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"The Eagle has landed"

Mondsichel
Der Mond ist bis heute der einzige fremde Himmeskörper, der von Menschen betreten wurde. (Foto: Günter Osterloh)
2009 ist ein Gedenkjahr der Superlative - viele welthistorische Ereignisse wie die Varusschlacht, der Beginn des Zweiten Weltkriegs oder der Berliner Mauerfall erreichen eine runde Jahreszahl. Auch die internationale Weltraumforschung hat ein bedeutendes Jubiläum gefeiert: Vor vierzig Jahren, im Juli 1969, setzte der amerikanische Astronaut Neil Armstrong als erster Mensch einen Fuß auf den Mond. Damit war die amerikanische Mission „Apollo 11“ geglückt und hatte einen Meilenstein in der Geschichte der bemannten Raumfahrt gesetzt.

Das vielleicht größte Abenteuer der Menschheit begann am 16. Juli 1969, als die Saturn-V-Rakete mit den Astronauten Neil Armstrong, Edwin „Buzz“ Aldrin und Michael Collins in Cape Canaveral, Florida, startete. Vier Tage und rund 400.000 zurückgelegte Kilometer später wechselten Aldrin und Armstrong von der Kommandokapsel „Columbia“ in die Mondfähre „Eagle“ über. Collins hatte die undankbare, wenn auch lebenswichtige Aufgabe, als Pilot in der Kommandokapsel zu warten, während die beiden anderen den Mond betraten.

 

Ein großer Sprung für die Menschheit“

That's one small step for man, one giant leap for mankind!"

Am 20. Juli 1969, 102 Stunden und 45 Minuten nach dem Start, setzte „Eagle“ auf der Oberfläche des Mondes auf. „The Eagle has landed“, meldete Kommandant Armstrong an die Bodenstation in Houston. An eine sofortige Erkundung des fremden Planeten war jedoch noch nicht zu denken. Erst nach einer ausführlichen Überprüfung der technischen Geräte gab das Kontrollzentrum in Houston das Okay – der Mondausflug konnte wie geplant stattfinden. Doch die Millionen Fernsehzuschauer weltweit brauchten weiter viel Geduld. Erst rund dreieinhalb Stunden nach der Landung begannen Armstrong und Aldrin damit, ihre Raumanzüge anzuziehen. Hierfür benötigten sie weitere zwei Stunden. Um 3:39 Uhr (MEZ) schließlich, hielt die Welt den Atem an: Neil Armstrong öffnete die Ausstiegsluke der Mondfähre und stieg die Leiter langsam hinab. 109 Stunden und 20 Minuten nach dem Start in Cape Canaveral war es endlich soweit: Armstrong setzte als erster Mensch der Welt einen Fuß auf den Mond – seinen linken. Es war 03:56 Uhr (MEZ) am 21. Juli 1969, als Armstrong den wohl berühmtesten Satz der Raumfahrtgeschichte spricht: „That's one small step for man, one giant leap for mankind!“ („Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit!“).

Die ersten menschlichen Schritte auf dem Mond waren indes noch sehr zaghaft. Armstrong hielt sich zunächst an der Leiter der Mondfähre fest, prüfte, ob er auf dem fremden Planeten das Gleichgewicht halten konnte. Um 04:14 Uhr (MEZ) verließ auch Aldrin die „Eagle“ und betrat als zweiter Mensch den Mond. Zeit seines Lebens litt Aldrin darunter, nur die Nummer zwei gewesen zu sein. Er kämpfte später mit Alkoholproblemen und Depressionen.

Noch auf dem Mond fotografierten Armstrong und Aldrin sich gegenseitig, nahmen Bodenproben, hissten die amerikanische Flagge und enthüllten eine Gedenktafel am Landebein der Mondfähre. Armstrong verlas den Text: „Hier setzten die Menschen vom Planeten Erde zum ersten Mal ihren Fuß auf den Mond – Juli 1969, A.D. Wir kamen in Frieden für die gesamte Menschheit.“ - unterschrieben von den drei Astronauten der Apollo-11-Mission und US-Präsident Richard Nixon.

Nach ihrem rund zweieinhalbstündigen Mondspaziergang kehrten Armstrong und Aldrin in die Landefähre zurück und bereiteten den Rückflug vor. Der Start verlief problemlos, deie„Eagle“ koppelte wieder an die „Columbia“ an und Armstrong, Aldrin und Collins landeten am 24. Juli 1969 nach 8 Tagen, 3 Stunden, 17 Minuten und 22 Sekunden wieder auf der Erde.

Nach Armstrong und Aldrin betraten noch zehn weitere Astronauten den Mond. Alan Shepard spielte 1971 im Rahmen der Mission Apollo 14 sogar Golf auf dem fernen Planeten. Die bislang letzte Mondlandung fand am 7. Dezember 1972 statt – drei Jahre nach der ersten Landung hatte das Interesse der Öffentlichkeit offenbar derart abgenommen, dass dieser Mondausflug nicht mal mehr live im Fernsehen übertragen wurde.

 

Der Mond ist jetzt ein Ami“

Mit der Landung auf dem Mond entschieden die USA einen wissenschaftlich-technischen Wettstreit zwischen ihnen und der Sowjetunion schließlich für sich. Ende der 1950er Jahre hatte die Sowjetunion jedoch noch einen deutlichen Vorsprung im Rennen Richtung Mond. Ihr gelang es am  4. Oktober 1957 nicht nur mit "Sputnik 1" den ersten künstlichen Erdsatelliten in den Weltraum zu bringen, sondern auch den ideologischen Gegner im Kalten Krieg in eine Art Schockzustand zu versetzen. Die eilig vorangetriebene Mission auf amerikanischer Seite endete dann auch mit einem Desaster, als die Rakete mit dem ersten amerikanische Testsatelliten explodierte. Erst rund vier Monate nach "Sputnik 1" gelang es auch den Amerikanern, einen Satelliten („Explorer“) in das All zu schießen. Die Sowjetunion jedoch hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die Hündin Laika als erstes Lebewesen in den Weltraum gebracht.

Auch das neue Jahrzehnt begann mit sowjetischen Erfolgen in der Raumfahrt. Der Kosmonaut Juri Gagarin flog 1961 als erster Mensch in den Weltraum. US-Präsident John F. Kennedy kündigte jedoch im gleichen Jahr das ehrgeizige Ziel an, sein Land werde bis zum Ende des Jahrzehnts einen Mann auf den Mond sicher hin und wieder zurückbringen. Doch noch hatten die Sowjets weiterhin die Nase vorn. Der erste Weltraumspaziergänger war ebenfalls ein Kosmonaut: Alexeij Leonow. Schließlich begannen die USA mit dem Mondlandeprogramm Apollo, das sie sich mehr als 25 Milliarden Dollar kosten ließen und mit dem sie den Vorsprung der Sowjetunion aufholten. Mit der Landung auf dem Mond gewann die NASA den Wettlauf schließlich besonders eindrücklich. „Der Mond ist jetzt ein Ami“ titelte so auch die BILD-Zeitung am 21. Juli 1969.

 

Alles nur Schwindel?

Doch bereits kurz nach der Landung auf dem Mond wurden erste Stimmen laut, die alles für einen einzigen Schwindel hielten. Die Amerikaner seien gar nicht wirklich auf dem Mond gelandet, stattdessen sei das ganze Geschehen in einem Fernsehstudio in Hollywood inszeniert worden. Auch vierzig Jahre später glauben Umfragen zufolge immer noch 20 Millionen Amerikaner, dass Neil Armstrong den Mond nie betreten hat. Skeptiker verweisen zum Beispiel immer wieder auf das vermeintliche Flattern der US-Flagge im Wind. Ohne Atmosphäre aber kein Wind – die Flagge könne sich also unmöglich auf dem Mond befunden haben. Jedoch hatte die NASA in weiser Voraussicht eine Querstrebe am Fahnenmast befestigt, die das schlaffe Herunterhängen in einem Vakuum verhindern sollte. Da die Fahne selbst länger war als die Strebe, raffte sich der Stoff und erweckte so den Eindruck des Flatterns.

Indizien für den Betrug sehen Verschwörungstheoretiker zuhauf in den Fotos und Videoaufnahmen der Mondmission – die vermeintlichen „Beweise“ beruhen jedoch größtenteils auf mangelnder Kenntnis, schlechter Recherche oder Manipulation der Bilder. Auch ist es unwahrscheinlich, dass es der NASA über Jahrzehnte gelungen sein könnte, einen derartigen Betrug geheim zu halten, zumal an der Planung und Durchführung des Apollo-Programms mehrere hunderttausend Menschen beteiligt waren. Nicht einmal die Sowjets zweifelten die Landung auf dem Mond an, dabei hätte gerade der Kreml im Kalten Krieg vielleicht das größte Interesse daran gehabt, einen amerikanischen Betrug aufzudecken.

 

Von Eva Pfeiffer

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Redaktion
29.11.2009 18:28
 

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