Informationschaos an der JLU
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Welcher Student kennt das nicht: Fragen über Fragen und niemand scheint dafür verantwortlich zu sein. Hier ein kleiner Leitfaden darüber, welche Probleme sich an der Uni alle stellen können und wie man zumindest einige von ihnen meistern kann.
„Wer schreibt eine Klausur?“ – Das ist oft kurz vor Semesterende, oder besser gesagt kurz vor Ende der nicht-vorlesungsfreien Zeit, die entscheidende Frage in den Vorlesungen oder Seminaren. Da man sich als guter Student natürlich selbstständig die Modulordnung durchgelesen hat, weiß man, ob man die Hand heben muss oder nicht. Denn nach langem Suchen auf der Uni-Website und der Feststellung, dass man die Modulordnung auf der Seite der Fachbereiche gar nicht erst zu suchen braucht, ist es tatsächlich möglich, herauszufinden, in welchem Modul man welche Prüfungsleistungen erbringen muss. Vorausgesetzt natürlich, man weiß, welche der dauernd reformierten und überarbeiteten Modulordnungen für einen gilt. Dazu ist es erst einmal wichtig zu wissen, in welchem Semester man sein aktuelles Studium überhaupt angefangen hat und dann empfiehlt es sich, im Zweifelsfall immer die neueste Modulordnung zu nehmen und zu hoffen, dass diese mittlerweile auch schon bei allen Verantwortlichen angekommen ist. Für diejenigen, die sich sicher sind, eine Klausur schreiben zu müssen, beginnt dann das große Rätselraten um die Länge der Klausur. Lehramtstudenten schreiben grundsätzlich eine andere Klausur als Bachelor-Studenten, und wer nur im Nebenfach studiert muss sich auch nicht ganz so lange mit der Klausur abmühen, wie die Hauptfach-Studenten. Bei der Frage nach der Klausurlänge sollte man sich keinesfalls auf die Aussagen der Professoren oder Dozenten verlassen, denn die meisten wissen nach unzähligen Reformen selbst nicht mehr, wem sie jetzt welche Klausur stellen müssen. Auch die Auskunft der Modulordnung ist nicht immer zuverlässig, denn es kann schon mal vorkommen, dass sich da so unbedeutende Fehler wie die Zeitangabe der Klausur einschleichen oder es wurde schlichtweg vergessen, eine Länge anzugeben. Wenn der findige Student dann auf die Idee kommt, einfach mal seine lieben Kommilitonen zu fragen, die die Vorlesung für das gleiche Modul schon im letzten Semester belegt haben, erhält er bestimmt noch einmal eine andere Angabe. Wenn man nach drei unterschiedlichen Auskünften nicht mehr sicher weiß, welche jetzt für einen gilt und deshalb nachfragen möchte, kann man sich an das Prüfungsamt oder Sekretariat der jeweiligen Abteilung wenden. Dort ist durchaus mit langen Wartezeiten vor den Büros und genervten Mitarbeitern zu rechnen. Denn mitdenkende und sich informierende Studenten sind anscheinend das Grauen eines jeden Mitarbeiter, der sich offenbar nichts lieber wünscht, als Studenten die einfach alles akzeptieren, was man ihnen erzählt. Also im Zweifelsfall einfach mal die längere Klausur schreiben, dann ist man auf der sicheren Seite! Auch wenn es wahrscheinlich bis in die letzte Woche vor dem Abschluss niemandem auffallen wird, ob man jemals eine falsche Klausur geschrieben hat. So mancher Dozent, der in dem ganzen Informationschaos selbst nicht mehr durchblickt, ist schon auf die geniale Idee gekommen, einfach allen Studenten die gleiche Klausur zu stellen. Das erspart den Studenten unnötiges Kopfzerbrechen und reduziert gleichzeitig den Arbeitsaufwand des Dozenten erheblich. Da aber leider niemand wissen darf, dass so etwas trotz den so aufwendig ausgearbeiteten Modulordnungen passiert, können Studenten, die das gleiche studieren und die im gleichen Modul verschieden Seminare belegt haben schon mal unterschiedliche lange Klausuren schreiben, ohne dass das im Nachhinein noch irgendjemanden interessiert. Denn der Dozent wird natürlich behaupten, er hätte allen Studenten verschiedene Klausuren gestellt. Also, liebe Studenten, am besten gar nicht erst aufregen über solchen Unsinn, das führt nur zu Bluthochdruck und bringt im Endeffekt doch nichts! Eines der wichtigsten Dinge, die man als frischgebackener Student dringend lernen sollte, ist, wen man fragen kann und vor allem: Wen lieber nicht. So empfiehlt es sich nicht unbedingt, Studienberater zu fragen, wenn es um die Auswahl der richtigen Veranstaltungen oder Anerkennung von Kursen geht. Nebenbei kann es auch durchaus mal vorkommen, dass man als naiv und quasi dumm beschimpft wird, wenn man tatsächlich glaubt, was so auf der Uniwebsite steht. Als ob man einfach so davon ausgehen könnte, dass die Richtigkeit der Informationen dort vor dem Hochladen überprüft würde! Grundsätzlich kann man als Student auch damit rechnen, dass die erste Person an die man sich mit einer Frage oder einem Problem wendet, definitiv nicht für eben dieses zuständig ist, sondern einen an den nächsten weiterleitet, der möglicherweise eine Antwort haben könnte. Daraufhin folgt meist ein lustiger Dreiecksverkehr an Emails und nachdem sich diverse Seiten abgesprochen haben, erhält man dann irgendwann eine Antwort. Jedoch leider oft nicht die gewünschte und auch nicht immer rechtzeitig für das jeweilige Problem. Hier ist anzuraten, klare Fristen zu nennen, bis wann man etwas wissen muss und diese Fristen ein paar Tage vor die offiziellen Fristen zu legen. So erhöht man seine Chancen, relativ zeitnah die relevanten Informationen zu bekommen. Noch ein letzter Tipp um im Informationschaos der Uni zu überleben: Man sollte die Uniangestellten am besten nicht direkt vor oder nach ihren Pausen belästigen. Denn da diese ja stark begrenzt sind, werden sie gerne wahlweise vorverlegt, ausgedehnt oder gleich beides zusammen. Um solche Terminprobleme zu vermeiden, ist anzuraten, die Leute auf jeden Fall per Email vorzuwarnen, wenn man etwas von ihnen möchte! Wenn ein Zusammentreffen dann doch unvermeidlich ist, kann man nur hoffen, dass die Person morgens mit dem richtigen Fuß aufgestanden ist und sich noch nicht mit allzu vielen nervigen Studenten herumquälen musste. Und wenn man Glück hat, tja dann, dann kann die Uni auch tatsächlich Spaß machen und man erfährt durch nette Kommilitonen, was es alles zu beachten gibt und welche neuen Regeln mal wieder eingeführt wurden. Also: Calm down – Chaos gehört schließlich zum Leben dazu und ändern werden wir an dem Kommunikationssystem der Uni in absehbarer Zeit sowieso nichts.
Julia Jochim 30.01.12 |