Information zum Seitenaufbau und Sprungmarken fuer Screenreader-Benutzer: Ganz oben links auf jeder Seite befindet sich das Logo der JLU, verlinkt mit der Startseite. Neben dem Logo schliesst sich die Hauptnavigation in Form der Reiternavigation an. Es folgt die Grobnavigation links unterhalb des Logos. Die Feinnavigation findet sich in der linken Spalte. Unterhalb der Reiternavigation ist die Brotkrumen-Navigation. In der Mitte der Seite befindet sich der Inhaltsbereich. In der rechten Spalte finden Sie die Suche und ueblicherweise Kontaktdaten und direkte Links. Als Abschluss der Seite sind im Fussbereich Links zu Barrierefreiheit, Kontakt Web-Master, Impressum, Plone-Kurse, Hilfe, Login fuer Redakteure aufgelistet.

vor "Barrierefreiheit" im Seitenfuss vor Reiternavigation vor Grobnavigation in linker Kolumne vor Feinnavigation in linker Kolumne vor Sie sind hier vor Inhalt vor rechter Kolumne mit zusaetzlichen Informationen im Suchfeld Suche nach vor Redaktion vor Kontakt Web-Master im Seitenfuss vor Impressum im Seitenfuss

Reiternavigation
You are here: Home Universität & Fachjournalistik Fachjournalistik Geschichte Multimediale Artikelserie Säbelrasseln aus Nordkorea
Document Actions

Säbelrasseln aus Nordkorea

Der "Ewige Präsident" Kim Il-Sung
Ehrenmal von Kim Il-Sung. (Foto: Stefan Kaiser)
Entsteht in Nordkorea eine neue atomare Bedrohung? In den letzten Monaten mehrten sich die Nachrichten, in denen von Provokationen Nordkoreas gegenüber seinen Nachbarn und der Weltgemeinschaft die Rede war. Über lange Zeit hinweg hörte man nur wenig von Nordkorea. Das Land, eines der letzten sozialistischen Staaten, versank in der Isolation. Erst in den vergangenen Jahren rückte Nordkorea wieder in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit: Aufmerksamkeit erregte sowohl die Verletzung der Menschenrechte als auch sein Atomwaffenprogramm.

Die Isolationsphase

Nordkoreanischer Bauer mit Viehwagen
Ein Bauer bei der Rückkehr vom Feld. (Foto: Kaiser)
Zivilbevölkerung und Soldaten auf der Straße
Familie mit Soldaten im Hintergrund. (Foto: Kaiser)

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Korea auf der nördlichen Seite von der Sowjetunion und auf der südlichen Seite von den USA besetzt. Der sich anschließende Koreakrieg (1950-1953) endete mit der Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommen und brachte zwei voneinander unabhängige Staaten hervor: auf der nördlichen Seite die „Demokratische Volksrepublik Korea“ und auf der südlichen Seite die „Republik Korea“.

In Nordkorea festigte der Diktator Kim Il-Sung  in den folgenden Jahren seine Alleinherrschaft. 1972 wurde in Nordkorea eine neue Verfassung angenommen und seitdem gilt Kim Il-Sung als „der Ewige Präsident“. Da Nordkorea nach dem Krieg Reparationshilfen aus China und der Sowjetunion erhalten hatte, war es dem Süden des Landes einige Zeit sogar wirtschaftlich überlegen. Doch als die wirtschaftlichen Probleme in den anderen kommunistischen Staaten des Ostblocks zunahmen, stagnierte auch die nordkoreanische Wirtschaft.

Das Verhalten der Sowjetunion in der Kubakrise von 1962 war für die nordkoreanische Seite Anlass genug, mit dem sowjetischen Verbündeten zu brechen. Den Platz als engster Verbündeter nahm daraufhin die Volksrepublik China ein. In Nordkorea selbst erklärte Diktator Kim Il-Sung die Autarkie des Landes zum obersten Staatsziel. Dieses Bestreben verstärkte sich noch mit dem Zusammenbruch des Ostblocks.

Nach dem Tod Kim Il-Sungs im Jahre  1994 übernahm sein Sohn Kim Jong-il die Herrschaft. In den vergangenen zwei Jahrzehnten verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage des Landes zusehends. Es kam zu einer verheerenden Hungersnot und auch heute noch leiden große Teile der Bevölkerung unter Nahrungsmittelknappheit.

 

Nordkoreas Atomprogramm

Die Anfänge von Nordkoreas Atomprogramm reichen zurück  bis ins Jahr 1965, als die Sowjetunion in Yongbyon einen Reaktor mit Forschungszentrum baute. Mit der Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags von 1985 verpflichtete sich Nordkorea, die Atomkraft ausschließlich für zivile Zwecke zu nutzen. Außerdem gibt es seit 1992 ein Abkommen zwischen Nord- und Südkorea, in dem sich beide Staaten verpflichten, keine Atomwaffen zu bauen. Doch westliche Geheimdienste sind sich heute darin einig, dass Nordkorea bereits Ende der 1980er Jahre geheime Geschäfte mit Pakistan tätigte und seitdem über die Technologie verfügt, atomare Waffen herzustellen.

Im Genfer Rahmenabkommen von 1994 hatten die Vereinigten Staaten Nordkorea den Bau von Leichtwasserreaktoren und die Lieferung von Erdöl zugesagt. Im Gegenzug dazu sollte der Reaktor in Yongbyon abgeschaltet werden. Mit dem Beginn der Sechs-Parteien Gespräche im Jahre 2003 sollten die Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms einsetzen. Als Gegenleistung sollte Nordkorea wirtschaftliche und humanitäre Hilfe erhalten. Außerdem wurden Unterstützungsleistungen im Energiesektor vereinbart. Hinter dem Rücken der Weltöffentlichkeit lief das nordkoreanische Atomprogramm jedoch weiter und im Februar 2005 gab Kim Il-Sung offiziell zu, im Besitz von Atomwaffen zu sein. Nordkoreas unterirdischer Atomwaffentest im Oktober 2006 schockierte die Welt. Als Reaktion verhängte die UNO in der Resolution Nummer 1718 Handels- und Finanzsanktionen gegen das Land.

Die jüngsten Provokationen

Landkarte von Nord- und Südkorea
Karte von Korea. (Foto: Fetzer)

Im April 2009 testete das Regime erstmals wieder seit Jahren eine Langstreckenrakete mit mehreren tausend Kilometern Reichweite. Als dies der Weltsicherheitsrat kritisierte, brach Nordkorea die Sechs-Parteien Gespräche endgültig ab. Der Betrieb im Atomforschungszentrums in Yongbyon wurde wieder aufgenommen. Im Mai kam es zu einem zweiten unterirdischen Atomwaffentest. Die Sprengkraft der Bombe entsprach, laut seismologischen Messungen, in etwa derjenigen Bombe, die einst auf Hiroshima fiel.

Im Juni dieses Jahres kam es zu einer Grenzverletzung im Gelben Meer, bei dem ein nordkoreanisches Kriegsschiff in südkoreanische Hoheitsgewässer eindrang. Seitdem, so ließ Nordkorea verlauten, könne Nordkorea die Sicherheit südkoreanischer und amerikanischer Schiffe im Gelben Meer nicht mehr garantieren.

Inzwischen stößt der nordkoreanische Diktator Drohungen und Provokationen gegenüber den USA und der Weltgemeinschaft im Wochentakt aus und die Welt schaut zu und fragt sich, warum.

 

Kim Jong-Il läuft die Zeit davon

Nachdem Kim Jong-Il kürzlich einen Schlaganfall erlitt (erst kürzlich wurde bekannt, dass er wohl auch unheilbar an Krebs erkrankt ist), versucht er vermutlich nun seine Nachfolge abzusichern. Um sein kleines Reich endgültig als Atommacht etablieren zu können, ist es aus seiner Sicht erforderlich, dass der Westen Nordkorea auch als eine solche behandelt. Durch Erpressungsversuche, wie die Festnahme zweier US-Journalistinnen und ihre Verurteilung zu zehn Jahren Arbeitslager, versucht der Diktator die USA zu seinen eigenen Bedingungen an den Verhandlungstisch zu zwingen. Dieses Ziel scheint Kim Jong-Il so wichtig zu sein, dass er sogar die Beziehungen zum langjährigen Verbündeten China gefährdet. Die chinesische Führung ist nämlich von den erneuten Waffentests ebenso irritiert wie der Rest der Welt.

 

Von Martin Fetzer

 

 

Font size: large | standard | small
Redaktion
18.09.2009 12:42
 

| Barrierefreiheit | Kontakt Web-Master | Impressum | Plone-Kurse | Hilfe | Login für Redakteure
Powered by Plone CMS, the Open Source Content Management System

This site conforms to the following standards: