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Little Britain - Eine Rezension

Union Jack
Great "Little" Britain
Wer schon immer wissen wollte, wer denn die legitime Nachfolge von Monty Python antreten könne, sollte einmal einen Blick auf "Little Britain" riskieren. Diese Rezension befasst sich mit einem der neuesten Comedy-Exporte aus dem Mutterland des schwarzen Humors.

"Little Britain? Was ist das denn? Hab ich noch nie gehört.“ So, oder so ähnlich, ergeht es wohl den meisten Menschen in Deutschland, wenn sie zum ersten Mal diesen Namen hören. Da sich wahrscheinlich auch unter den Lesern dieser Rezension viele befinden, die nicht wissen womit sie es zu tun haben, hier eine kleine Einführung.


"Little Britain" ist ein englisches Comedy-Format, dessen einzelne Folgen aus kleinen, aneinandergereihten Sketchen bestehen. In Großbritannien wurde es bereits im September 2003 zum ersten Mal ausgestrahlt. Das deutsche Publikum musste sich jedoch ganze drei Jahre gedulden, bis es im Oktober 2006 endlich auch in den Genuss kam. Für die Serie verantwortlich zeichnen David Walliams und Matt Lucas. Diese beiden verkörpern auch die meisten Figuren aus dem "Little Britain"-Universum. In Großbritannien ist die Serie ein unglaublicher Erfolg und die Schöpfer werden von vielen Kritikern schon mit Monty Python verglichen, teilweise sogar als dessen Erben bezeichnet.


Der Inhalt

Soweit die Formalia. Nun zum wirklich wichtigen Teil: dem Inhalt der Serie. "Little Britain" als politisch unkorrekt zu bezeichnen wäre noch nett ausgedrückt. Die zwei Hauptdarsteller ziehen so ziemlich alles und jeden durch den Kakao, lassen dabei jedoch an fast niemanden auch nur ein gutes Haar. Alle Sketche und dargestellten Figuren in dieser Rezension wiederzugeben, würde dann auch den Rahmen erheblich sprengen. Hier also ein paar ausgewählte Beispiele für die Vielfältigkeit der Serie.


Mit Vorliebe schlüpfen David Walliams und Matt Lucas in Frauenkleidung. So gibt es beispielsweise den Transvestiten Edward/Emily Howard, der stets betont, eine Lady zu sein und nur Dinge macht, die nun einmal zu diesem Image passen. Ihm/Ihr zur Seite steht sein/ihre guter Freund/in Florence, ebenfalls ein Transvestit. Eine andere Figur aus der Serie stellt Daffyd Thomas dar, der steif und fest von sich behauptet, homosexuell zu sein und darauf besteht, der einzige Schwule im gesamten Dorf zu sein. Er bezeichnet dabei alles und jeden als homophob, bemerkt jedoch nicht, dass das halbe Dorf aus Gleichgesinnten besteht.


Neben Schwulen und Transvestiten gehören auch dicke Menschen zum festen Repertoire der Comedy. Als Pendant zu den real existierenden Weight Watchers gibt es in der Serie die Fat Fighters, an deren Spitze eine vollschlanke Frau namens Marjorie Dawes steht, die korpulente Menschen hasst und diese nur als "Schweine" und "Fettsäcke" bezeichnet. Als wäre dies noch nicht genug, bekommen auch noch geistig und körperlich behinderte Menschen ihr Fett weg. Andy Pipkin sitzt im Rollstuhl und wird von seinem guten Freund Lou Todd betreut, der alles für ihn macht. Natürlich hegt er keinen Zweifel daran, dass Andy absolut hilflos ist und ohne ihn nicht leben kann. Allerdings simuliert dieser nur. Folglich ergeben sich immer wieder skurrile Situationen, in denen Andy sich aus seinem Rollstuhl erhebt, um zum Beispiel eine Gruppe Jugendlicher zu verprügeln, die sich über ihn lustig gemacht haben. Lou bekommt von alledem aber natürlich nichts mit.


Das Fazit

Die Charakteraufzählung könnte an dieser Stelle noch ewig weitergeführt werden, so groß ist der Fundus an schrägen Typen in "Little Britain". So vielseitig und unkonventionell wie die einzelnen Figuren ist auch der Humor. Daher ist dieses Format auch nicht jedem ans Herz zu legen. Wer mit Monty Python gar nichts anfangen kann und es nicht gut heißt, auch mal über Benachteiligte zu lachen, sollte einen möglichst großen Bogen um diese Serie machen. All diejenigen allerdings, die auf die Political Correctness pfeifen und kein Problem mit Humor der etwas härteren Gangart haben, sollten sich dieses "Duo Infernale" auf keinen Fall entgehen lassen. Etwas Vergleichbares ist momentan, vor allem in Deutschland, nur sehr schwer zu finden.


Sogar die deutsche Synchronisation ist wirklich geglückt. Oliver Kalkofe sowie Oliver Welke leihen den beiden Hauptdarstellern ihre Stimmen und schlagen sich durchaus achtbar. Dennoch sollten alle, die über passable Englischkenntnisse verfügen, sich auch mal eine Folge im Original zu Gemüte führen. Was dort an Wortwitz und Schlagfertigkeit abgeliefert wird, sucht wahrhaft seinesgleichen.


Autor: Marc Vits

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Redaktion
04.02.2008 07:40
 

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