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Europa um 1900
Der europäische Kontinent um 1900. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Europa)
„Europa um 1900“ - so lautete das Epochen-Thema, das die Teilnehmer der Übung „Geschichtsjournalismus für Online und Print“ im Sommersemester 2010 in ihren journalistischen Abschlussarbeiten zu bewältigen hatten. Ihre Herausforderung: Sich ein Ereignis, eine Person, eine Tendenz, eine Fragestellung aus den Jahren von etwa 1860 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs (1914) zu wählen – und ein Porträt, eine Geschichtsreportage oder einen Essay darüber zu schreiben. Einige dieser Texte werden hier veröffentlicht.
Ihre Autoren haben sich mit höchst unterschiedlichen Aspekten der Jahre und Jahrzehnte um 1900 auseinandergesetzt – und nebenbei gezeigt, dass Geschichte nie nur „historische“ Probleme, sondern zu einem großen Teil auch Fragen unserer Gegenwart berührt: angefangen von der Weltausstellung im Paris des Jahres 1900, über die Schattenseiten des Kautschuk-Booms, das Leben der Marie Curie, den Terrorismus im zaristischen Russland, das Wanderkino, die frühen Fußball-Jahre, bis hin zu den utopischen Sozialisten jenseits von Marx, einer Prinzessin mit politischen Ambitionen, der Entwicklung des jüdischen Bürgertums in Gießen, dem Röntgenstrahlen-„Hype“ und der Frage, was eine bestimmte Biersorte mit dem Sprachenstreit im Habsburgerreich zu tun hatte. Aber: Lesen Sie selbst!
Von Dagmar Lorenz (Übungsleiterin)
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Porte Monumentale, koloriert. (Quelle: Brooklyn Museum)
Leistungsschau der Nationen, Jahrmarkt der Kulturen, Vielvölkerbasar – die Weltausstellung 1900 ist das größte Ereignis, das die Welt bis dato gesehen hat, ein globales Medienevent. An der Jahrhundertwende ist Paris der Mittelpunkt des Universums, der Nabel des menschlichen Fortschritts. Sieben Monate später bleiben davon nur viele tausend Preise, ein Haufen Gips und die Erkenntnis übrig, dass selbst der größte Enthusiasmus schnell in Ernüchterung umschlagen kann.
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Verstümmelte Einheimische um 1900. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kongogräuel)
Biographien und Ereignisse sind oft durch überraschende Zusammenhänge miteinander verknüpft. So verhält es sich auch im Falle einer Erfindung mit Bezügen zum belgischen König, einem Mann aus Liverpool und den kolonialen Gräueltaten im Kongo.
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Marie Curies offizielles Nobelpreisfoto von 1911. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Curie)
Zu einer Zeit, in der die Rolle der Frau noch traditionell darauf beschränkt war die Kinder zu erziehen und den Haushalt zu führen, machte Marie Curie als Naturwissenschaftlerin eine der wichtigsten Entdeckungen des 19. Jahrhunderts. Wie hat sie es geschafft, sich in den Männerdomänen Wissenschaft und Forschung durchzusetzen?
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Von vielen begehrt: Prinzessin Elisabeth von Hessen-Darmstadt. (Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/58/Elisabethhessedarmstadt.jpg)
Die Ermordung des russischen Großfürsten Sergej Alexandrovitsch im Jahr 1905
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Heutige Kinos, wie hier das Roxy Kino in Gießen, haben mit den Wanderkinos, die es zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab, nicht mehr viel gemeinsam. (Foto: Johannes Raddatz)
Wie das Kino seinen Weg vom Jahrmarkt in den Laden fand
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Überall auf der Welt bekannt und beliebt: Fußball. (Foto: Erik Klügling)
Wie der Deutsche Fußball-Bund vor 110 Jahren das Spiel um das „runde Leder“ professionalisierte
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So schön illustrierte man Utopien noch im 16. Jahrhundert (Cover der Utopia Ausgabe von 1516). Spätere utopische Schriften sind ohne Bebilderung ausgekommen. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Utopia_Roman)
Nicht nur Karl Marx träumte vom Sozialismus. Angesichts des menschlichen Elends in Fabriken und Arbeitervierteln des ausgehenden 19. Jahrhunderts entwarfen sozialistische Denker in ganz Europa Pläne für eine Zukunft nach dem Kapitalismus.
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Prinzessin Victoria im zarten Alter von 17 Jahren. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Victoria_von_Großbritannien_und_Irland_(1840-1901))
Die drei Königinnen Preußens und Kaiserinnen des Deutschen Reiches – Augusta, Victoria und Auguste Viktoria – sind heutzutage beinahe vergessen. Dabei bieten Leben und Wirken dieser Frauen manches Interessante. Das gilt insbesondere für Kaiserin Victoria. Die Frau Kaiser Friedrichs III. und älteste Tochter der englischen Queen Victoria hatte sich in besonderem Maße der Politik verschrieben. Einst war es ihr Ziel gewesen, in Preußen eine konstitutionelle Monarchie einzuführen und ein geeintes, liberales Deutschland unter preußischer Führung zu schaffen. Doch musste Victoria erkennen, dass es ihr nicht gelang, ihre Träume und Visionen zu verwirklichen.
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Der Begründer des modernen Zionismus: Theodor Herzl. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Herzl)
Europa um das Jahr 1900 – eine Zeit voller Umbrüche, auch für das jüdische Leben in deutschen Städten. Am Beispiel von Gießen ist dies erkennbar, denn jüdische Vergangenheit ist auch heute noch präsent – nicht nur in Form der „Stolpersteine“.
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Das Röntgendenkmal in Gießen. (Foto: Verena Meyrink)
Heutzutage ist sie aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken: die Durchleuchtung des Patienten per Röntgenstrahlen. Letztere machen das augenscheinlich Unsichtbare sichtbar - ein Phänomen, das die Zeitgenossen Röntgens gleichermaßen schockierte, faszinierte und inspirierte. Und eine Erfindung, die durchaus auch ihre Schattenseiten hat.
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Geschichtsträchtige Biersorte: Budweiser Budvar. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Budweiser_Budvar)
Die Gründung der Marke Budweiser Budvar
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22.12.2010 12:16
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