Information zum Seitenaufbau und Sprungmarken fuer Screenreader-Benutzer: Ganz oben links auf jeder Seite befindet sich das Logo der JLU, verlinkt mit der Startseite. Neben dem Logo schliesst sich die Hauptnavigation in Form der Reiternavigation an. Es folgt die Grobnavigation links unterhalb des Logos. Die Feinnavigation findet sich in der linken Spalte. Unterhalb der Reiternavigation ist die Brotkrumen-Navigation. In der Mitte der Seite befindet sich der Inhaltsbereich. In der rechten Spalte finden Sie die Suche und ueblicherweise Kontaktdaten und direkte Links. Als Abschluss der Seite sind im Fussbereich Links zu Barrierefreiheit, Kontakt Web-Master, Impressum, Plone-Kurse, Hilfe, Login fuer Redakteure aufgelistet.

vor "Barrierefreiheit" im Seitenfuss vor Reiternavigation vor Grobnavigation in linker Kolumne vor Feinnavigation in linker Kolumne vor Sie sind hier vor Inhalt vor rechter Kolumne mit zusaetzlichen Informationen im Suchfeld Suche nach vor Redaktion vor Kontakt Web-Master im Seitenfuss vor Impressum im Seitenfuss

Reiternavigation
ich bin hier
Navigation
 
You are here: Home Archiv UNIversum 2007 ...und bei uns rauchen nur die Köpfe
Document Actions

...und bei uns rauchen nur die Köpfe

Illustration von Julia Napalowski
Vitamin statt Nikotin? Zeichnung: Julia Napalowski
Gedanken zu einem (fast) sinnlosen Verbot, das auch vor der Universität nicht Halt macht.

Vorbei die guten alten Zeiten, in denen Westernhelden Kette rauchten. Vorbei die Zeit, in der  Lucky Luke noch keinen Grashalm im Mund hatte und Frauen einen Mann allein durch ihren Augenaufschlag im Lichte des ihnen dargebotenen Feuers verführen konnten. Vorbei die Zeiten, in denen das Teilen der letzten Zigarette Synonym für pures Testosteron war und Columbo selbst in der Leichenhalle seine Zigarre paffte. Vorbei die Zeit, in der Rauchen noch gesellschaftsfähig war. Vorbei auch die Zeit, in der die eigene Gesundheit nur einem selbst gehörte. Vorbei, vorbei, vorbei.

Hessen hat das Rauchverbot eingeführt. An Bahnhöfen weisen grellgelbe Linien auf den Raucherbereich hin. Folge: Ein Pulk Raucher drängt sich aneinander, spendet sich Wärme und träumt von besseren Zeiten. Argwöhnisch beäugt von den suchtfreien Mitreisenden. In den gemütlichen Eckkneipen werden Gespräche unterbrochen: "Ich geh mal raus ’n Kippchen rauchen." Folge: Nichtraucher verkümmern sozial und Raucher werden im Zweifelsfall von der Polizei in ihrem sündigen Tun gestoppt: Der liebe Nachbar fühlte sich vom Lärm auf der Straße in seiner Nachtruhe gestört. Doch das ist noch lange nicht das Ende der Zigarettenstange. Auch an der Uni – vorgeblicher Ort von Toleranz und Selbstbestimmung - wurden während der Ferien klammheimlich die Aschenbecher in den letzten noch verbliebenen Rauchereckchen entfernt. Was bleibt, ist das große weiße Schild – ein Mahnmal: "Hier rauchen nur die Köpfe!"

Nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht. Das Rauchverbot ist gut. Zumindest in Teilen. In Restaurants zum Beispiel. Und in Zügen. Besonders auf Spielplätzen. Und gerne auch in großen Bereichen der Uni. Aber irgendwo muss doch Schluss sein. Oder soll das Rauchen etwa generell verboten werden? Raucher werden ja jetzt schon diskriminiert. Wie soll man ins Gespräch kommen, wenn man nicht nach Feuer fragen darf? Wie soll man sich über schlechten Sex hinwegtrösten – wenn nicht mit der Zigarette danach? Wie soll das Meisterwerk von Jim Jarmusch heißen - "Coffee and no smoking please?" Und wie zur Hölle soll man einen zwölfstündigen Unitag durchstehen ohne zu rauchen? Sollte das alles passieren, werde ich gegen die Elektroindustrie klagen. Weil die laute, pornographisch angehauchte Musik aus Handyspeakern von minderjährigen Jungs meinem Trommelfell empfindlich schadet. Und ich werde gegen die Automobilindustrie demonstrieren. Weil Kohlendioxid meine Lunge vergiftet. Und mich für ein Verbot von Röstzwiebeln einsetzen. Weil man Krebs bekommt, wenn die zu schwarz sind.

Solch trübe Gedanken überfallen einen natürlich ausgerechnet während eines zweistündigen, rauchfreien Wartens vorm Akademischen Prüfungsamt. Landet man dann endlich, vor Entzugserscheinungen zitternd, am Tisch der Sachbearbeiterin, schaut diese ungerührt hoch: "Also, ICH geh jetzt erst mal eine rauchen."

 

Von Tatjana Heid

Font size: large | standard | small
Redaktion
15.12.2009 13:46
 

| Barrierefreiheit | Kontakt Web-Master | Impressum | Plone-Kurse | Hilfe | Login für Redakteure
Powered by Plone CMS, the Open Source Content Management System

This site conforms to the following standards: