Avatar - Appell an unsere Menschlichkeit
Wir schreiben das Jahr 2154. Die Erde besitzt keinerlei Rohstoffe mehr, was dazu führt, dass das Militär und einige Wissenschaftler zum Planten Pandora reisen, um diesen ebenfalls auszubeuten. Jake Sully (Sam Worthington), ein Querschnittsgelähmter Ex-Soldat, soll dabei einen neu entwickelten Hybriden steuern, der die Gene und die Form der heimischen Rasse des Planeten besitzt: Ein sogenannter Avatar.
Er wird angewiesen die einheimischen Na´vi zu infiltrieren und sie zur Umsiedlung zu bewegen, damit die Menschen an die wertvollen Rohstoffe gelangen können. Aber Jake verliebt sich in eines der blau schimmernden Geschöpfe von Pandora und kämpft schließlich für deren Befreiung von den Besatzern.
Pocahontas hat´s vorgemacht und Cameron macht es nach. Doch was mal mit Zeichentrick begann, entwickelt sich im 21. Jahrhundert in eindrucksvolle Animation: Reale Schauspieler, getaucht in blaue Farbe, agieren in einer computerkonstruierten, täuschend echt wirkenden Welt. Die Bildästhetik und technische Vollkommenheit lässt den Zuschauer aber nicht Botschaft des Films vergessen. Cameron demonstriert, was in unserer heutigen Welt, mit all ihren Konflikten, immer wichtiger wird: Man muss die Gegenseite, den vermeintlichen Feind, verstehen lernen, um den Frieden zu wahren. Diese Hauptbotschaft von Ehre, Liebe und gegenseitigem Respekt wird umkreist von Anspielungen auf Rohstoffknappheit und sinnlose Gewalt. Ein Zitat des Films besagt sinngemäß: Man macht sich einen Feind, in dem man mit Gewalt versucht an sein Wertvollstes zu gelangen.
Die wertvolle, tiefgreifende Botschaft verpackt Cameron in 161 Minuten voller mitreißender Spezialeffekte, großartiger Bilder, Abenteuer und einer Liebesgeschichte zwischen unterschiedlichen Völkern. Ein gelungenes Epos, das einen nachdenklich stimmen sollte.
Von Katharina Freund