auch mit ruhigen Gitarrenriffs. Ruhig ist auch das passende Stichwort für den darauf folgenden Song "Black Wave", der klar zu den stärkeren Titeln von "Wincing The Night Away" zählt. Er schafft es, eine besondere Stimmung zu kreieren. Melancholie, Lethargie und Düsterheit werden hier erzeugt, nicht zuletzt durch die bizarr klingenden Töne, die die Gitarre zum Teil leicht übertönen. Auch in "Split Needles", das wieder etwas schneller ist, sind es diese einzigartigen Melodien, die faszinieren und verzaubern. In den letzten beiden Stücken des Albums, das nach 42 Minuten viel zu schnell endet, darf James Mercer noch einmal in aller Ausführlichkeit seine Stimme zum Besten geben, die so beiläufig und daher so unverwechselbar nach den Shins klingt. "Girl Sailor" und "A comet appears" bilden den Abschluss einer Platte, die ihren hohen Erwartungen gerecht wurde. Nicht nur der vermeintlich so wichtige erste Titel hat überzeugt, auch der größte Teil der darauf folgenden Songs bescheren einem eine wundervolle Dreiviertelstunde, auf Knopfdruck und Wunsch auch mehr.
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