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Börsencrash 1929 - Weltwirtschaftskrise 2009

Sparschwein
Müssen die Sparschweine mal wieder dran glauben? (Foto: Mansfeld)
Geschichte, die sich wiederholt?



Freitag,  25. Oktober 1929:  der Tag, der noch heute als „Black Friday“ bekannt ist. An diesem Tag platzte die  gewaltige Spekulationsblase an der größten Börse der Welt. Die Wallstreet, das Zentrum des New Yorker Financial Districts, wurde zum Schauplatz des folgenreichsten Börsencrashs im 20. Jahrhundert.

 

Schon im Vorfeld hatten sich erste Anzeichen für ein raueres Klima an der New Yorker Börse bemerkbar gemacht. Zunächst rechnete jedoch kaum jemand damit, dass sich daraus eine Weltwirtschaftskrise entwickeln würde.

Doch schon am 24. Oktober 1929 wendete sich das Blatt. Banken und Wirtschaftsbosse gaben ihren finanziellen Ruin bekannt. Das Symbol für Wohlstand und Reichtum verlor abrupt an Glanz. Millionen von Anlegern büßten ihr Vermögen ein, so dass bis 1932 fast 90 Prozent des US-Aktienvermögens vernichtet war.

Betrachtet man die Situation heute, so sorgt die New Yorker Börse mit ihren Spekulationen erneut für weltweites Entsetzen. Das Ende der Investmentbank Lehmann Brothers sollte der Anfang einer neuen Weltwirtschaftskrise werden. Die Ursache der Krise lag in der massenhaften Vergabe von „faulen“ Immobilienkrediten, die nicht ausreichend abgesichert waren: so genannte „Subprime Kredite“, die bewusst an Verbraucher mit einer geringen Bonität vergeben wurden. 

Wiederholt sich nun das Trauma von 1929? Liegt der Fehler gar im Gesamtsystem?

 

Vermögens- und Einkommensverteilung

Ein markanter Grund für den Zusammenbruch der Börse im Jahre 1929, war die Vermögens- und Einkommensverteilung in den USA. Nur rund fünf Prozent der amerikanischen Haushalte verfügten damals über mehr als ein Drittel des gesamten Einkommens. Die überschüssigen Gelder dieser reichen Oberschicht flossen an die Börse.

Sehr ähnlich gestaltet sich die Vermögens- und Einkommensverteilung auch heute in den USA. Mit den überschüssigen Mitteln wurde spekuliert, so dass die Kurse stiegen und damals wie heute eine Spekulationsblase entstehen konnte - vor allem auf den Immobilienmärkten. 

 

Hedgefonds und Investment-Trusts

Doch es gibt durchaus einen Unterschied zu der Situation in den 1930er Jahren: eine neue Art von Investmentgesellschaften, die sich im Verlauf der 1990er Jahre entwickelte und sich immer mehr an der Börse behauptete. Insbesondere die großen Versicherungen und Rentenfonds legen in diesen so genannten "Hedgefonds" das Geld ihrer Kunden an. Spekuliert wird auf alles. Bevorzugt investiert wird dabei in risikoreiche Hypotheken. Der Hypothekenmarkt bricht jedoch Ende 2006 zusammen und reißt die Anleger mit sich zu Boden.

Hedgefonds gab es in den USA der 1930er Jahre natürlich noch nicht, aber eine ähnliche Form von Investment, die so genannten Investment-Trusts. Diese kaufen Anteile an Aktiengesellschaften auf, die wiederum Anteile an Wirtschaftsfirmen besitzen, mit denen sie handeln. Das hatte Folgen. In den 1920er Jahren waren solche Anteile teilweise mehr wert, als die Firmen selbst. Auch dies war eine Ursache für den Börsencrash.

 

Rettungsmanöver

Ähnlichkeiten zwischen beiden Krisen lassen sich auch im Hinblick auf die jeweiligen Rettungsmanöver zu ihrer Bekämpfung erkennen. Heute hören wir von riesigen Finanzhilfen seitens der Bundesregierung. Damals war es Präsident Roosevelt, der mit seinem Programm des New Deal, Staatshilfen in Aussicht stellte. Selbstverständlich waren diese Beträge nicht so hoch, wie in unseren Tagen. Und Roosevelt ging damals sogar noch einen Schritt weiter und plante ein internationales Währungssystem mit festen Wechselkursen.

 

Wirkungslose Beschwichtigungen

Eine weitere Parallele zur Krise von 1929 ergibt sich, wenn  man die  Beschwichtigungsbemühungen von Regierenden und Experten betrachtet. So sagte Präsident Herbert Hoover noch im Jahr 1929, dass die fundamentale Wirtschaft im Land gesund sei. Als Präsident George W. Bush den „Economic Club of New York“ im Jahr 2008 besuchte, äußerte er, er sei sich sicher, dass die Wirtschaft weiter wachsen würde, da die Grundlagen solide seien.

Alles eine Farce? Oder einfach nur der Wunsch, den American Dream weiterleben zu können? „Make it from ragst to riches“ und das möglichst schnell? Wird der American Dream am Ende, wegen Unersättlichkeit, zum American Nightmare?

 

Von Kathrin Mansfeld


Weiterführende  Informationen:

Informationen zum Ablauf des Börsencrashs von 1929

Allgemeine Informationen zur Finanzkrise 2008

 

 

Audiodatei zum Herunterladen

Interview zur Wirtschaftskrise der 1930er Jahre in den USA mit Prof. Dr. Hans-Jürgen Schröder, Experte für US-amerikanische Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsgeschichte.
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Redaktion
18.09.2009 12:40
 

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